Mo., 26.01.2015

Neujahrsempfang in der Jubi „Keine Ausgrenzung im Namen Christi“

Zum Neujahrsempfang lädt der evangelische Kirchenkreis traditionell haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter, Freunde und Gönner in die

Zum Neujahrsempfang lädt der evangelische Kirchenkreis traditionell haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter, Freunde und Gönner in die Foto: Elvira Meisel-Kemper

Nordwalde - 

„Reformation. Bild und Bibel“ lautet 2015 das Motto der Evangelischen Kirche. Ganz im Zeichen dieses Themas stand der Neujahrsempfang des Evangelischen Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken in der Evangelischen Jugendbildungsstätte (Jubi). Erstmals begleitete jazzige Musik des ganz neu formierten Trios mit Frank Piochowiak (Gitarre), Hans-Jürgen Heuck (Saxophon) und Leonhard Stumpf (Percussion/Cajun) den Empfang.

Von Elvira Meisel-Kemper

Anicker setzte sich in seinem Impulsreferat mit der Macht der inneren Bilder auseinander. „Unbekannte Situationen machen Angst, unbekannte Kulturen, Menschen, Geräusche ebenso. Angst und Abwehr entstehen durch vermutete Erfahrung. Sie werden kleiner durch persönliche Begegnung“, sagte Anicker und schlug damit den Bogen zu den aktuellen islamkritischen Demonstrationen in Dresden und anderswo. Pegida-Anhänger hätten meist keine Anbindung an die christliche Kirche.

„Protestierer für das angeblich christliche Abendland erwecken den Eindruck, als wäre Jesus im Ruhrgebiet geboren. Jesu Wiege stand dort, von wo Menschen heute zu uns flüchten“, gab Anicker zu bedenken. Deshalb bat er um „Schulterschluss mit Muslimen“, denn schließlich lebten allein in Steinfurt Menschen aus 107 Nationen zusammen. „Das Christentum war von Anfang an eine internationale Weltgemeinschaft. In Christi Namen kann es keine Ausgrenzung geben. Deshalb müssen wir an unseren inneren Bildern arbeiten“, mahnte Anicker seine Zuhörer.

Die Vorstellung des neuen Leiters der Jubi , Bernd Hillebrand , der erstmal für zwei Jahre gekommen ist, fiel ein wenig zu knapp aus. Die ungewisse Zukunft der Einrichtung (die Wn berichteten) war hingegen gar kein Thema.

Elisabeth Schulze ten Berge, ehemals katholische Religionslehrerin, zeigte an Beispielen, wie im Laufe der Jahrhunderte mit bildlichen Darstellungen im Christentum umgegangen wurde. Im Mittelalter dienten Bilder dazu, um der Bevölkerung, die überwiegend nicht lesen und schreiben konnten, Glaubensinhalte zu vermitteln. Die Darstellung von Gottvater als alter Mann übernahmen die Christen von den Griechen, die den Gott Zeus so darstellten. Die Bilderfeindlichkeit der Zwinglianer und Calvinisten habe in den Wirren der Reformation zu Bilderstürmen geführt. „Luther duldete Bilder“, deutete ten Berge die bilderfreundliche Seite des Protestantismus an.

Dr. Reinhold Hemker, Pfarrer i.R., brachte den Zuhörern das Bibelfliesen-Projekt nahe, das sein Amtskollege Kurt Perrey aus Norden in Ostfriesland vor drei Jahren ins Münsterland mitgebracht hatte. Im Alten Rathaus in Burgsteinfurt konnte eine Dauerausstellung eingerichtet werden. „Mehr als 1000 Besucher haben bereits die Ausstellung gesehen“, freute sich Hemker. Zusammen mit der Evangelischen Kirchengemeinde Burgsteinfurt und dem Steinfurter Stadtmuseum wird ein Modellprogramm angeboten, das Stadtführung und Bibelfliesen in Burgsteinfurt verbindet.

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