Teilhabe statt Ausgrenzung

Di., 24.01.2012

  • Derzeit 5 von 5 Sternen.

Artikelbewertung

Neujahrsempfang in der Jubi: Evangelischer Kirchenkreis macht Inklusion zum Leitthema 2012

Teilhabe statt Ausgrenzung : Neujahrsempfang in der Jubi: Evangelischer Kirchenkreis macht Inklusion zum Leitthema 2012

Mahnte zur Inklusion: Joachim Anic­ker. Foto: Sigrid Terstegge

Nordwalde - 

Wer zu spät kam, wurde mit einem Stehplatz bestraft. Mit so vielen Gästen hatte wohl auch Joachim Anicker, Superintendent des Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken, nicht gerechnet. Zum Neujahrsempfang hatte er in die Evangelische Jugendbildungsstätte (Jubi) in Nordwalde eingeladen. Das Motto der Veranstaltung lautete „All inclusive – Inklusion in Kirche, Gesellschaft und Bildung“. Neben Bürgermeisterin Sonja Schemmann begrüßte Anicker auch die CDU-Bundestagsabgeordneten Dieter Jasper und Karl Schiewerling, Landtagsmitglied Elisabeth Veldhues (SPD) sowie den stellvertretenden Landrat des Kreises Steinfurt, Jürgen Coße.


Das Leitthema „Gerechtigkeit und Teilhabe“ hat sich der flächengrößte Kirchenkreis Westfalens für dieses Jahr auf die Fahnen geschrieben. Der Neujahrsempfang war somit gleichzeitig Auftakt zu zahlreichen Veranstaltungen und Angeboten, die sich diesem Thema widmen werden.

Google-Anzeigen

Seit der Inklusionsansatz 2008 Eingang in die UN-Konvention „Über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“ fand, werde der Umgang mit Vielfältigkeit und Unterschieden inner- wie außerhalb des Bildungssystems diskutiert, sagte Anic­­ker. In der Reisebranche habe „all inclusive“ einen guten Klang, da alles für einen kalkulierbaren Preis angeboten werde. „Auch in Kindergärten, Schulen und anderen Einrichtungen ist die Inklusion bereits angekommen“, so Anicker. Das Zulassen von Schwäche könne aber Stärke sein, wenn diese Schwäche fachmännisch begleitet werde. Wenn diese Begleitung – etwa aus Kostengründen – fehlt, dann wird nach Ansicht des Superintendenten die Inklusion zur Ausgrenzung. Bezogen auf die Teilhabe von Menschen am gesellschaftlichen Leben und an Bildungsprozessen ist nach Anickers Ansicht die entscheidende Frage: „Kommen da alle auf ihre Kosten?“ Die notwendige Individualförderung vor Ort dürfe nicht dem Zufall überlassen werden.

Dafür stehen auch Kirchenkreis und Jubi. Unter ihrem Dach bündeln sie unter anderem zahlreiche Angebote, Freizeit- und Lernmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen.

In der anschließenden Diskussion berichteten Menschen mit Behinderungen, Eltern, Pädagogen und Amtsträger von ihren Erfahrungen mit der Inklusion im Alltag und stellten sich den Fragen der Gäste.

Für die musikalische Untermalung des Empfangs und der vielen Gespräche sorgte die Marimba-Band der Hauptschule am Bagno in Burgsteinfurt.


Wie bewerten Sie diesen Artikel?

Vielen Dank für Ihre Bewertung.

Nur eine Abstimmung möglich!

Ihre Bewertung wurde geändert.

  • Derzeit 5 von 5 Sternen.
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Bewertung: 5/5

1 Stern = überhaupt nicht gut; 5 Sterne = hervorragend

Artikel



 

WN-Jobs Anzeigen

Ihr Jobportal für unbefristete und befristete Stellenangebote aus dem Münsterland

    WN-Aktionen

    Immer mehr drin
    Exklusive Angebote für WN-Kunden - wie funktioniert das? mehr...
    Anzeige