Fr., 12.02.2016

Flüchtlingsunterkunft endlich fertig Ein Stück Geborgenheit

Nicht nur für Bürgermeisterin Sonja Schemmann war der Tisch in der neuen Asylunterkunft am Bispinghof (kl. Bild) gedeckt. Alle Besucher waren eingeladen, sich zu erfrischen und sich mit den Bewohnern zu unterhalten.

Nicht nur für Bürgermeisterin Sonja Schemmann war der Tisch in der neuen Asylunterkunft am Bispinghof (kl. Bild) gedeckt. Alle Besucher waren eingeladen, sich zu erfrischen und sich mit den Bewohnern zu unterhalten. Foto: Detlef Held

nordwalde - 

Was bietet eigentlich die neue Asylbewerberunterkunft am Bispinghof? Davon konnten sich am Donnerstag Nordwalder Bürger persönlich ein Bild machen.

Von Detlef Held

Sie haben sich Mühe gegeben, wollten als Gastgeber der Flüchtlingsunterkunft am Bispinghof nicht nur zeigen, wer sie sind, sondern auch, dass sie sich wohlfühlen in Nordwalde. Aus diesem Grund hatte die Asylbewerber den großen Tisch in der Gemeinschaftsküche der Unterkunft gedeckt, um den Nordwalder Bürgern zu zeigen, dass sie für die freundliche Aufnahme und Unterstützung dankbar sind.

Davon konnten sich am Donnerstagnachmittag zahlreiche Nordwalder Bürger überzeugen, die die Gelegenheit nutzten, das neue Domizil für Asylbewerber in Augenschein zu nehmen.

Empfangen wurden sie von Bürgermeister Sonja Schemmann und Ordnungsamtsleiterin Dagmar Hilgenbrink, die bereitwillig erklärten, warum man sich im politischen Raum für diese Lösung entschieden hatte. „Wir wollten vor allem nicht, dass wir unsere Turnhallen als Flüchtlingsunterkunft nutzen müssen“, betont die Bürgermeisterin die Nordwalder Lösung.

Ursprünglich sollte in dieser Unterkunft schon Anfang Januar Flüchtlinge einquartiert werden. Vor allem das Wetter, aber auch unvorhergesehene adminstratorische Probleme – beispielsweise Terminprobleme bei der Möblierung – verzögerten das Bauvorhaben. Kleine Arbeiten im Außenbereich werden im Frühjahr abgeschlossen. „Eine Einzäunung des Areals ist nicht geplant“, sagt Schemmann.

Auf je 108 Quadratmetern sind im jeden der beiden Niedrigenergiehäuser sechs Zweibettzimmer vorhanden. Es gibt ein moderne Sanitäranlage mit zwei Duschräumen und eine Gemeinschaftsküche. Insgesamt können zwölf Flüchtlinge je Haus Platz finden. „In der kommenden Woche wird der zweite Haus belegt, diesmal mit Familien“, erklärt Dagmar Hilgenbrink.

„Es ist komfortabler als ich dachte, sauber und schick“, fasste ein Besucherehepaar die Meinung der wohl meisten Besucher zusammen.

Viele waren überrascht, dass die hier schon wohnenden Asylbewerber – sie alle sind fünf Monate und länger schon in Nordwalde – der deutschen Sprache soweit mächtig sind, dass kleine Gespräche über ihre Herkunft, wie sie sich fühlen und was sie erhoffen, möglich waren.

Ich bin froh, hier untergekommen zu sein, auch wenn es etwas klein ist“, sagt Abdullah Hamit(26) der aus Syrien stammt. Das sieht auch sein Landsmann Allaa Abas (27) so, der sich richtig wohlfühlt, wie er sagt. Beide fuhren am gestrigen Freitag nach Bielefeld, wo sie über ihre Asylgründe befragt wurden. Sie hoffen, dass nach diesem Interview dann ihr Asylverfahren endlich beginnt. Abas ist gelernter Mechaniker, lernt eifrig deutsch, und möchte in Deutschland arbeiten. Hamit hofft, in Deutschland studieren zu können. Später möchte er nach Syrien zurück und beim Wiederaufbau helfen. „Das dauert noch lange“, sagen und lächeln. „Aber wir sind ja hier gut aufgehoben.“

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