Do., 03.03.2016

Sirenen Eingerosteter Heulpilz

Feuerwehrmann Bernd Wisse 

Feuerwehrmann Bernd Wisse  Foto: Hannah Moritz

Metelen - 

Die Sirene auf dem Dach der Holzschuhmacherei Wenning im Mersch nahmen Metelener Feuerwehrleute in Augenschein. Die Warnanlage soll reaktiviert werden, um im Ort insgesamt drei Anlagen als Option vorzuhalten für den Fall, dass die Meldeempfänger ausfallen.

Von Dieter Huge sive Huwe

Die Heulpilze kommen zurück! Sirenen, vielen Menschen, die den Krieg erlebt haben, sind sie noch in schrecklicher Erinnerung als Vorboten drohender Luftangriffe. In der Zeit des Kalten Krieges wurden sie dann flächendeckend aufgebaut als Teil der Zivilverteidigung. Ende des vergangenen Jahrhunderts verfielen die Anlagen zunehmend.

Auch in Metelen gibt es aktuell nur eine funktionierende Sirene – die auf dem Dach des Rathauses. Diese wird regelmäßig getestet, nämlich „immer am ersten Freitag im Monat um Punkt 12 Uhr“, wie der Leiter der Feuerwehr, Manfred Krude, im Gespräch mit dieser Zeitung erläuterte. Das Land Nordrhein-Westfalen unterstütze derzeit den Wiederaufbau von Sirenen. „Für uns als Feuerwehr ist das insofern wichtig, als dass wir so eine zweite Alarmierungsmöglichkeit haben, neben den Funkmeldeempfängern, welche die Kameraden bei sich tragen.“ Über diese „Piepser“ alarmiert die Kreisleitstelle mit Sitz in Rheine, die die Feuerwehreinsätze koordiniert, üblicherweise die Wehren vor Ort. Fällt das System allerdings aus, so bleiben nur noch Sirenen, um die Blauröcke schnell ins Spritzenhaus zu holen.

In dieser Woche untersuchte Krude gemeinsam mit dem Hausmeister der Grundschule, Christian Brüning, und Feuerwehr-Kamerad Bernd Wisse eine zweite noch in Metelen installierte Sirenenanlage. Im Mersch und zwar auf dem Dach der früheren Holzschuhmacherei Wenning, steht dieser Heulpilz. Mit dem Hubsteiger von Wisse checkte der Elektriker die Funktionstüchtigkeit der Anlage.

„Die ist eingerostet. So bekommen wir sie nicht wieder gängig“, erklärte Brüning nach dem Vor-Ort-Termin. Sirenen hätten mechanische Bauteile, die sich, wenn sie eingeschaltet werden, drehen. Und die Sirene auf der alten Werkstatt war eben zu lange nicht in Betrieb gewesen, der Korrosion Tür und Tor geöffnet. „Wir wissen, dass die Anlage zuletzt 1999 gewartet wurde. Installiert worden ist sie 1972“, hatte Wehrchef Krude herausgefunden.

Um den Aufbau von Sirenen für die Kommune kostengünstig zu gestalten, soll nun eine zweite Anlage, die eingemottet im Feuerwehrgerätehaus lagert, gegen die verrostete Sirene auf der Holzschuh-Werkstatt ausgetauscht werden. Dritter Baustein im wieder ausgebauten Alarmierungssystem wäre eine zusätzliche Sirene auf dem Dach der Turnhalle neben dem Gerätehaus. „Diese wird aber nicht mehr mit der alten Technik funktionieren, sondern mit Hörnern ausgestattet sein“, informierte Elektriker Brüning. „Außerdem hat sie einen Akku, so dass selbst im Fall eines flächendeckenden Stromausfalls alarmiert werden kann“, beschreibt Krude die neue Technik.

Mit drei Anlagen wäre Metelen bereits gut gerüstet. Früher, so erinnert sich Krude, habe es indes zahlreiche weitere Sirenen gegeben, etwa am Sunnenkamp, auf der Gaststätte Pöpping am ehemaligen Bahnhof oder auch bei Ribbert an der Schöppingener Straße. So seien auch die Bauerschaften mit den Alarmtönen beschallt worden.

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