Mi., 19.10.2016

Gemeindeverwaltung Auf Kante genäht

Reichlich Überstunden wurden vor allem im vergangenen und in diesem Jahr im Rathaus geleistet. Dies ist die Folge der engen Personaldecke in der Verwaltung, analysiert Kämmerer Andreas Möllers und stützt sich dabei auch auf Zahlen der Bertelsmann-Stiftung.

Reichlich Überstunden wurden vor allem im vergangenen und in diesem Jahr im Rathaus geleistet. Dies ist die Folge der engen Personaldecke in der Verwaltung, analysiert Kämmerer Andreas Möllers und stützt sich dabei auch auf Zahlen der Bertelsmann-Stiftung. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Metelen - 

„Keine Luft mehr nach oben“ meldet die Verwaltung mit Blick auf ihre angespannte Personalsituation. Sie belegt das mit internen Zahlen, aber auch mit einer Analyse der Bertelsmann-Stiftung. Bürgermeister Gregor Krabbe will die Situation mittel- bis langfristig ändern.

Von Dieter Huge sive Huwe

Ein Altersdurchschnitt jenseits der 50, fünf Rentner im Rathaus sowie in den Außenstellen und dazu einen Personalschlüssel, dem externe Analysten bescheinigen, dass er im Landesvergleich die geringsten Vollzeitstellen pro Kommune hat – die Personallage der Gemeindeverwaltung Metelen ist ganz knapp und auf Kante genäht. Im Rathaus droht die Überalterung.

Metelens Kämmerer Andreas Möllers hatte es in seinem letzten Gesamtbudgetbericht bereits deutlich gemacht: In der Verwaltung gibt es angesichts des Stellenabbaus der Vergangenheit – eine Folge der Haushaltskonsolidierung – keine Spielräume mehr.

Am deutlichsten wird dies bei den Überstunden. Betrug deren Zahl Ende 2013 noch 713, so kletterte sie über die Jahre kontinuierlich und liegt derzeit bei 1187. „Das Überstundenkontingent ist auf einem überdurchschnittlichen Niveau – obwohl in den Jahren 2014 und 2015 teilweise Überstunden ausgezahlt wurden“, so der Kämmerer in seinem Bericht.

Eine Dienstvereinbarung für die gleitende Arbeitszeit am Sendplatz sehe hier eigentlich einen Rahmen von maximal 15 Überstunden je Beschäftigtem vor“, ergänzt Möllers.

Deutlich wird die Arbeitsverdichtung, die zum einen aus zusätzlichen Aufgaben – hier besonders im Fachbereich Soziales bei der Betreuung der Flüchtlinge –, zum anderen aus krankheitsbedingen Ausfällen resultiert, auch daran, dass es einen großen Überhang an Urlaubstagen gibt. Möllers: „Viele Mitarbeiter sind nicht in der Lage, den Jahresurlaub bis zum Jahresende abzubauen. Zur Jahreshälfte beträgt der Resturlaub für die 23 Mitarbeiter im Rathaus noch 620,5 Tage. Im Vorjahr waren es noch 556,5 Tage.“

Gestützt werden diese Zahlen durch eine Analyse der Bertelsmann-Stiftung, die sich mit der Überalterung in den Rathäusern des Landes beschäftigte. Darin wird festgestellt, dass Metelen die Kommunalverwaltung in NRW mit den wenigen Vollzeit-Beschäftigten ist. Das Durchschnittsalter beträgt im Rathaus selber 50,8 Jahre und im Bauhof und dem Klärwerk sogar 52,5 Jahre. Daneben werden im Rathaus und den Außenstellen aktuell fünf Rentner beschäftigt – etwa im Bereich Tourismus und im Archiv.

Von den 29 Vollzeitstellen, die es in der Gemeindeveraltung derzeit gibt, sind neun mit Mitarbeitern besetzt, die 55 Jahre oder älter sind. „Dies entspricht einem Anteil von 30 Prozent“, ergänzte Andreas Joost aus der Gemeindeverwaltung. Er erklärte auch, dass in den kommenden zehn Jahren elf Mitarbeiter im Rathaus und den Außenstellen vor dem regulären Renteneintritt stehen.

Auch der Gemeinderat hat sich des Themas angenommen und ein Personalentwicklungskonzept eingefordert. Die Erarbeitung dieses Handlungsrahmens werde in den kommenden Jahren weitere Aufwendungen im Haushalt erfordern, hatte der Kämmerer bereits angedeutet, dass eine solche Expertise nicht umsonst zu haben ist.

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