Mo., 20.03.2017

500 Jahre Reformation Luther auf katholisch

Der evangelische Pfarrer Ulf Schlien brachte der Katholischen Arbeitnehmerbewegung den theologischen Urheber der Reformation, Martin Luther, mit einem Vortrag näher.

Der evangelische Pfarrer Ulf Schlien brachte der Katholischen Arbeitnehmerbewegung den theologischen Urheber der Reformation, Martin Luther, mit einem Vortrag näher. Foto: Sigrid Terstegge

Nordwalde - 

Die Reformation jährt sich zum 500. Mal. Pfarrer Schlien hielt während der Mitgliederversammlung der KAB einen Vortrag über Luther. Und legte den Schwerpunkt auf die katholischen Aspekte.

Von Sigrid Terstegge

Einen spannenden Vortrag hörten die Mitglieder der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) während ihrer Mitgliederversammlung im Augustinushaus. „500 Jahre Reformation“ lautete das Thema. „ Martin Luther hätte sich selber als guten Katholiken bezeichnet“, betonte Referent Pfarrer Ulf Schlien. Er stellte Luther in den geschichtlichen und religiösen Zusammenhang der damaligen Zeit.

Gemälde zeigen Luther mal als etwas hageren Mann und dann auch wieder als wohlgenährten Genussmenschen. Schlien hatte zwei Beispiele dabei. „War er ein energiegeladener Mann der etwas anstoßen wollte, oder wollte er nur zum Gespräch einladen?“, fragte Schlien. War die Kirche damals wohlgeordnet oder eher festgefahren? Änderungsversuche habe es bereits viel früher gegeben, sagte Schlien.

Luther verteidigte sogar den Papst

Luther ist katholisch sozialisiert gewesen, auch wenn sein Vater ein sogenannter Pfaffenhasser gewesen sei. Allerdings war ihm die Bildung seines Sohnes wichtig. Jurist hätte er werden sollen. Doch während eines Unwetters auf Reisen gelobte Luther, er würde ins Kloster gehen, sollte er das überleben. An das Gelübde hat er sich gehalten.

Es kam im Jahr 1517 zum Anschlag der 95 Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg, weil Luther die Methode, mit der der Dominikanermönch Johann Tetzel für seine Ablassbriefe warb, zutiefst zuwider war, schilderte Schlien. „Heute würde man das wohl aggressives Marketing nennen“, so sein Vergleich. Auf jeden Fall könne man aus der Einleitung der Thesen erkennen, dass Luther eigentlich nur zu einem Diskurs einladen wollte und sogar den Papst verteidigte. „Da besteht Gesprächsbedarf, hätte bestimmt der Papst gesagt, habe Luther gemeint“, erklärte Schlien. Womit Luther nicht gerechnet hatte – durch Gutenbergs Buchdruckkunst verbreitete sich nun alle Information schnell und weiträumig.

Grundstein für die deutsche Sprache

Für ihn waren nicht Papst und Kirche die letzte Instanz, sondern das Wort der Bibel. „Sakramente wirken nicht durch den zeremoniellen Ablauf, sondern durch den Glauben daran“, erläuterte Schlien. „Hoc est corpus meum“ heißt es bei der Wandlung – „hier ist mein Körper“. Für die Menschen damals wirkte das alles wie Zauberei. Sie verstanden so etwas wie „Hokus Pokus“. „Das wird heute noch bei Zaubervorstellungen benutzt“, ergänzte Schlien mit einem Schmunzeln.

Luther machte sich während seiner Zeit als Junker in der Wartburg daran, die Liturgie und die Lieder ins Deutsche zu übersetzen. Er wollte, dass die Menschen verstehen konnten, was in der Kirche geschah. So legte er den Grundstein für eine gemeinsame deutsche Sprache. „Eine Trennung hat Luther nicht gewollt, wohl aber eine Veränderung“, unterstrich Schlien. Seinen auf die katholischen Aspekte ausgerichteten Vortrag beklatschte die KAB ausgiebig und führte ihre Mitgliederversammlung fort (siehe Infokasten).

KAB-Versammlung: Wahlen und Ehrungen

Für 40 Jahre Mitgliedschaft in der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) wurden Maria Kötters sowie Hedwig und Heinz Schülkens geehrt. 50 Jahre sind Manfred Nerlich, Alwine Unewisse, Ingeborg Zumdick, Annegret und Rudi Menke dabei.

Im Zuge der Vorstandswahlen wurde Ingrid Wellen-Hummer als Kassiererin wiedergewählt. Werner Böckenfeld behält seinen Beisitzer-Posten. Zweiter Vorsitzender ist nach wie vor Klaus Dömer, der Erste Vorsitzende heißt für die nächsten zwei Jahre Richard Münning. Alle wurden einstimmig gewählt.

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