Fr., 06.05.2011

Nordwalde SPD sieht viele offene Fragen

Nordwalde /Münster - Wie groß die Gefahr einer Verunreinigung des Grundwassers durch die unkonventionelle Gasförderung mit Hilfe des sogenannten „ Fracking “-Verfahrens ist, konnte auch eine Diskussions- und Informationsveranstaltung der münsterischen SPD-Ratsfraktion im Stadtweinhaus nicht abschließend klären: „Nach allem, was wir wissen“, sagte Prof. Dr. Josef Klostermann, Direktor des Geologischen Dienstes NRW, „ist die Deckschicht dicht“. Die Gefahr, dass mögliche Chemikalien ins Grundwasser sickerten, also gering. Allerdings gebe es zu wenige Untersuchungen, um dies vollkommen auszuschließen.

Auch die Gefahr von Erdbeben durch das Fracking sei gegeben. Dabei handele es sich allerdings um „Mikrobeben“, sagte Klostermann, die auch zu Rissen im Gestein führen könnten. Den zuständigen Behörden habe er empfohlen, Erdbebenmessstationen aufzustellen, um die Risse genau zu überwachen und sagen zu können: „Bis hierhin und nicht weiter.“ Klostermann: „Unser Dienst hat dafür zu sorgen, dass da nichts passiert.“

Befriedigend waren diese Aussagen nicht für die Anwesenden bei der Veranstaltung, die mit etwa 30 Personen recht spärlich und vor allem fast nur von Mitgliedern verschiedener Bürgerinitiativen und Parteien besucht war. Der Nordwalder Jörn Krüger griff Klostermann an und warf diesem vor, „immer nur im Konjunktiv zu reden“. Der Direktor des Geologischen Dienstes, ganz Wissenschaftler, verteidigte sich: „Es gibt eben zu wenige Informationen dafür, um klare Aussagen zu treffen.“ Beim kommenden Besuch des NRW-Wirtschaftsministers, versprach Klostermann, werde er diesen aber für die Probleme „sensibilisieren“.

Der münsterische SPD-Fraktionschef Wolfgang Heuer machte deutlich: „Sicherheit muss vor wirtschaftlichem Interesse stehen.“ Den Weg, wie ihn die vielen Interessengemeinschaften wie in Nordwalde mit ihrem Protest gingen, sei der richtige: „Auch Nordwaldes Bürgermeisterin hat noch im vergangenen Herbst ganz anders über die unkonventionelle Gasförderung geredet, als sie es heute noch einmal tun würde“, so Heuer.

Bereits in den Osterferien hatte sich die SPD-Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer mit Vertretern der „Initiative gegen Gasbohren“ (IGGG) getroffen. Arndt-Brauer teilt die Bedenken der Bürgerinitiative gegen das Fracking wegen der unbekannten Wirkungen auf das hiesige Grundwasser. Als „sehr unerfreulich“ empfindet sie die Tatsache, das vom Fracking betroffene Kommunen nicht in das Gasnutzungs-Verfahren eingebunden werden. Nach Recherchen in Berlin hält sie es für unrealistisch, dass das Bergrecht kurzfristig geändert wird. Wünschenswert wäre aus ihrer Sicht eine Umweltverträglichkeitsprüfung mit Beteiligung aller Betroffener, schreibt sie in ihrer Pressemitteilung.

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