Sa., 18.03.2017

Bernhard Wissing hat ein Modell als Vorschlag für das neue Bürgerzentrum gebaut Er hat da mal was vorbereitet

So könnte es aussehen: Bernhard Wissing hat seine Vorstellung von einem neuen Bürgerzentrum im kleinen Maßstab umgesetzt.

So könnte es aussehen: Bernhard Wissing hat seine Vorstellung von einem neuen Bürgerzentrum im kleinen Maßstab umgesetzt. Foto: Pjer Biederstädt

Nordwalde - 

Eine Weile steht es nun schon da im Sitzungssaal des Rathauses. Und die Frage ist immer die gleiche: Sieht so das neue Bürgerzentrum aus? Bernhard Wissing hat in der Zeitung gelesen, dass sich Bürgermeisterin Sonja Schemmann über Anregungen für den geplanten Neubau freuen würde. Damit hat sie aber ganz sicher nicht gerechnet: Der pensionierte Maurerpolier hat mit viel Akribie und Liebe zum Detail gleich ein ganzes Modell gebaut. Fertig zur sofortigen Umsetzung, versteht sich.

Von Pjer Biederstädt

„Das kann man so bauen. Es würde der Gemeinde Geld bei den Planungen sparen“, sagt Bernhard Wissing. Auf den ersten Blick scheint der 70-Jährige an alles gedacht zu haben. Kabelschächte, Notausgänge, Behinderten-WC – man merkt, dass da einer vom Fach am Werke war. Im Maßstab von 1:25 hat er sogar die tragenden Wände mit dickerem Schaumstoff, sogenannten Wedi-Platten, eingezogen. Auch an die Unterkellerung für die Liftvertiefung hat der Nordwalder gedacht. Im Erdgeschoss ist die Anmeldung untergebracht, gleich neben dem barrierefreien Aufgang. Im ersten Stock befindet sich der ovale Sitzungssaal sowie das Bürgermeisterinnenzimmer. Darüber hat die Teeküche ihren Platz. Auf allen Stockwerken gibt es reichlich Büros, unter der Firsthaube mit den Dachfenstern genug Lagerraum.

Fotostrecke: Modellvorschlag fürs Bürgerzentrum

Vier volle Tage hat Bernhard Wissing in seiner Garage an dem Projekt getüftelt. Angefangen hatte er mit Zeichnungen, dann entstand das Modell. „Ohne Zeichnung fange ich gar nicht erst an zu arbeiten. Das muss ja Hand und Fuß haben“, sagt Bernhard Wissing. Das hat er immer so gemacht, 30 Jahre lang als Maurerpolier in Emsdetten. Bei näherer Betrachtung des kleinen Kunstwerkes sieht man, dass jedes Fenster, jede Tür und jede Wand mit Längenangaben beschriftet ist. Überall kleben kleine Zettelchen, die wohl jedes Architektenherz höher schlagen lassen. „Solarzellen, Photovoltaik, Fußbodenheizung muss natürlich alles rein. Das ist ja heute Standard“, sagt der Bau-Enthusiast in aller Selbstverständlichkeit.

Doch wie wahrscheinlich ist es, dass aus der Bastelei in der Garage das neue Bürgerzentrum wird? „Wer weiß, vielleicht kann man Elemente daraus übernehmen“, sagt Sonja Schemmann vorsichtig. Das Bürgerzentrum ist ja noch nicht einmal ausgeschrieben, der Weg bis zum neuen Gebäude im Herzen des Ortes ist lang. „In jedem Fall möchte ich mich aber bei Bernhard Wissing für sein tolles Engagement ganz herzlich bedanken“, betont die Bürgermeisterin, ohne sein Modell damit aufs Abstellgleis zu stellen. Denn vielleicht findet sich am Ende doch die Handschrift von Bernhard Wissing im Ortskern wieder. „Ich hätte nichts dagegen. Wenn mein Vorschlag realisiert wird, dann übernehme ich sogar noch einmal die Bauleitung“, verspricht Bernhard Wissing.

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