Di., 01.03.2016

Kardinal-von-Galen-Gesamtschule mit 116 Anmeldungen Das Gros kommt von auswärts

Nach der Grundschule kehrt über die Hälfte der Nordwalder Kinder ihrer Heimat den Rücken. Nicht nur Karla Müsch-Nittel, Leiterin der Kardinal-von-Galen-Gesamtschule, stimmt das nachdenklich.

Nach der Grundschule kehrt über die Hälfte der Nordwalder Kinder ihrer Heimat den Rücken. Nicht nur Karla Müsch-Nittel, Leiterin der Kardinal-von-Galen-Gesamtschule, stimmt das nachdenklich. Foto: AP/pd

Nordwalde - 

Das darf man wohl eine Punktlandung nennen: Maximal 116 Schüler darf die Kardinal-von-Galen-Gesamtschule fürs kommende Schuljahr im fünften Jahrgang aufnehmen – und exakt 116 Anmeldungen liegen vor. Auf Nachfrage der WN erläuterte Schulleiterin Karla Müsch-Nittel, woher die künftigen KvG-Schüler kommen. Demnach wurden 31 Kinder aus Steinfurt angemeldet, 19 aus Emsdetten, 18 aus Altenberge und elf aus Greven.

Von Michael Schwakenberg

Aus Nordwalde selbst werden 33 Jungen und Mädchen von einer der beiden Grundschulen auf die Gesamtschule im eigenen Ort wechseln. Im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um etwa zehn Schüler. Diese Entwicklung stimmt Müsch-Nittel zumindest nachdenklich: „In den vergangenen Jahren war es uns noch gelungen, die Anzahl der Nordwalder Kinder zu steigern.“ Den aktuellen Rückgang kann sie sich nicht erklären. Womöglich genieße die Schule in den Nachbarkommunen einen besseren Ruf als in Nordwalde selbst.

Unter den 116 angemeldeten Kindern befinden sich acht sogenannte Inklusionskinder, die auf die vier Eingangsklassen verteilt werden und denen pro Woche jeweils nur zwei Stunden individuelle Betreuung durch eine Förderpädagogin zustehen. „Das ist keine einfache Situation“, weiß die Schulleiterin. Das gelte sowohl für die Kinder selbst als auch für die Klassen- und Fachlehrer. Besserung sei jedoch in Sicht, wenn zu den derzeit zwei Förderpädagoginnen im Sommer noch eine dritte Kraft hinzukomme. Das sei beantragt, aber nicht sicher.

Den aktuellen Anmeldezahlen kann Müsch-Nittel aber auch Positives abgewinnen. „Wir wussten, dass die Schülerzahlen rückläufig sind und haben trotzdem unser Ergebnis aus dem Vorjahr gehalten.“ Anderen Schulen in der Umgebung sei das nicht gelungen.

Dass von knapp 80 Viertklässlern in diesem Jahr nicht einmal die Hälfte auf die KvG-Schule wechselt, sorgt auch im Rathaus für Kopfschütteln. Fachbereichsleiterin Doris Böckenfeld: „Bei Gymnasialkindern kann ich`s ja noch verstehen. Aber warum Eltern ihre Kinder für eine Realschule in den Bus nach Greven oder Borghorst setzen, erschließt sich mir nicht.“ Das Phänomen sei nicht neu – und nur so zu erklären: „Das ist wie mit dem Propheten im eigenen Land. . .“ Auch Böckenfeld kommt zu der einen Erkenntnis: „Offensichtlich hat unsere Gesamtschule in den umliegenden Orten einen besseren Ruf als hier im Dorf.“

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