Arbeitsmarkt
Chance wahrnehmen

Nordwalde -

Mit Chancen zur Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt beschäftigten sich die Teilnehmer des 15. Nordwalder Wirtschaftsforums.

Donnerstag, 10.11.2016, 19:11 Uhr

Nahmen am Wirtschaftsforum teil (v.l.): Dr. Klaus Effing, Lena Bröder, Öulem Reddig, Sonja Schemmann, Dr. Michael Oelk und Ralf Nadicksbernd. Zahlreiche Gäste waren der Einladung der Werbegemeinschaft gefolgt.
Nahmen am Wirtschaftsforum teil (v.l.): Dr. Klaus Effing, Lena Bröder, Öulem Reddig, Sonja Schemmann, Dr. Michael Oelk und Ralf Nadicksbernd. Zahlreiche Gäste waren der Einladung der Werbegemeinschaft gefolgt. Foto: sun

Unter dem Motto „Herausforderungen, Chancen und Grenzen der Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt“ stand das 15. Nordwalder Wirtschaftsforum , zu dem der Vorsitzende der Werbegemeinschaft Ralf Nadicksbernd und Bürgermeisterin Sonja Schemmann zahlreiche Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung begrüßten. In den Mittelpunkt des Themas stellten Referent Dr. Michael Oelk , Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Coesfeld , und die Assessorin Öulem Reddig unternehmerische und rechtliche Aspekte.

Doch zuerst gab es Zahlen und Fakten zur aktuellen Situation im Kreis Steinfurt . Landrat Dr. Klaus Effing ging unter anderem auf die Arbeitslosenquote (4,5 Prozent), den demografischen Wandel und den Fachkräftemangel im Handwerksbereich ein. 7500 geflüchtete Menschen seien derzeit in den Kommunen des Kreises untergebracht.

Gehe man davon aus, dass in den nächsten 20 Jahren 24 Millionen Menschen den Arbeitsmarkt verlassen und nur 15 Millionen eintreten, dann sei die Belastung des Sozialsystems immens. „Unter diesem Aspekt birgt die Integration von Flüchtlingen eine Perspektive“, so Michael Oelk. Der Realismus dürfe allerdings nicht aus den Augen verloren werden. Nach Ansicht von Oelk ist die Integration in den Arbeitsmarkt eine Herausforderung für beide Seiten, die nur dann gelingen könne, wenn sich alle Beteiligten aufeinander einlassen. Für den Unternehmer gelte es, zum einen Gesetze einzuhalten, aber auch deutsche Standards zu vermitteln. Dazu gehören Themen wie die Arbeitssicherheit, unterschiedliche Standards in der Berufsausbildung oder fehlendes Wissen über das deutsche Ausbildungssystem. Nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt könne es nur dann geben, wenn zum einen die deutsche Sprache beherrscht wird, eine adäquate Ausbildung erfolgt und sowohl Missverständnisse als auch Erwartungen aufgrund kultureller Gewohnheiten erst gar nicht entstehen.

Zu diesen Gesichtspunkten, aber auch zu Förderprogrammen und juristischen Aspekten, gibt es bei der IHK, den Handwerkskammern und Innungen Unterstützung. Möchten Unternehmer einen Flüchtling einstellen, sei darauf zu achten, welchen Status dieser habe. Anerkannte und subsidiär Geschützte verfügen zum Beispiel über eine Aufenthaltserlaubnis und stehen dem Arbeitsmarkt uneingeschränkt zur Verfügung.

Asylsuchende und Geduldete benötigen dagegen eine Genehmigung der Ausländerbehörde und erhalten unter Mithilfe der Bundesagentur für Arbeit nach drei Monaten einen Arbeitsmarktzugang. Beginnen sie eine Ausbildung, hat dieser Personenkreis ein dreijähriges Bleiberecht und darf noch weitere zwei Jahre im Ausbildungsberuf arbeiten. „Nutzen Sie für eine gelungene Integration die Informations- und Fördermöglichkeiten“, richteten Oelk und Redding einen Appell an die Unternehmer, die sich anschließend mit der Nordwalderin und aktuellen Miss Germany Lena Bröder über die Marke „Miss Germany“ austauschten.

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