Gemeinde muss Sanierungsmaßnahmen und Neubauten angehen
Auf die lange Bank geht nicht mehr

Metelen -

Es waren ernüchternde Fakten, die Bauamtsleiter Stefan Weßling in seiner Analyse der Brückebauwerke des Ortes vorstellte: Zustandsbeschreibungen von fast durch die Bank sanierungsbedürftigen Übergängen und Kolonnen von Euro-Beträgen, die sich auf gut 180 000 Euro summieren. Nicht eingerechnet sind hier allerdings die „dicksten Brocken“, allen voran die Brücke des Wirtschaftswegs „Brinckwirths Erbe“.

Donnerstag, 14.06.2018, 06:00 Uhr

Hauptsorgenkind ist die Vechtebrücke Brinckwirths Erbe. Schwerlast-Lkw, die noch vor Jahren den schmalen Wirtschaftsweg passierten, dürfen hier längst nicht mehr fahren. Es gilt eine Achslast- und Geschwindigkeitsbeschränkung.
Hauptsorgenkind ist die Vechtebrücke Brinckwirths Erbe. Schwerlast-Lkw, die noch vor Jahren den schmalen Wirtschaftsweg passierten, dürfen hier längst nicht mehr fahren. Es gilt eine Achslast- und Geschwindigkeitsbeschränkung. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Geahnt hatten die Mitglieder des Planungsausschusses ja schon länger, dass die Stunde der Wahrheit am Montag schlagen würde. Die Zahlen, die im Zustandsbericht über die kommunalen Brücken dann aufs Tapet kamen, waren denn auch nicht von Pappe.

132 000 Euro sind in den kommenden Jahren zwingend notwendig, um auch nur das dringend Notwendige an den maroden Übergängen zu veranlassen, weitere 50 000 Euro für ergänzende Maßnahmen im Etat einzuplanen. Doch damit nicht genug: Bei zwei Brücken ist die Standsicherheit gefährdet, bei einer dritten wird wohl erst eine umfassende Schadensanalyse das wahre Ausmaß der Mängel aufzeigen. Und diese drei Brücken gehen richtig ins Geld.

Bauamtsleiter Stefan Weßling, der die Bestandsanalyse in nüchternen Worten und für jede Brücke mit den dazugehörigen Kosten auflistete, hatte sich die drei Sorgenkinder für den Schluss aufgehoben. Bei der Pöppingbrücke im Bereich der Metelener Heide sind – auch ohne eine tiefer gehende Analyse gemacht zu haben – 12 000 Euro fällig. Die Fußgänger- und Radfahrerbrücke am Nieporter Esch wurde einst von den Zügen der WLE genutzt. Heute würden die Loks mit Blick auf die marode Unterkonstruktion in der Vechte landen. Die Standsicherheit ist gefährdet. Dickster Brocken in der Liste der Leiden ist die Wirtschaftsweg-Brücke Brinck­wirths Erbe. Voraussichtlich 250 000 Euro würde eine Instandsetzung kosten. Dafür gibt es dann auch schon einen Neubau, überschlug Weßling.

„Da haben wir wahrscheinlich auch schon mit gerechnet“, ahnte Ausschussvorsitzender Reinhard Brüning (CDU) schon im Vorfeld der Sitzung, dass das Thema Brücken auch das Stadtsäckel belasten würde: „Das wird Thema in den Haushaltsplanberatungen der nächsten Jahre sein.“

Auch sein Fraktionskollege André Kersten hatte seit Jahren „gefühlten Handlungsbedarf“ und war nun erleichtert, durch die Analyse der Brücken konkrete Zahlen an die Hand bekommen zu haben. Diese gelte es jetzt zu bewerten und Maßnahmen zu ergreifen.

Dass dabei nicht jede Brücke für sich betrachtet werden soll, sondern – beispielsweise bei Geländer-Erhöhungen – auch gemeinsame Ausschreibungen erfolgen können, wurde in der Sitzung bereits deutlich. Dass etliche der Mängel keinen längeren Aufschub dulden, stellte Weßling im Anschluss an seinem Vortrag aber ebenfalls klar.

Deutliche Kritik an der Verwaltung übte Ansgar Stening für die UWG: „Wie konnte es überhaupt so weit kommen?“, fragte er und damit zugleich, wieso der Sanierungsstau trotz regelmäßiger Bauwerk-Überprüfungen auflaufen konnte.

Der Zustand einiger Brücken sei durchaus bekannt gewesen, erklärte ihm Kämmerer Andreas Möllers. Bereits bei der Eröffnungsbilanz des Neuen Finanzkonzepts seien daher 87 000 Euro für Sanierungen eingestellt, regelmäßig fortgeschrieben und später um weitere 30 000 Euro ergänzt worden. Die gut 120 000 Euro bildeten nun den Grundstock für die anstehenden Brückensanierungen.

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