Do., 04.02.2016

Haus Drüen wird zum Saloon Landfrauen an der langen Leine

Das Programm gestalteten die Mitglieder größtenteils selbst: Die Gruppe „Duck Stop“ und Moni Cremann als „Heti ut de Wöst“ machten den Auftakt.

Das Programm gestalteten die Mitglieder größtenteils selbst: Die Gruppe „Duck Stop“ und Moni Cremann als „Heti ut de Wöst“ machten den Auftakt. Foto: Michael Schwakenberg

Nordwalde - 

Wenn man die Landfrauen an Altweiber an der langen Leine lässt, dann bleibt zwar zu Hause die Küche kalt, aber im Haus Drüen geht es dafür um so heißer her. Sind dann noch Cowboys und Indianer das Thema, holen die Frauen ihrerseits das Lasso raus und lassen es ordentlich krachen. So geschehen gestern Morgen, Mittag und Nachmittag. 145 Frauen, die meisten als Westernhelden oder Indianermädels verkleidet, genossen den Tag in der fast männerfreien Zone. Und da war nichts, was sie vorzeitig aus dem Saloon an der Emsdettener Straße nach Hause zog.

Von Michael Schwakenberg

Was mit einem üppigen Sektfrühstück begann, steigerte sich im Laufe des Tages immer weiter. Als erstes stürmten die Damen von „Duck Stop“ die Bühne, um im Stile von „Truck Stop“ eine Hymne auf die Heimat zum Besten zu geben. Wer hätte das gedacht: „Der wilde, wilde Westen fängt gleich hinter Suttorf an . . .“

Irgendwie müssen die wilden Zeiten an „Heti ut de Wöst“ völlig vorbeigegangen sein. Moni Cremann stieg als „Unschuld vom Lande“ in die Bütt, die nach Omas mahnenden Worten nur eine Sorge hat: ihre Unschuld zu verlieren. Aber wie soll man nur auf sie aufpassen, wenn man doch gar nicht weiß, was sich dahinter verbirgt? Omas vielsagender Hinweis („Wenn`se verloren häs, dann weeste, watt dat is.“) helfen da auch nicht weiter. Nach einigen Stationen will sie ihre Unschuld schlussendlich dem Pastor anvertrauen, der in dieser Beziehung allein schon von Amts wegen keinen Spaß versteht. . .

Nicht weniger spaßig: dass Frauen nie das Richtige zum Anziehen haben, selbst wenn der Schrank noch so voll hängt. Agnes Große Lanwehr bediente dieses (Vor-)Urteil als Jeck, der mit jedem Kostüm aneckte. „Als Matrose, das ging mächtig in die Hose. Als Dokter mit Kittel und Spritze, das gab nur schmutzige Witze. Und als Frankenstein, das brachte mir ´nen Krankenschein ein.“ Kleiner Trost: Am Ende stimmte wenigstens der Applaus.

Mit Lily Tinkloh in der Bütt, einer Tanzformation aus den eigenen Reihen und Lara-Joy als „Kind des Grauens“ setzte sich der Reigen vor. Zum Finale präsentierte Angelika Scholz als China-Import mit Altenberger Wurzeln Tim Toupets Entensong: „Tote Enten sollten nicht verwesen, tote Enten bringt man besser zum Chinesen.“

Apropos Essen: In weiser Voraussicht, dass dieses ein langer Tag werden würde, hatte Landfrauen-Vorsitzende Silke Schmitz ihren Lieben daheim vor dem Verlassen des Hauses noch schnell eine praktische Botschaft hinterlassen: „Übrigens, das Mittagessen steht . . . im Kochbuch auf Seite 124.“

Leserkommentare

Wie bewerten Sie diesen Artikel?

Vielen Dank für Ihre Bewertung.

Nur eine Abstimmung möglich!

Ihre Bewertung wurde geändert.

  • Derzeit 0 von 5 Sternen.
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Bewertung: 0/5

1 Stern = überhaupt nicht gut; 5 Sterne = hervorragend

Google-Anzeigen

immomarkt.ms Anzeigen

Wohnungen, Häuser, Grundstücke und gewerbliche Immobilien aus Ihrer Region

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3784257?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F181%2F