Mo., 16.01.2017

Konzert Neue Maßstäbe gesetzt

Das Barockorchester bildete das spielfreudige Fundament für den Chor und die Solisten. Zusammen bescherten sie Nordwaldes Konzertlandschaft ein neues Highlight.

Das Barockorchester bildete das spielfreudige Fundament für den Chor und die Solisten. Zusammen bescherten sie Nordwaldes Konzertlandschaft ein neues Highlight. Foto: Martin Fahlbusch

Nordwalde - 

Thorsten Schlepphorst macht Nordwalde mehr und mehr zur Klassik-Kommune. Mit dem prächtigen Konzert des gesamten Messias von Georg Friedrich Händel erreichte der Kirchenmusiker einen neuen Level. Der Zuspruch war dementsprechend.

Von Martin Fahlbusch

Nein, Georg Friedrich Händels großes Oratorium „Der Messias “ besteht nicht nur aus dem trompetenstrahlenden „Halleluja“, dem allseits bekannten Schlusschor des zweiten Teils, in dem nach der Passionsgeschichte auch die Himmelfahrt Jesu musikalisch erzählt wird. Das prächtige Gesamtwerk ist eine vielschichtige Darstellung der Verheißung, des Lebens, des Leidens und der Verherrlichung Jesu Christi, die Georg Friedrich Händel nach Bibelworten so düster, zögernd und farbig vertont hat, dass daraus das musikalische Abbild „des von Gott Gesalbten“ (Messias) durch den Komponisten schlüssig vorgeführt wird.

Diese künstlerische Herkulesaufgabe stemmte der über Nordwalde hinaus bekannte Chor „venestra musica“, die Solisten Magdalene Harer (Sopran) Alexander Schneider (Alt), Vincent E. Lesage (Tenor), Matthias Lutze (Bass) und das Barockorchester „Solamente Naturali“ unter der Gesamtleitung von Thorsten Schlepphorst am späten Sonntagnachmittag in der St.-Dionysius-Kirche in Nordwalde mit Bravour. Gut, der umsichtig und stets unaufgeregte Dirigent konnte sich auf ein Solistenensemble verlassen, das als „ensemble polyharmonique“ unter dem Countertenor Alexander Schneider viele Meriten in der Oratorien- und historisch orientierten Gesangsaufführung durch präzise Stimmführung und engagierte Textdeutung erworben hat. Zudem bildete das für den gesamten Klangeindruck nicht überbesetzte Orchester „Solamente Naturali“ ein mehr als solides und immer spielfreudiges Fundament.

So konnte man neben diesen beiden Säulen der Aufführung am Sonntag vor allen Dingen die Leistung des Chores würdigen, der es in seiner 22-köpfigen Besetzung durch angenehme Durchhörbarkeit und sichere Führung in den einzelnen Stimmlagen unter einem exakten Dirigat von Thorsten Schlepphorst mit den erwähnten „Profis“ wunderbar musikalisch aufnehmen konnte.

Da mag man als Beleg den Chorpart „Worthy is the Lamb…“ in der englisch gesungenen Fassung von 1743 nehmen. Nach der anrührenden Altus-Arie „If God be for us…“, die sich im Duett mit der Solovioline präsentiert, muss sich „venestra musica“ anschließend erneut gegenüber einem deutlich im Tutti agierenden Orchester (wieder mit Naturtrompeten und Pauke) gesanglich sicher und verständlich und in den einzelnen Stimmlagen klar heraushörbar behaupten. Auch das gelang vorzüglich. Immerhin hatten Chorsänger, Solisten, Orchester und Dirigent mit kleinen Verschnauf- und Dehnpausen da schon über 160 Minuten Händel bestens bewältigt.

Auch die Entscheidung, das Solisten-Quartett bis auf die Einzel-Arien sozusagen im Chor Platz nehmen zu lassen, war eine gute, denn die Solisten befeuerten und unterstützten das engagierte Kollektiv mit Hingabe.

Und so bedachten die gut 400 ausdauernd zuhörenden Konzertbesucher diese bemerkenswerte Gesamtleistung mit heftigstem Beifall, der gleich zwei Zugaben herausforderte.

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