Di., 03.11.2015

1607 Euro Schulden pro Kopf Verkauf von Baugrund soll Entlastung bringen

Nordwalde - 

Pro Kopf ist Nordwalde aktuell mit 1607 Euro verschuldet. Diese Zahl nannte Bürgermeisterin Sonja Schemmann in der jüngsten Ratssitzung auf Anfrage der UWG. Ist das jetzt viel oder wenig? Schemmann lieferte Vergleichszahlen und blickte dabei quasi über den Gartenzaun. So liege die Pro-Kopf-Verschuldung in Greven bei 2651 Euro. Landesweit sieht es demnach noch deutlich schlimmer aus: Im Schnitt stünden die NRW-Kommunen mit 4426 Euro pro Nase in den Miesen.

Von Michael Schwakenberg

In der Ratssitzung hatte sich Schemmann einer Bewertung der Nordwalder Pro-Kopf-Verschuldung enthalten. Auf Nachfrage der WN, ob ihr besagte 1607 Euro Sorgen bereiten, meinte Schemmann gestern: „Nur die Kassenkredite in Höhe von sechs Millionen Euro, die anders als die Investitionskredite nicht mit Vermögen hinterlegt sind.“ Entlastung erhofft sich die Bürgermeisterin vom Verkauf der Grundstücke im neuen Baugebiet auf dem alten Sportplatz: „Dadurch erwarten wir in den nächsten Jahren einen deutlichen Zufluss an liquiden Mitteln.“ Im ersten Bauabschnitt seien bereits knapp 30 der 40 Bauplätze verkauft. Der zweite Bauabschnitt solle nach Möglichkeit schon im kommenden Jahr in Angriff genommen werden.

Bei der Haushaltseinbringung hatte Schemmann die Ambitionen bekräftigt, spätestens 2020 wieder einen ausgeglichenen Haushalt aufstellen zu können, wohlwissend, dass die Gemeinde es nicht allein in der Hand hat: „Man weiß nie, was kommt.“

In der Tat: So hat Nordwalde das Jahr 2014 überraschend mit einem Plus von 400 000 Euro abgeschlossen – und konnte mit diesem Betrag die quasi nicht mehr vorhandene Ausgleichsrücklage auffüllen. Ganz anders sieht es in diesem Jahr aus. Unter anderem wegen der Kosten für die Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge zeichnet sich ein sattes Minus in Höhe von 1,4 Millionen Euro ab. „Bislang“, so Schemmann, „hat das Land noch keine Bundesmittel an uns weitergereicht.“ Sie wisse nicht einmal, womit sie rechnen könne.

► Der Entwurf der Haushaltssatzung mit Haushaltsplan und Anlagen liegt bis zur Beschlussfassung am 15. Dezember zur Einsichtnahme im Rathaus (Zimmer 21) aus. Etwaige Einwendungen sind bis zum 30. November möglich.

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