Mi., 24.02.2016

Grundschule Viel Potenzial am Freistein

In die teils verwaisten Gebäude der ehemaligen Droste-Hülshoff-Hauptschule könnte neues Schulleben einkehren. Dem Bauausschuss wurde jetzt ein Konzept vorgestellt, um die St.-Vitus-Grundschule an diesen Standort zu verlagern.

In die teils verwaisten Gebäude der ehemaligen Droste-Hülshoff-Hauptschule könnte neues Schulleben einkehren. Dem Bauausschuss wurde jetzt ein Konzept vorgestellt, um die St.-Vitus-Grundschule an diesen Standort zu verlagern. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Metelen - 

Bisher wurde eher im stillen Kämmerlein über das Konzept für einen Umzug der St.-Vitus-Grundschule in die Gebäude der ehemaligen Hauptschule am Freistein nachgedacht. Jetzt wurden diese Grobplanungen nun dem Bauausschuss vorgestellt.

Von Dieter Huge sive Huwe

Die Spatzen pfiffen es seit langem von den Dächern. Und wer ein waches Auge auf die Gebäudesub­stanz der St.-Vitus-Grundschule hatte, der ahnte schon, was am Montag dem Bauausschuss präsentiert werden würde: Nicht weniger als ein Konzept für den Umzug der Grundschule an den früheren Hauptschulstandort am Freistein.

Längst fällige Sanierungsmaßnahmen an der Schulstraße waren seit längerem ausgesetzt worden – etwa die Erneuerung der zugigen Türanlage. Nur noch die Notfall-Reparaturen wurden durchgeführt – wenn beispielsweise mal wieder ein Rohr in dem Altbau, Baujahr 1950, leckte.

Dass Rektor Thomas Wis­sing hinter den Kulissen gemeinsam mit einem Architekten und der Verwaltung an einer größeren Lösung feilte, war längst durchgesickert. Am Montag dann präsentierte der Schulleiter gemeinsam mit Planer Karlo Tewes dieses erste, noch grobes Konzept für die künftige Vitus-Schule.

Dass diese nicht mehr an der Schulstraße sein soll, aus diesem Wunsch machte Wissing keinen Hehl. In seinem Beitrag verdeutlichte er den Wandel der Anforderungen an ein funktionales Schulgebäude im Sinne aktueller Pädagogik. „Der Klassenraum hat eine Funktion“, machte der Rektor deutlich, dass im Zeitalter gemeinsamen Lernens unter den Rahmenbedingungen von Inklusion eben nicht mehr die bisher üblichen zweieinhalb Quadratmeter pro Schüler ausreichen. Wissing skizzierte dazu „signifikante Unterschiede“, erläuterte die Bedeutung von Förderräumen genauso wie die Anforderungen an eine Aula – nicht nur als Raum für die Schulgemeinschaft. Über die Lernraumanpassung hinaus böte ein Umzug die Chance, den Lernraum Natur stärker in den Fokus zu nehmen. Die Sportanlagen wären nur einen Steinwurf entfernt und die Schule läge überdies verkehrssicherer (Stichwort Ochtruper Straße). Ferner gebe es an der Schulstraße kein Entwicklungspotenzial. Mit Blick auf den Status Quo erklärte Wissing: „Investitionen in den Schulstandort sind unbedingt notwendig.“

Wie diese aussehen könnten, darüber hatte sich Tewes in Zusammenarbeit mit dem Schulleiter und der Verwaltung Gedanken gemacht. Der Metelener Architekt kennt die Schulen und stellte zunächst ein Sanierungs- und Erweiterungskonzept für den Standort Schulstraße vor. Zentrales Element wäre der Bau eines weiteren Gebäudes mit Aula und Mensa. Möglich ist dies allerdings nur auf dem bestehenden Schulhof.

Mit geschätzten 675 000 Euro wären die Sanierung und der behindertengerechte Ausbau des 66 Jahre alten Altbaus noch einmal 25 000 Euro teurer als das neue Aula /Mensa-Gebäude. 3200 Quadratmeter betrüge nach diesem Konzept die künftige Nutzfläche für die Vitus-Schule an ihrem jetzigen Standort. Überschlägig 1,95 Millionen Euro müssten dafür investiert werden.

Parallel dazu entwickelte das Ingenieurbüro Tewes eine „Machbarkeitsstudie“ für einen möglichen Umzug an den Freistein. Deren Ergebnis: gut 100 Quadratmeter zusätzliche Nutzfläche und Kosten in Höhe von fast 2,6 Millionen Euro.

Neben dem Aula /Mensa-Gebäude, das auch hier als Neubau auf der Fläche des aktuell als Flüchtlingsunterkunft genutzten Gebäudes entstehen soll, verschlingt der Anbau eines neuen Traktes mit Klassenräumen, Werkraum und Musikraum an der früheren Dietrich-Bonhoeffer-Schule die größten Investitionen. 1,27 Millionen Euro kosten die acht zusätzlichen Räume, inklusive Sanitärräumen und Personenaufzug. Letzterer hätte den Charme, dass er nicht nur für Schüler mit Körperbehinderungen, sondern auch zur Erschließung des Altbautrakts genutzt werden könnte.

Die Klassenräume im Verwaltungsbau könnten größer geschnitten werden, die OGGS bekäme im jüngsten Gebäude der Hauptschule aus dem Jahr 2008 ihr neues Domizil. Verbunden werden alle Gebäude – so der Entwurf – durch Laubengänge, die den Wechsel des Unterrichtsraumes bei schlechtem Wetter erleichtern. Dass die aktuellen Gebäude der Vitus-Schule bis zu doppelt so hohe Unterhaltskosten wie die ehemaligen DHS-Gebäude verursachen, ließ Tewes ebenfalls nicht unerwähnt.

Im Ausschuss wurde die Tischvorlage zunächst nicht diskutierte. Die Verwaltung wurde aber beauftragt, ergänzende Informationen – etwa zur Raumanforderung und zum Schulweg – aufzubereiten. Bürgermeister Gregor Krabbe verwies auf die bereits terminierten Sitzungen (s. Zeitplan).

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