Für einen guten Zweck: Der Club der blauen Helme
Feuerwehrleute aus Metelen, Gronau und Nordwalde laufen bis nach Münster

Metelen -

Sie trainieren für einen ungewöhnlichen Marsch: Acht Feuerwehrleute aus Metelen, Gronau und Nordwalde bilden den „Club der blauen Helme“ und wollen am 19. Dezember in voller Ausrüstung von Metelen nach Münster laufen – gut 42 Kilometer weit und für einen guten Zweck. 

Samstag, 02.12.2017, 06:12 Uhr

Mit kompletter Feuerwehr-Montur in die Muckibude. In einem Gronauer Fitness-Studio übt das Team für seinen „Lauf gegen den Krebs“ (v.l.): Stefan Krzywanski, Klaus Krabbe, Ingo Kolhoff, Marvin Buntrock, Chris Hollekamp, Karin Bruns und Sven Lembeck. Achter im Bunde ist Daniel Urban, der beim Fototermin verhindert war.
Mit kompletter Feuerwehr-Montur in die Muckibude. In einem Gronauer Fitness-Studio übt das Team für seinen „Lauf gegen den Krebs“ (v.l.): Stefan Krzywanski, Klaus Krabbe, Ingo Kolhoff, Marvin Buntrock, Chris Hollekamp, Karin Bruns und Sven Lembeck. Achter im Bunde ist Daniel Urban, der beim Fototermin verhindert war. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Sie treten kräftig in die Pedale und schwitzen in ihren dicken Jacken und unter den Helmen. Acht Feuerwehrleute – die meisten von ihnen aus Metelen, aber auch je zwei aus Gronau und Nordwalde – machen sich fit für eine Aktion, die sie in zweieinhalb Wochen bis an ihre Grenzen führen dürfte. „Laufen gegen den Krebs“ – über die Marathon-Distanz und in voller Ausrüstung.

Ausgeheckt hat die Idee Stefan Krzywanski. Er ist Berufsfeuerwehrmann und außerdem nach Dienst in der freiwilligen Truppe in dem kleinen Örtchen Metelen engagiert. Und er ist einer, der den Blauen Rock auch dann anzieht, wenn es sportlich wird, bei Treppenläufen etwa. Im Frühjahr spurtete er gemeinsam mit Ingo Kolhoff aus Gronau und drei weiteren Feuerwehrleuten aus Spanien und den Niederlanden ein 52 Stockwerke hohes Hotel in Spanien empor – in voller Montur, mit Atemschutz.

„Laufen gegen den Krebs“

Der 43-Jährige ist begeistert von diesen Läufen und versteht es auch, andere zu motivieren. Aus der Metelener Wehr schloss sich Krzywanski beim Skyrun in Münster etwa Karin Bruns an. Sie ist die einzige Frau in der Truppe, die sich am 19. Dezember auf den Weg machen wird – und das für einen guten Zweck.

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Körperliche Fitness ist wichtig, um die Marathon-Distanz bis Münster zu schaffen. Auch am feuerwehrtypischen Hammerschlag-Gerät übt der „Club der blauen Helme“. Foto: Dieter Huge sive Huwe

„Warum die sportliche Herausforderung nicht mit einer guten Sache verbinden“, spukte es Krzywanski schon einige Zeit im Kopf herum. Und als sich sechs aus dem Team vor einiger Zeit in einem Gronauer Fitness-Studio zum Training für einen Treppenlauf trafen, musste er unwillkürlich an die TV-Serie „Club der roten Bänder“ denken. Sie beschreibt das Leben junger Menschen auf einer Krebsstation. „Fünf junge Männer und eine junge Frau“, sinnierte der Metelener. „Genau wie wir. Fünf Feuerwehrleute und Karin.“

Unterstützung für das Familienhaus

Die Idee wurde in der Runde weiter gesponnen, aus dem Club der roten Bänder wurde der „Club der blauen Helme“. Für eine gute Sache laufen, das wollten sie und wählten mit dem Familienhaus am Uniklinikum in Münster eine Einrichtung aus, die auf Spenden angewiesen ist. Stefan Krzywanski kennt das Haus aus eigener Anschauung, musste seine Tochter doch lange Zeit im Klinikum behandelt werden. Im Familienhaus bestand für ihn die Möglichkeit, nah bei seinem Kind zu sein.

Viele der Patienten, deren erwachsene Familienangehörige das Haus nutzen, sind an Krebs erkrankt und verbringen oft Monate in der Klinik. Das Motto der Aktion fand sich da schnell: „Laufen gegen den Krebs“ ist der Sponsorenlauf der etwas anderen Art überschrieben, für den die Feuerwehrleute seit Wochen intensiv trainieren. „Jeder, der die Aktion unterstützt, unterstützt damit zu 100 Prozent das Familienhaus“, erklärt Initiator Krzywanski, der auch bei Unternehmen längs der Laufstrecke um Spenden für die Einrichtung wirbt.

Spielzeug-Präsente für Kinder im Krankenhaus

Die Feuerwehrleute haben daneben Firmen angeschrieben und Spielzeug-Präsente zugesandt bekommen, um die Kinder, die über die Weihnachtstage in der Klinik bleiben müssen, zu beschenken. Diese werden im Begleitfahrzeug der Feuerwehrleute mitgebracht.

Zu schleppen haben die acht Läufer auch so schon reichlich. Gut 20 Kilo wiegt die Ausrüstung, Sicherheitsstiefel und Atemschutzflasche inklusive. Und die Distanz hat es ebenfalls in sich: „Das sind über 42 Kilometer“ schaut Krzywanski auf die Karte. Der Weg führt sie von Metelen über Burgsteinfurt, Altenberge und Nienberge bis nach Münster.

Start ist um Punkt Mitternacht am 19. Dezember – möglicherweise am örtlichen Spritzenhaus. „Wir rechnen mit etwa zwölf bis 14 Stunden“, gibt der Metelener den groben Zeitrahmen vor. Und wem die Feuerwehr-Truppe in voller Ausrüstung an diesem Tag begegnet, der erkennt sie sofort an ihrer markanten Kopfbedeckung als „Club der blauen Helme“.

Zum Thema

Spenden unter dem Stichwort „Laufen gegen den Krebs“ auf die Spendenkonten des Familienhauses am Uniklinikum Münster e.V.: Sparkasse Münsterland Ost, IBAN: DE81 4005 0150 0000 0026 75 oder Darlehenskasse Münster, IBAN: DE75 4006 02650015 0578 00.

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