Werbegemeinschaft informiert über Datenschutz-Grundverordnung
Die Krux mit der neuen DSGVO

Nordwalde -

Die Datenschutz-Grundverordnung soll den Verbrauchern mehr Rechte geben. Sie sorgt aber auch für Verunsicherung. Aufklärung lieferte Franz-Josef Michgehl. Er erklärte die neun wichtigsten Artikel etwas genauer.

Mittwoch, 13.06.2018, 16:50 Uhr

Franz-Josef Michgehl (l.), Geschäftsführer des Unternehmens Michgehl & Partner aus Nordwalde, ist IT-Fachmann und informierte im Sitzungssaal des Nordwalder Rathauses rund 30 Frauen und Männer über die Tücken der neuen Datenschutz-Grundverordnung.
Franz-Josef Michgehl (l.), Geschäftsführer des Unternehmens Michgehl & Partner aus Nordwalde, ist IT-Fachmann und informierte im Sitzungssaal des Nordwalder Rathauses rund 30 Frauen und Männer über die Tücken der neuen Datenschutz-Grundverordnung. Foto: Matthias Lehmkuhl

Seit dem 25. Mai ist sie in Kraft: die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Sie gibt Verbrauchern neue Rechte. Und doch herrscht eine große Verunsicherung. Das EU-Gesetz soll Konsumenten eine bessere Kontrolle ihrer persönlichen Informationen ermöglichen. Das versprechen sich die Befürworter der „DSGVO“.

Was Unternehmen, Vereine und Verbände im Datenverkehr beachten müssen und welche Tücken die neue Datenschutz-Grundverordnung hat, erklärte am Dienstagabend Franz-Josef Michgehl im Sitzungssaal des Rathauses. Rund 30 Frauen und Männer waren der Einladung der Werbegemeinschaft im Rahmen des Projekts „Qualitäts-Gemeinde Nordwalde“ gefolgt. Michgehl, IT-Fachmann und Geschäftsführer der Firma Michgehl & Partner aus Nordwalde, informierte über die nach seiner Überzeugung neun wichtigsten der insgesamt 99 Artikel der DSGVO.

Ständig ist ein dehnbarer Begriff

„Datenschutz ist ein Grundrecht. Sie müssen beweisen, dass Sie mit den Daten Ihrer Kunden sorgfältig umgehen“, betonte Franz-Josef Michgehl. Denn Verstöße gegen die DSGVO sollen konsequent geahndet werden, mögliche hohe Geldbußen sollen abschreckend wirken. „Deshalb reagieren seit dem Inkrafttreten am 25. Mai bereits viele Fachanwälte mit Abahnungen“, so der IT-Fachmann für Anwaltskanzleien.

Der Nachweis einer Einwilligung des Kunden oder des Vereinsmitglieds müsse vorliegen. Wichtig sei, dass der Verbraucher über die Existenz eines Datenschutzbeauftragten auf dem jeweiligen Portal informiert werde. Allerdings habe die Bundesregierung eine Sonderregelung durchgesetzt. Erst ab zehn Mitarbeitern, die ständig mit elektronischen Geräten arbeiten, sei der Nachweis eines Datenschutzbeauftragten Pflicht. „Ständig ist selbstverständlich ein dehnbarer Begriff. Ich würde sagen, ständig ist, wenn jeden Tag damit gearbeitet wird“, sagte Michgehl. „Problematisch wird es beim Nachrichtendienst Whats­App. Da der Anbieter in den Vereinigten Staaten sitzt, ist der Datenschutz nicht gewährleistet.“

Es droht Bußgeld

Der Verbraucher habe das Recht auf Auskunft über seine gespeicherten Daten und auf eine unverzügliche Löschung derselben. „Allerdings müssen Kundendaten innerhalb der gesetzlichen Frist aufbewahrt werden“, unterstrich Franz-Josef Michgehl.

Sollten zusätzliche Onlinedienste beauftragt worden sein, müssten sich diese zur Vertraulichkeit verpflichten oder zu einer angemessenen gesetzlichen Verschwiegenheitspflicht. Michgehl: „Es könnte deswegen aber mal passieren, dass beispielsweise ein Zwischenhändler am Telefon auf Anfrage nach einem Anlieferungsort sagt, dass er das nicht sagen darf.“

Jeder müsse ein sogenanntes Verfahrensverzeichnis aller Verarbeitungstätigkeiten führen. Wer so etwas nicht vorweisen könne, dem drohe ein Bußgeld. „Ganz wichtig sind Sicherheitsmaßnahmen“, führte der Michgehl & Partner-Geschäftsführer aus. Obligatorisch seien Verschlüsselungen bei elektronischen Übertragungen oder auch Notfallpläne bei einem länger andauernden Ausfall des Servers. Franz-Josef Michgehl befürwortete in diesem Zusammenhang auch intensive Schulungen der Mitarbeiter und eine Verpflichtungserklärung von ihnen.

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