Ausprobiert: Verkauf beim Garagenflohmarkt
Der erste, aber nicht der letzte Versuch

Nordwalde -

Das Geschirr von der Schwiegermutter ist gar nicht erst ausgepackt worden – beim Garagenflohmarkt soll es nun an die Frau oder den Mann gebracht werden. Aber wie leicht, verkauft sich Trödel? Sigrid Terstegge hat den Selbstversuch gemacht.

Montag, 11.06.2018, 16:42 Uhr

Die Perspektive der Flohmarktverkäuferin: Das Blümchen-Geschirr im Blick, die potenziellen Kunden dahinter auch. Jetzt muss nur noch jemand stehen bleiben.
Die Perspektive der Flohmarktverkäuferin: Das Blümchen-Geschirr im Blick, die potenziellen Kunden dahinter auch. Jetzt muss nur noch jemand stehen bleiben. Foto: Sigrid Terstegge

Abenteuer Trödelmarkt. Werden sich überhaupt Käufer finden? Was kann ich anbieten? Warum sollte jemand eigentlich Interesse an Dingen haben, für die ich nach dem Umzug keinen Platz mehr finde? Egal – am Sonntag gab es beim Garagenflohmarkt, organisiert von den Frauenschützen, die Gelegenheit, vielleicht noch das ein oder andere „Stehrümken“ für ein paar Cent unters Volk zu bringen.

Also zuerst einmal von ehemaligen Nachbarn einen Tapeziertisch organisiert, zwei Tischdecken darauf, damit es etwas besser aussieht und dann überlegt, was habe ich denn über? Und was ist eigentlich zu schade für die Mülltonne? Okay – das war jetzt doch ein bisschen blauäugig geplant. Aber es war ja auch die erste Flohmarktteilnahme überhaupt. Beim nächsten Mal wäre etwas mehr Planung anzuraten.

Dicke Atlanten und Reise-Fotobücher

Der Tisch stand kaum an der Straße, da tauchten bereits die ersten potenziellen Käufer auf. Viel zu früh! Offiziell hatte es ja noch gar nicht angefangen. Bin ich doch gerade dabei, die dicken Atlanten und Reise-Fotobücher aus der Garage zu schleppen. Hawaii und Grönland – etwas für Sonnenanbeter oder Frostliebhaber. Der Karton mit dem englischen Geschirr der Schwiegermutter stand sowieso schon im Schuppen und war gar nicht wieder ausgepackt worden. Her damit! Da ist ja sogar der alte Milchkrug mit Streublümchen. Den hatte ich gesucht und bisher nicht gefunden. Jetzt ist er wieder da und wird keinesfalls verkauft.

Noch ein Blick in den Schuppen – die alte Camping-Gaslampe, der Koffergrill, speziell der Fahrradkorb müsste doch eigentlich zum Renner werden! So, der Tisch ist voll und die erste Kundin fragt bereits, was denn diese kleine Minivase kosten soll. Tja, was nimmt man denn dafür? Was will ich haben, was muss ich vorher draufschlagen, damit dann der Wunschpreis herauskommt? Schließlich will ja gehandelt werden. Wir einigen uns auf zwei Euro und sind beide zufrieden. So geht es bis zum Nachmittag. Porzellan und Bücher sind wohl nicht gefragt. Der Fahrradkorb steht immer noch da. Aber der schwere Koffergrill muss nicht wieder in den Schuppen geschleppt werden.

Ein nettes „Hallo“

Im Prinzip ist Flohmarkt keine schlechte Idee. Besser, als alles wegzuwerfen. Ich glaube, das war der erste, aber nicht der letzte Versuch. Und was hört der Verkäufer am meisten? Es ist nicht die Frage nach dem Preis, sondern einfach ein nettes „Hallo“. So grüßt fast jeder Schnäppchenjäger im Vorbeilaufen. Und wenn sie dann auch noch stehen bleiben – umso besser.

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