Fr., 24.11.2017

Digitalisierung Kein Gezwitscher aus dem Rathaus

Aus alt mach neu: IT-Administratorin Sandra Opallach hat viel Arbeit in die neue Homepage der Gemeinde (linker Bildschirm) investiert, die bis zum Ende des Jahres online gehen soll.

Aus alt mach neu: IT-Administratorin Sandra Opallach hat viel Arbeit in die neue Homepage der Gemeinde (linker Bildschirm) investiert, die bis zum Ende des Jahres online gehen soll. Foto: Pjer Biederstädt

Nordwalde - 

Altbacken, von vorgestern, unzeitgemäß: Die Homepage der Gemeinde ist starr und steif. Ein neuer Internetauftritt geht schon bald online – doch weiter geht der digitale Vorstoß nicht.

Von Pjer Biederstädt

Das Internet-Aushängeschild der Gemeinde ist reichlich angestaubt. Mit altbacken ist das Antlitz der Homepage noch wohlwollend beschrieben. Das wurde nun auch im Rathaus erkannt.

„Der neue Internetauftritt ist überfällig“, sagt Sandra Opallach. Sie muss es wissen. Schließlich ist sie die IT-Administratorin der Gemeinde. Drei Monate lang hat die 34-Jährige an dem neuen Design gearbeitet. Herausgekommen ist eine deutlich modernere Seite, die zum Ende des Jahres online gehen soll.

Optik ist nicht alles

Pull-Down-Menü, Themen-Kacheln, Pig-Picture-Bildergalerien – Nordwaldes Internetauftritt rückt deutlich näher an den Zeitgeist heran. „Das alte Layout war statisch, jetzt passt sich die Seite auch kleineren Bildschirmen von mobilen Geräten an“, erläutert Opallach.

Doch Optik ist nicht alles. Die neue Seite wird mit einem Content-Management-System – zu deutsch: Inhaltsverwaltungssystem – gefüttert. „Das ist deutlich leichter als mit dem alten System“, erklärt Doris Böckenfeld, Leiterin der Zentralen Dienste. Bislang konnten nur die IT-Fachleute Inhalte auf die Seite stellen, in Zukunft sollen alle Mitarbeiter selbst anpacken können.

Links die neue Homepage, rechts die alte.

Links die neue Homepage, rechts die alte. Foto: Pjer Biederstädt

„Und zwar ganz unabhängig vom technischen Verständnis des Einzelnen“, beschreibt Opallach die einfache Bedienung. Von den Gemeinde-Mitarbeitern wird künftig ein neuer Denkprozess eingefordert. „Wenn ein Sacharbeiter sich um eine Baustelle kümmert, muss er in Zukunft gleich an eine Information für die Homepage mitdenken“, beschreibt Böckenfeld das gewünschte Szenario.

Inhaltlich bleibt sich die Gemeinde treu. Die alten Kategorien sind auch auf der neu designten Page zu finden. Die 34-jährige IT-Fachfrau denkt derzeit über eine Vorschlagsfunktion vor: Bürger könnten auf der Seite Termine bekannt geben, die dann im Kalender eingesehen werden könnten.

Social Media wird links liegen gelassen

Welche Inhalte auf der Seite zu sehen sind und dass Nachrichten auch wirklich aktuell – was bisher nicht immer der Fall war – erscheinen, darum kümmern sich fortan in erster Linie Sandra Opallach, Doris Böckenfeld und Sabine Pelken.

So eine Homepage ist aber nicht alles, was möglich ist: Die Sozialen Medien wie Facebook, Twitter und ­Instagram lässt die Gemeinde links liegen. „Für einen Facebook-Account fehlen einfach die personellen Ressourcen“, sagt Doris Böckenfeld. Posten, pflegen, kommentieren – so etwas braucht viel Betreuung. „Und dann ist gar kein ­Account besser als ein halber“, fügt Sandra Opallach an.

WhatsApp-Gruppe für den Ort?

Neben ihr kümmert sich Peter Koszarek um die Gemeinde-IT. Seine Arbeitskraft teilt sich Nordwalde jedoch mit Horstmar. Somit arbeiten quasi eineinhalb Fachleute in einem Feld, dessen Bedeutung auch für Verwaltungen stetig wächst.

Nicht alles an der fehlenden Social-Media-Agenda ist jedoch den knappen Ressourcen geschuldet. „Twitter macht für die Gemeinde nicht so viel Sinn“, findet Opallch. Gezwitschert wird aus dem Rathaus in naher Zukunft also nicht. Man müsse auch schauen, was für mehr Nähe zu den Bürgern angeboten werden sollte und was leistbar ist, betont Böckenfeld.

Eine Idee hat Bürgermeisterin Sonja Schemmann neulich aufgeschnappt: Bei einem interkommunalen Treffen sah sie, dass Wettringen eine WhatsApp-Gruppe eingerichtet hat. Darin gibt die Gemeinde die wichtigsten Infos auf schnellem Wege weiter an die, die es wollen. „Das ist interessant“, findet Sonja Schemmann.

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