Gründung der Landjugend vor 70 Jahren
Aufbruchstimmung nach dem Krieg

Metelen -

Seit sieben Jahrzehnten gibt es die Landjugend im Ort, und am Wochenende wird dieser runde Geburtstag gefeiert. Wir haben Mitglieder aus den Gründungsjahren und aus den vergangenen Jahrzehnten gefragt, was für sie die Mitgliedschaft in der KLJB bedeutet und wie sich der Verein über die Jahre verändert hat. Deutlich wurde in allen Antworten die enge Verbindung der

Freitag, 15.06.2018, 06:00 Uhr

Seit Generationen treu zur Landjugend steht die Familie Weßling: Anni (80 Jahre alt, l.), Lukas (20) und Maria (53) Weßling sind oder waren alle Mitglieder in der KLJB. Foto:
Seit Generationen treu zur Landjugend steht die Familie Weßling: Anni (80 Jahre alt, l.), Lukas (20) und Maria (53) Weßling sind oder waren alle Mitglieder in der KLJB. Foto: Foto: Irmgard Tappe

Die Katholischen Landjugendbewegung Metelen (KLJB) feiert am Samstag ihr 70-jähriges Bestehen. Mit der Gründung im Jahre 1948 hatten die jungen Leute vom Lande auch in der Vechtegemeinde ein Zeichen der Aufbruchstimmung gesetzt.

Eine Vertreterin dieser Zeit ist Anni Weßling, Jahrgang 1938. „Wir waren glücklich, dass es diese Ortsgruppe bei uns gab. Es war ja ansonsten nichts los für junge Leute“, sagt die 80-Jährige. Mit knapp 16 Jahren ist sie 1953 in die KLJB eingetreten, deren Mitglieder aus den örtlichen Bauerschaften kamen. „Es gehörten aber auch junge Leute von auswärts dazu, die auf den Höfen in Metelen ihre Ausbildung zum Landwirt oder zur Hauswirtschafterin machten. Somit haben wir viele unterschiedliche Leute kennengelernt. Mit einigen Freundinnen hatte ich noch Jahre später Briefkontakt“, weiß die Seniorin, die gern an ihre Landjugendzeit zurückdenkt.

Zum Beispiel an die Volkstanzgruppe, in der sie mitgewirkt hat. Überhaupt hätten diese regelmäßigen Zusammenkünfte viel Abwechslung in den Alltag der Jugendlichen ihrer Zeit gebracht. Einer Zeit, als kaum ein Fernseher die deutschen Wohnzimmer schmückte und als Disco, Fete und Open Air-Konzerte noch fremde Welten waren.

Bis auf die jährlichen Ausflüge mit der Landjugend in den Teutoburger Wald oder in die Baumberge spielte sich die Freizeit der Landjugendlichen aus Anni Weßlings Generation noch im Heimatort ab. Doch auch das kirchliche Leben mit Gottesdienstbesuchen, Betstunden und Kreuzwegandachten spielte eine Rolle.

Für Bernhard Alteepping war die KLJB ebenfalls ein wichtiger Teil seiner Jugend. „Wir konnten es kaum erwarten, dass wir das Eintrittsalter erreicht hatten. Außer Kirmes oder Schützenfest war doch nichts los auf dem Lande“, berichtet der 72-Jährige. Er erzählt von den monatlichen Versammlungen der Landjugendlichen in der Gaststätte Brinkwirth mit großer Beteiligung. „Nachdem dann alles besprochen war, hat jemand auf dem Akkordeon Musik gemacht und es wurde getanzt“, erinnert sich Alteepping an seine Landjugendzeit, in der er sich einige Jahre als Vorsitzender des Ortsverbandes engagierte.

Zu den Höhepunkten des Jahres, fährt er fort, hätten die Tagestouren gezählt, die zum Beispiel ins Ahrtal oder ins Weserbergland führten. Besonders gut ist ihm noch eine Fahrt nach Amsterdam im Gedächtnis. „Wir haben zwei Stunden an der holländischen Grenze gewartet, weil jemand seinen Ausweis vergessen hatte“, schmunzelt der Metelener.

Zurück zu Familie Weßling: Als Anni Weßlings Schwiegertochter Maria 1983 in die Landjugend eintrat, waren die Tagesausflüge zu Wochenendtouren herangewachsen. Überhaupt schauten die Landjugendlichen zu der Zeit schon weiter über den Kirchturm von Ss. Cornelius und Cyprianus hinaus. „Wenn samstagsabends in den Nachbarorten Landjugendfeste gefeiert wurden, sind wir natürlich hingefahren. Aber vorher gingen wir selbstverständlich in die Kirche zur Vorabendmesse“, erzählt Maria Weßling.

Ihr Mann Josef, mit dem sie in einigen Wochen Silberhochzeit feiert, war übrigens auch ein Landjugendlicher.

Und die Treue zur Landjugend scheint sich wie ein roter Faden durch die Generationen der Familie Weßling zu ziehen. Der 20-jährige Lukas und sein drei Jahre jüngerer Bruder Daniel sind ebenfalls Mitglied. Lukas erzählt, dass inzwischen Jugendliche aus allen Berufsgruppen der KLJB angehören, und man sei offen für alle Konfessionen. Gemeinsam die Freizeit gestalten, Spaß haben, Kontakte knüpfen – das steht nach wie vor im Fokus der KLJB. Auch wenn sich ihr Gesicht gewandelt hat.

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