So., 14.02.2016

Valentinstag Liebesgrüße aus Afrika

Liebesgruß aus der weiten Welt: Elfriede Hüllen (r.) und Barbara ten Voorde haben auch fair gehandelte Rosen für den Strauß zum Tag der Liebenden im Angebot.

Liebesgruß aus der weiten Welt: Elfriede Hüllen (r.) und Barbara ten Voorde haben auch fair gehandelte Rosen für den Strauß zum Tag der Liebenden im Angebot. Foto: Foto: Dieter Huge sive Huwe

Metelen - 

Was dem Spielzeughandel das Weihnachtsfest ist den Floristen der Muttertag und – seit Jahren immer mehr zunehmend – der Valentinstag. Die Redaktion erkundigte sich beim örtlichen Blumenhandel über die Geschenk-Favoriten der verliebten Metelener.

Von Dieter Huge sive Huwe und Hannah Moritz

Die Legende liest sich mindestens so romantisch wie die Geschichte von Romeo und Julia. Bischof Valentin von Terni soll im dritten Jahrhundert nach Christi Geburt heimlich Liebende verheiratet haben, denn christliche Trauungen waren verboten. Außerdem schenkte er ihnen, so wird erzählt, Blumen aus seinem Garten. Dafür – nämlich für das Spenden des Sakraments – verlor er am 14. Februar 269 seinen Kopf, womit die Romantik zunächst ein Ende hatte, die Legende aber ihren Anfang nahm.

Und diese lebt fort und gewinnt immer mehr an Fahrt im Valentinstag – jenem Tag der Liebenden, zu dem man stehen mag, wie man will. Eine Meinung hat indes wohl jeder dazu. „Eine Erfindung der Blumenindustrie“, lehnen die einen den Tag ab. „Ein schöner Anlass, um zu zeigen, dass man den anderen gern hat“, sagen die anderen. Und die werden immer mehr.

Abzulesen ist das im Ort unter anderem am Umsatz der Floristen. Beide melden steigende beziehungsweise gute Umsätze zum dem Tag der Verliebten. Elfriede Hüllen von Blumen Mensing ist seit einem Vierteljahrhundert im Geschäft tätig. „Vor 25 Jahren war da nicht viel“, blickt sie auf die Valentinstage Anfang der 1990er Jahre zurück.

Doch über die Jahre hinweg entwickelte sich der Brauch, zum Festtag der Liebenden Blumen zu verschenken, zur festen Größe im Geschäft am Kirchplatz. „Das ist nach Muttertag sicherlich der umsatzstärkste Tag im Jahr“, bilanziert Hüllen die wirtschaftliche Bedeutung von Valentins Legende für die Floristen.

„Von jung bis alt“ beschreibt sie die Kundschaft am Valentinstag oder auch – wie in diesem Jahr – am Tag vor dem 14. Februar, denn sonntags hat Blumen Mensing geschlossen. Also werden am heutigen Samstag leicht verschüchterte Teenager und gestandene Poahlbürger gleichermaßen im Laden stehen und mehrheitlich vor allem auf eine Blume schauen: die Rose.

„Das ist der Klassiker“ weiß Barbara ten Voorde, Floristin bei Mensing, die aus den wunderschönen Blüten klassische oder moderne Sträuße bindet. „Manchmal sind es aber auch nur ein oder zwei Rosen“, lacht ten Voorde und berichet von dem offenbar bis über die leicht geröteten Ohren verknallten Jungspund, der sich nach 100 Rosen für die Liebste erkundete – und dann ob des Preises erschrak.

„Bei uns kosten die fair gehandelten Rosen das ganz Jahr über das gleiche“, nimmt ihre Chefin Elfriede Hüllen Vermutungen, dass zum Valentinstag die Preise arg klettern, den Wind aus den Segeln. Die leuchtend roten oder gelben Blüten stammen aus Afrika, aus Kenia oder Äthiopien und der Kurs für die Produzenten ist stets stabil. „So bekommen sie für die Ware an 365 Tagen im Jahr den gleichen Preis“, blickt Hüllen auf das Fairtrade-Siegel.

Auch „To Be“, das Blumenfachgeschäft am Sendplatz hat fair gehandelte Blumen. Das Gros in der üppigen Auswahl an Schnittblumen, die am Wochenende auf die Frisch- oder Langzeit-Verliebten wartet, entstammt jedoch konventionellem Anbau.

Alles anderes als konventionell sind die Gestecke, Gebinde und Dekoideen, die von vier Mitarbeiterinnen schon am Donnerstag in Angriff genommen wurden. Sei es, dass eine schöne Vase der einzelnen Blüte zusätzlichen Glanz verleiht oder Deko-Elemente dem kompakt gebundenen Strauß zusätzlichen Pfiff geben – die Damen von „To Be“ kennen den Geschmack der Metelener.

Susanne Bußmann, die die Filale leitet, ergänzt, dass es bisweilen auch vorkomme, dass kleine Präsente in den Blumengruß mit eingebunden werden – Valentins Blumengabe wächst und wächst also. Für den Ansturm der Verliebten ist man also bei To Be gerüstet – und öffnet auch am Sonntag, diesmal der Tag des Valentin.

Heiner Pieper vom gleichnamigen Restaurant hat die Zeichen der Zeit gleichfalls erkannt, und lockt seit Tagen auf der Schiefertafel an der Gaststätte mit einem Valentinstag-Menü unter dem Motto: „Verwöhnen Sie ihre Lieben“. Eine Vorspeise, zwei Hauptspeisen zur Auswahl und ein Nachtisch erwarten die Gäste am Valentinstag. Auch die Gaststätte wird für diesen Tag gemütlich mit Kerzen hergerichtet. „Ein solches Menü am Valentinstag bieten wir dieses Jahr zum ersten Mal an. Es wird sich zeigen, ob sich das durchsetzt“, erklärt Pieper. Die Chancen dafür stehen gut, denn bekanntlich geht Liebe auch durch den Magen.

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