Osterkerzen-Basteln für den guten Zweck
Echte Handarbeit

Nordwalde -

Ehrenamtliche aus Nordwalde und Borghorst verkaufen jedes Jahr 500 Osterkerzen – jede einzelne ist ein Unikat. Denn die Osterkerzen stellt die Gruppe in unzähligen Arbeitsstunden selbst her. Mit den Einnahmen unterstützen die Ehrenamtliche eine Wallfahrt von Menschen mit und ohne Behinderungen.

Mittwoch, 14.02.2018, 17:02 Uhr

Die gebastelten Werke: Margret Viefhues (v.l.), Alfred Hille, Hildegard Laukötter und Magdalene Brockmann präsentieren die Osterkerzen. Aus 500 einfachen Kerzen haben Hille (kl. Bild) und Co. in mühsamer Handarbeit Osterkerzen gemacht, die nun verkauft werden.
Die gebastelten Werke: Margret Viefhues (v.l.), Alfred Hille, Hildegard Laukötter und Magdalene Brockmann präsentieren die Osterkerzen. Aus 500 einfachen Kerzen haben Hille (kl. Bild) und Co. in mühsamer Handarbeit Osterkerzen gemacht, die nun verkauft werden. Foto: Vera Szybalski

Alfred Hille greift zum Messer und fängt an, fein säuberlich zu schneiden. Mit scharfer Klinge immer an dem silbernen Kreuz entlang durch die Wachsplatte. Es dauert vielleicht eine Minute, dann ist das kleine rote Kreuz aus Wachs fertig. Eins geschafft, fehlen noch 499.

Zumindest so ungefähr. Um die 500 Osterkerzen bastelt die gut ein Dutzend große Gruppe aus Nordwalde und Borghorst jedes Jahr. In mühevoller Kleinstarbeit werden aus einfachen hellen Kerzen Osterkerzen, die anschließend verkauft werden. Mit den Einnahmen unterstützt die Ehrenamtlichen die Wallfahrt von 60 bis 80 Menschen mit und ohne Behinderung nach Werl, die dieses Jahr am 1. September stattfindet. Dafür muss ein Rollstuhlbus angemietet werden, die Fahrt soll aber auf keinen Fall teurer werden, sagt Hille: „Wir wollen den Preis halten.“

Das funktioniert dank des Osterkerzen-Verkaufs. Das Basteln hat mittlerweile Tradition. Vor 30 Jahren fing Helmut Harlemann mit wenigen Leuten damit an. Zehn Kerzen waren es vielleicht zu der Zeit. „Das hat ganz klein angefangen“, sagt Hille. Der Borghorster bastelt nicht nur fleißig die Osterkerzen, sondern verkauft sie auch in der Nikomedes-Gemeinde. Aber auch in Altenberge, Laer, Horstmar oder Wettringen findet die aus Ehrenamtlichen bestehende Bastelgruppe Abnehmer für die Kerzen.

Seit vier, fünf Jahren sind es nun schon gut 500 Stück, die vor Ostern gebastelt werden müssen. Bereits im Januar legen die Ehrenamtlichen damit los. Denn das Herstellen der Osterkerzen braucht seine Zeit. „Das ist nicht in fünf Minuten gemacht“, sagt Hille. Das überrascht nicht. Schließlich ist jede Kerze ein Unikat. „Das ist echte Handarbeit, das hat mich sofort fasziniert“, sagt Magdalene Brockmann .

Aus den einfachen Kerzen werden dann mit rotem und goldenem Wachs Osterkerzen. Die Arbeit für die Gruppe besteht aber nicht nur darin, das Kreuz, Alpha und Omega sowie die Jahreszahl auf die Kerzen zu kleben. Erst mal müssen die kleinen Elemente hergestellt werden. Also heißt es: Cuttermesser und Stempel in die Hand nehmen. Fünf Mal treffen sich die Nordwalder und Borghorster, einen großen Teil der Arbeit erledigen die Frauen und Männer aber Zuhause.

Mit dem Stempel in der Hand habe sie vor dem Fernseher gesessen und einige große Wachsplatten in viele kleine Zahlen verwandelt, erzählt Brockmann. Bei den gemeinsamen Treffen werden die einzelnen Elemente gesammelt und schließlich jede Kerze in ein Einzelstück verwandelt. Für die Herstellung der Osterkerzen ganz wichtig: Zum Ausstechen muss der Wachs kalt sein, zum Aufkleben warm.

Damit der Wachs anschließend nicht an der Plastikverpackung kleben bleibt, nutzt die Gruppe eine besondere Folie – aus der Fleischerei. Statt Wurst werden darin dann Osterkerzen eingepackt. Dass sie genügend Abnehmer für die Kerzen finden, darum müssen sich die Ehrenamtlichen nicht sorgen.

Eine Kundin habe gleich 20 Kerzen gekauft, erzählt Hille. Die Frau lieferte die passende Erklärung dazu: Bevor sie mit einem Blumenstrauß zum Kaffeetrinken gehe, könne sie doch besser eine Osterkerze mitbringen. Und zwar eine gesegnete. „Darauf legen natürlich vor allem Ältere viel Wert“, sagt Hille.

Die Gruppe bemüht sich, dass an Aschermittwoch immer alle Kerzen fertig sind. Das ist dieses Jahr nicht anders. Am Dienstag vorher kommen die Ehrenamtlichen deshalb zum letzten Treffen zusammen. Pfarrer Ulrich Schulte Eistrup segnet die Osterkerzen. Dann wird bei Familie Viefhues zu Abend gegessen. Das gemeinsame Essen haben sich die Ehrenamtlichen nach den unzähligen Arbeitsstunden mehr als verdient.

Zum Thema

Es sind noch Osterkerzen erhältlich. In Nordwalde können diese bei Hildegard Laukötter (Telefon 0 25 73  / 23 70) gekauft werden. Sie bringt die Kerzen auch bei Käufern vorbei, wenn diese nicht mehr mobil sind. Das gilt auch für Alfred und Monika Hille (Telefon 0 25 52 / 32 34), die die Kerzen in Borghorst verkaufen.

...
Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5524572?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F181%2F
Ein Fest, so bunt wie Münster
Rundgang über „Münster mittendrin“: Ein Fest, so bunt wie Münster
Nachrichten-Ticker