„Zweistaatenlösung“ problematisch

So., 22.01.2012

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Ehemaliger BND-Chef Dr. August Hanning referiert über die Probleme Israels

„Zweistaatenlösung“ problematisch : Ehemaliger BND-Chef Dr. August Hanning referiert über die Probleme Israels

Dr. August Hanning, ehemaliger Chef des Bundesnachrichtendienstes sprach im Pfarrzentrum von St. Dionysius über die Lage in Israel. Foto: rur

Nordwalde - 

Im brisanten Geheim- und Nachrichtendienst war er viele Jahre an höchster staatlicher Stelle verantwortlich. Seit 2009 ist er im „Unruhestand“ und berichtete am Freitagabend in einer Informationsreihe des Katholischen Bildungswerkes über Israel. „Von einem faszinierenden Land im Dauerkonflikt“, sprach Dr. August Hanning im fast voll besetzten Pfarrzentrum St. Dionysius und nahm die Besucher mit auf eine politische Reise durch die „Geschichte, Probleme und Zukunft Israels“.


Eine baldige Friedenslösung beurteilt er skeptisch, aber den besorgten Israel-Touristen konnte er beruhigen: Die bestehenden hohen Sicherheitsvorkehrungen machen eine Reise nach Israel und besonders Jerusalem recht sicher.

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Der in Nordwalde geborene ehemalige Chef des Bundesnachrichtendienstes (BND) und pensionierte Staatssekretär im Bundesinnenministerium sprach über die Entwicklung, militärische Macht und schwierige geografische Lage eines heute im Gegensatz zu den arabischen Nachbarstaaten modernen Landes westlichen Standards. Er berichtete von latenten Krisenherden wie den Konflikten mit der Hisbollah im Libanon und dem immer wieder aufflammenden Streit in besetzten Gebieten. „Israelische Siedlungen durchziehen das Westjordanland wie ein Netz“, erklärte Hanning eine der Ursachen für die Konflikte mit den Palästinänsern.

Der Flüchtlingsstrom ins Heilige Land, dem israelischen Kernland, und eine Zunahme der arabischen Minderheit gegenüber der jüdischen Bevölkerung sorgte Israel ebenso wie die nukleare Bedrohung durch den Iran. Hanning hofft, dass die gemäßigten Kräfte die Oberhand behalten und einen „möglichen israelischen Präventivschlag“ verhindern. Der „Arabische Frühling“ mit den Befreiungskämpfen in Ägypten und Syrien sei nicht unbedingt eine „gute Nachricht“ für Israel gewesen, denn veränderte Machtstrukturen könnten zu weiteren Spannungen in den Grenzgebieten führen.

August Hanning berichtete im St.-Dionysius-Pfarrzentrum informativ und spannend aus einem großen Erfahrungsschatz über Konflikte und Friedensbemühungen vor dem Hintergrund politischer, religiöser und kultureller Unterschiede.

Er sprach von Jerusalem als Zentrum der Weltreligionen, die von Christen, Juden und Muslimen als heilige Stadt angesehen werde. „Insgesamt sieht sich Israel als Vorposten der westlichen Welt und daraus resultiert eine harte Haltung“, schloss Hanning und hält Friedensvorschläge wie eine „Zweistaatenlösung“ für sehr problematisch.


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