Gottfried Grond zeichnet Temperatur, Niederschlag und Co. auf
Der Tüftler und das Wetter

Nordwalde -

Seit 31 Jahren zeichnet Gottfried Grond bei sich Zuhause Wetterdaten auf. Sonnenschein, Niederschlag oder Windgeschwindigkeit interessieren den Nordwalder dabei nicht primär, es ist der technische Hintergrund, der ihn reizt.

Freitag, 10.08.2018, 17:36 Uhr

Gottfried Grond bezeichnet sich selbst als „Vollblut-Techniker“. Über seine Leidenschaft für Elektronik ist er auch zu seinem Hobby gekommen: der Wetterstation, die er seit 1987 betreibt. Dazu gehört auch das Wetterhäuschen in seinem Garten.
Gottfried Grond bezeichnet sich selbst als „Vollblut-Techniker“. Über seine Leidenschaft für Elektronik ist er auch zu seinem Hobby gekommen: der Wetterstation, die er seit 1987 betreibt. Dazu gehört auch das Wetterhäuschen in seinem Garten. Foto: Detlef Held

Zum Wetter­beobachter wurde Gottfried Grond eher durch Zufall. Als er sich 1986 über die Pläne für ein Computersystem beugte, hatte er eigentlich nur den Bau einer zentralen Heizungssteuerung für das Eigenheim im Sinn. Doch weil die Heizungssteuerung einen Außenfühler brauchte, der die Temperatur misst, war gleichzeitig auch der Anfang für eine Wetterstation gemacht. Seit 1987 zeichnet der Nordwalder die Daten auf elektronischem Wege auf.

Seine private Wetterstation hat Grond in den vergangenen 31 Jahren immer weiter entwickelt. Nicht mehr nur die Temperatur misst er, nach und nach kamen Niederschlag, Luftdruck, Windgeschwindigkeit und Sonnenscheindauer hinzu. Seit 2003 werden die aktuellen Wetterdaten direkt ins Internet übertragen.

Die Technik reizt Grond

Das Herzstück hinter all den Daten sind Computersysteme, an denen der Nordwalder mit Vorliebe tüftelt. Die Softwareprogramme schrieb er selbst. Grond bezeichnet sich als „Vollblut-Techniker“. Mehr als über Sonnenscheindauer, Windgeschwindigkeit oder Niederschlag spricht der Nordwalder über Software, Hardware und Mikroprozessorsteuerung. Es ist der technische Hintergrund, der Grond an der Wetterstation besonders reizt.

Das Computersystem für die Heizungssteuerung baute er nach Plänen vom „WDR Computerclub“ nach. Einer heute legendären Fernsehsendung, die sich bis zur Absetzung 2003 mit Computern und Technik im Allgemeinen auseinandersetzte. „Die Hardware läuft teilweise immer noch“, sagt Grond. Später baute er auch ein anderes System nach Plänen, die im „WDR Computerclub“ vorgestellt wurden. Fachwissen dafür sammelte er auch im Beruf. Lange Zeit arbeitete der Nordwalder bei der Telekom, hatte sowohl mit Hardware als auch mit Software zu tun.

Mehr als 300 Zugriffe täglich

Das Wetter übt auf Grond aber auch einen speziellen Reiz aus. Auf die Prognose im Anschluss an die Tagesschau oder die Nachrichten im Radio achtet der Nordwalder besonders. In Zeiten wie diesen ist er damit nicht allein. Hitzeperiode, Dauer-Dürre und zuletzt Unwetterwarnungen – so intensiv hat sich das Land wohl schon lange nicht mehr mit dem Wetter beschäftigt. Deutschland schwitzte, schleckte Eis – und starrte auf den Temperaturmesser mit neuen Höchstwerten. Zeitweise verzeichnete Grond mehr als 300 Zugriffe täglich auf seiner Webseite. Als am vergangenen Dienstag ein neuer Hitzerekord für Nordwalde aufgestellt wurde, registrierte er 328 Zugriffe.

Um die Genauigkeit seiner Wetterstation zu überprüfen, vergleicht der Nordwalder seine Daten mit denen anderer. Den Wettstreit muss Grond nicht scheuen: „Es gibt ziemlich wenige Abweichungen zur Wetterstation in Münster oder in Emsdetten. Das finde ich gut.“ Für einen Vergleich stehen neben privaten Wetterstationen in Burgsteinfurt oder Emsdetten, auch die Wetterstationen der Meteo­Group bereit. Auf die Daten aus Gronds Wetterstation ist Verlass. Für alle Wetterprognosen-Beobachter, die nicht nur über die Temperaturen in Nordwalde Bescheid wissen wollen, noch ein kleiner Tipp von Grond: „WetterOnline“ ist „ziemlich genau“.

Neuer Monat, neue Statistik

Besonders zeitintensiv ist Gronds Hobby momentan nicht. Die Software läuft von alleine. Monatlich veröffentlicht Grond eine neue Statistik auf seiner Webseite. Für die Wintermonate hat er sich aber etwas vorgenommen. Dann widmet sich Grond wieder der Technik und rüstet die alte Steuerung auf eine neue um.

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