Jürgen Wolf nimmt an Langlauf-Wettbewerben teil
Trauer nach dem Zieleinlauf

Nordwalde -

Die Premiere verlief wenig schön, Gefallen am Skilanglauf hat Jürgen Wolf trotzdem gefunden. Sein Hobby betreibt der Nordwalder mittlerweile nicht mehr nur aus Spaß, ein der sportliche Wettkampf reizt ihn auch – zumindest ein Mal im Jahr.

Mittwoch, 14.03.2018, 19:03 Uhr

Ski Alpin ist im zu schnell, deshalb steht Jürgen Wolf lieber auf Langlaufskiern. Nicht nur in der Freizeit, sondern ab und zu auch bei Wettkämpfen.
Ski Alpin ist im zu schnell, deshalb steht Jürgen Wolf lieber auf Langlaufskiern. Nicht nur in der Freizeit, sondern ab und zu auch bei Wettkämpfen. Foto: Fotografie Viertbauer Horst

An seinem ersten Tag auf Langlaufskiern lag Jürgen Wolf fast nur im Schnee. „Das war ein sehr ernüchternder Tag“, erinnert sich der Nordwalder. „Ich habe mir das total einfach vorgestellt und wurde brutal eines Besseren belehrt.“ Wolf war damals 20 Jahre alt und mit seinem Onkel und seiner Tante im Skiurlaub. Das ist Jahrzehnte her. Vom Skilanglauf abgehalten, hat ihn die nasskalte Premiere aber nicht. Heute steht der 57-Jährige immer noch regelmäßig auf Langlaufskiern. Auch bei Wettbewerben.

Dabei ist Langlauf für Wolf ein Hobby. Ein Mal im Jahr aber reizt ihn der sportliche Wettkampf, seinen Skiurlaub verbindet der Nordwalder dann mit einem Marathon im Schnee. 20 Kilometer und mehr steht er dabei auf den Skiern, in Österreich, der Schweiz, auch mal im Sauerland oder im Bayerischen Wald. Zuletzt im österreicherischen St. Johann im Februar.

Nordwalder bevorzugt klassische Technik

Drei Stunden und zehn Minuten benötigte Wolf für die 28 Kilometer lange Strecke. Für den 57-Jährigen geht es nicht darum, zu den schnellsten in der Loipe zu gehören, der Spaß steht bei ihm an erster Stelle. „Das ist anstrengend, aber ich will nicht ausgelaugt auf dem Boden liegen, wie die Langläufer im Fernsehen.“

Rund 2000 Teilnehmer zählen die einzelnen Skimarathons, an denen Wolf teilgenommen hat. Der Nordwalder startet in der klassischen Technik, bei den Veranstaltungen werden aber auch Wettkämpfe in der Skating-Technik angeboten. Die Strecken reichen von 16 Kilometer als Minimum bis zum Spitzenwert von 100 Kilometer. Es gibt in Europa eine Ski-Marathon-Reihe, zwischen Januar und März kann man fast an jedem Wochenende an einem anderen Wettbewerb teilnehmen.

Mischung aus Sport und Urlaub

Nicht bei allen Läufern steht der Spaß im Vordergrund, einige kämpfen um den Sieg in der Gesamtwertung. Der Unterschied zu Wolf ist schon optisch zu erkennen: Während die Läufer mit größeren Ambitionen in Rennanzügen unterwegs sind, startet der Nordwalder in Freizeit-Langlaufkleidung.

Die Wettkämpfe in der klassischen Technik finden meistens am Sonntag statt. Wolf reist eine Woche zuvor an, um sich auf den Tag vorzubereiten. Fünf Tage steht er auf Skiern, dann legt er einen Ruhetag ein, um sich optimal auf das Rennen einzustellen. „Ich mache eine Mischung aus Sport und Urlaub“, sagt Wolf, für den noch eine dritte Komponente zu der Woche gehört: Kultur darf nie fehlen.

Nordic Walking statt Langlauf in Nordwalde

Die Woche ist für Wolf aber auch fast die einzige Möglichkeit zum Training. „Ich bin immer ganz traurig im Ziel. Denn das heißt, das war es schon.“ Ab und zu fährt der Nordwalder an Wochenenden im Winter ins Sauerland. Im Skilanglaufzentrum Westfeld-Ohlenbach gibt es eine Kunstschneebahn, auf der auch trainiert werden kann, wenn nicht ausreichend Schnee vom Himmel gefallen ist.

Vergleichbare Bedingungen herrschen in Nordwalde nicht vor. Im Münsterland steht Wolf deshalb nicht auf Skiern, sondern schnürt seine Schuhe zum Nordic Walking, früher war er als Läufer aktiv. Bei Volksläufen kam ihm irgendwann auch die Idee, an einem Skilanglauf-Wettbewerb teilzunehmen.

Wolf will dem Skilanglauf treu bleiben

Im österreicherischen Leutasch startete er 2011 erstmals bei so einem Wettkampf. Er nahm sich für einen Tag sogar einen Skilehrer, der ihn auf das Rennen vorbereitete. „Ich habe gedacht, das klappt nie wieder und bleibt eine einmalige Geschichte“, sagt Wolf. Der finanzielle und zeitliche Aufwand sind nicht zu unterschätzen. Aber Wolf merkte schnell: „Das macht so viel Spaß. Das will ich noch mal versuchen.“

Gesagt, getan. An vier weiteren Wettkämpfen nahm er seit 2015 teil. Mitstreiter aus dem Ski-Klub Münster, in dem Wolf selbst Mitglied ist, konnte er bislang noch nicht bewegen, mitzufahren. Zwei Läufe hat der Nordwalder noch auf der Liste, bei denen er starten möchte: den Klingenthaler Kammlauf und den Obergomser Gommerlauf. Aber auch, wenn er mit dem Wettkampfsport aufhören sollte, eins steht für Wolf fest: „Beim Skilanglauf werde ich bleiben.“

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