Mo., 25.01.2016

Prunksitzung der KG Stadtwacht Da war der Teufel los

Akrobatik und einen Hauch von Südamerika brachten „Die Schlossknacker“ aus Münster mit ins Programm der Prunksitzung der KG Stadtwacht.

Akrobatik und einen Hauch von Südamerika brachten „Die Schlossknacker“ aus Münster mit ins Programm der Prunksitzung der KG Stadtwacht. Foto: Martin Fahlbusch

Metelen - 

Bei der Prunksitzung der KG Stadtwacht war am Samstagabend sprichwörtlich der Teufel los. Zahlreiche bunt kostümierte Jecken ließen sich das abwechslungsreiche Programm mit Tanzgarden, Büttenreden und Musik auf der Bühne des Bürgerhauses gefallen.

Von Martin Fahlbusch

Aber hallo! Pfarrer Thomas Stapper war zur Gala-Prunksitzung der KG Stadtwacht am Samstagabend im Bürgersaal bestens vorbereitet: Als Sitzungspräsident Herbert Graes das neue Stimmungslied, das quasi die beliebte Rakete noch einmal toppen sollte, mit „Jetzt ist der Teufel los“ ankündigte, hatte der Herr im rot-orange leuchtenden Pullöverchen und mit der ebensolchen, heftig karierten Schirmmütze aber sowas von zackig den vom Beelzebub geklauten Dreizack unter dem Tisch hervor gezückt, dass das Auge kaum folgen konnte. Verschmitzt wedelte Stapper im Takt der Musik kräftig mit. So war zumindest das pastorale Wohlwollen bei diesem ausgelassenen Karnevalsspaß in trockenen kirchlichen Tüchern.

Der Saal war rappelvoll, und die Tische reichten fast bis an die Bühne, so dass der Einmarsch von Spielmanns- und Fanfarenzug, Tanzgarden, Elferrat und dem Prinzenpaar – Prinz Karsten I. samt Prinzessin Doris I. – zu einem Olympia verdächtigen Jubelslalom wurde. Aber die Vorzeigejecken schafften das – locker.

„Matellia liegt am Vechtestrand, selbst Fische wandern Hand in Hand“ – das Motto der Prunksitzung nahm die aktuellen und heißen Diskussionen um die Vechterenaturierung und besonders die Fischtreppe aufs Korn. Das Vechtestädtchen als neues Ziel für Sex-Touristen? Keine Bange, nur den schuppig-kalten Schwimmern soll der Weg zu den Laichplätzen erleichter werden, stellte das singende Zentrum des Elferrates beruhigend fest.

Sind die Roten Funken, die vier Tanzgarden der KG-Stadtwacht mit Minis, Jugend, Junioren und Ü-15 echte Pfunde, mit dem die närrische Gesellschaft und die vielen Trainerinnen wuchern können, so gelang das jecke Spektakel auch deshalb, weil die Metelener und ihre Gäste nicht nur fröhlich maskiert und verkleidet, sondern auch feierwütig den Saal besetzt hatten. Und die ältere Nachtigall auf der Bühne musste die Begeisterung nur in die richtigen Bahnen lenken. Da reibt sich der Rheinländer die traditionstriefenden Augen: Der Metelener ist der Südbrasilianer im nordwestlichen Münsterland.

Nach den karnevalistischen Regularien eröffneten die „Minis“ der Roten Funken mit einem Wirbel-Tanz nach dem schmissigen Hit „YMCA“ den Programmreigen. Es gab viel Beifall, Lob und eine Zugabe, und die schwungvollen Akteure wurden, sehr zur Freude ihrer Eltern und Großeltern im Publikum, einzeln vorgestellt.

Andreas Hille als „Der Schlawiner“ ließ dann das Bütten-Eis schnell schmelzen. Mit seinen Familiengeschichten um Dornröschen, Mausebacke und Putze­männchen, seiner Sehnsucht nach früher und den Frauen sorgte er für zahlreiches Prusten und Lachen.

Artistisch und südamerikanisch war die Überraschung für das Prinzenpaar: In der feurigen Männer-Tanzgruppe „Die Schlossknacker“ aus Münster schwofte eine Cousine der Prinzessin mit. Oder war es ein Cousin? Ganz so einfach ließ sich das nicht sagen.

Die Jugend- und die Junioren- und die Ü-15-Garde ließen die Beine hoch und die Herzen im Publikum höher schlagen.

Mit „John & Ron“ fegten dann zwei wirklich verrückte Holländer durch den Saal, griffen sich wahllos Zuschauer heraus, machten den einen zum verdutzen „Opfer“ und verführten die andere zum abgedeckten, aber immer keuschen Liebesspiel – mitten auf der Bühne und im knallroten Gummiboot.

Kaum waren diese Bekloppten von der Bühne, kam mit einem gewissen „Franz von der Vogelweise“ schon das nächste leicht schräge Jecken-Exemplar hinterher. Schrulliges Outfit, den Papagei auf der Schulter, die überdicke Hornbrille auf der Nase und den Überbiss im Mund. Und dann ließ Franz (Herbert Graes) seine mitunter derben Pointen nur so knallen. Anschließend kam der niederrheinisch Humor mit Martha und Stin zu seinem Recht. Besonders herrlich wurde es, als die beiden Schwestern, bei ihrer Zugabe drei Herren aus dem Publikum zu furchterregenden Tauben mutieren ließen.

Die Solo-Tanzmariechen Pia Wessling, Alina Lütkehermölle und Steffi Iking waren dann auch die Verbindungen zur echt westfälischen und in jeder Hinsicht pfundigen Karnevalsshowband „Kraut und Rübe“. Die Metelenerinnen kennen die Truppe bereits von ihrem Auftritt im Fernsehen bei „Westfalen haut auf die Pauke“. Die quirlige Truppe glänzte mit schwungvollen, aber auch ans Herz gehenden Songs. Mit ihrem ganz eigenen Stil zogen sie das Publikum locker in ihren Bann. Da kann man nur sagen: Kappe ab!

Ein farbenfrohes Finale mündete im „Matellia-Lied“, und der sichtlich zufriedene Sitzungspräsident schickte die Feierwütigen in die After-Show-Party mit DJ Manni. Und da war auch der Teufel los  . . .

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