Mo., 15.02.2016

Theater „Mondsuppe“ bringt Licht ins Dunkel der Heimat Töttchen zum Frühstück

Einen „Heimatabend“ zum Nachdenken inszenierte das Ensemble aus Münster in der Cafeteria des Altenzentrums.

Einen „Heimatabend“ zum Nachdenken inszenierte das Ensemble aus Münster in der Cafeteria des Altenzentrums. Foto: ter

Nordwalde - 

Was ist Heimat? Wie viel Heimat braucht der Mensch? Und hat der Begriff überhaupt eine Zukunft? Zwei Jahre lang hat sich das Theaterensemble „Mondsuppe“ mit genau diesem Thema beschäftigt. Entstanden ist ein Musik- und Textprogramm aus eigenen und literarischen Stücken – mit dem Titel „Heimatabend“. Genau den wollten sich rund 100 Zuschauer in der Cafeteria des St.-Augustinus-Altenzentrums nicht entgehen lassen. Und sie wollten noch mehr: dem Begriff Heimat gemeinsam mit den Schauspielern und Sängern auf den Grund gehen.

Von Sigrid Terstegge

Im ersten Stück kam eine Gruppe von AH‘s (Anonyme Heimatiker) zusammen. Einige befinden sich schon seit langen Jahren auf dem Weg in die Heimatlosigkeit. So leidet Erika unter dem Schwarz-Rot-Gold-Syndrom. Alles wird in diesen Farben angepinselt. Oder Heiner, der seit zehn Jahren versucht, nicht mehr morgens bereits typisch münsterländische Töttchen zum Frühstück zu essen. Mit intensiven Atemübungen wollen die AH‘s die Heimat von sich wegstoßen – und verlieren. Der Kursleiter flippt völlig aus und Heiner lädt Renate ein, die neu in der Gruppe ist, mit ihm Töttchen essen zu gehen.

Ob ein Integrationskursus für Außerirdische, die Rückkehr ins Westfalenland (frei nach Hölderlin) oder eine Schlagerrevue – das Thema Heimat beschäftigte an diesem Abend auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Mal kabarettistisch, mal poetisch und auch musikalisch betrachteten die Ensemblemitglieder den Begriff, den es so übrigens nur im Deutschen gibt. Wer versucht, das Wort in andere Sprachen zu übersetzen oder in anderen Sprachen nach einem adäquaten Begriff zu suchen, der wird schnell feststellen, dass von der sehr umfassenden Bedeutung wichtige Teile verloren, die jenseits des Geografischen auf der Gefühlsebene eines jedes Einzelnen anzusiedeln sind.

Dem Ensemble um Michael Mehlich und dem Nordwalder Bernd Beenen gelang es mitunter auf subtile Art und Weise, die Zuschauer dafür zu sensibilisieren, den eigenen ganz persönlichen Heimatbegriff zumindest zu hinterfragen.

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