Nordwalde

Fr., 13.11.2009

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Keine Lust auf Hähnchen

Im Frühjahr dieses Jahres hatten die Anwohner ihrem Unmut schon einmal öffentlich Luft gemacht und schalteten die damaligen Bürgermeisterkandidaten Sonja Schemman (4.v.r.) und Lothar Fink (r.).
Von Michael Schwakenberg

Nordwalde - Eigentlich waren sie schon im Frühjahr so weit, dass sie eine Initiative gründen wollten. Doch dann wurde es ruhig um die geplanten Hähnchenmastanlage in der Kirchbauerschaft (die WN berichteten) und die Anwohner hielten sich zurück. Bis jetzt. Doch am Mittwoch (18. November) formieren sich die Gegner erneut und schließen sich zur „Bürgerinitiative Landschaftsschutz in Nordwalde“ zusammen. „In Nordwalde kann jeder Landwirt außerhalb seines Hofes Mastställe bauen, wenn er gewisse Vorgaben wie den Immissionsschutz einhält“, sagt Mitinitiator Alexander Heise. Und dagegen wolle man jetzt etwas unternehmen.

Bei den geplanten Mastställen handelt es ich um eine Anlage für insgesamt 80 000 Hähnchen, die Landwirt Jan Sanderink einige Hundert Meter von seiner Hofstelle entfernt auf einem seiner Äcker errichten will. „Da ich an meinem Hof nicht bauen darf, gibt es aus jetziger Sicht keine Alternative zu dem geplanten Standort“, sagte er gestern auf Anfrage unserer Zeitung und führt unter anderem, Probleme mit dem Hochwasserschutz an (die WN berichteten). Der Antrag für die beiden Ställe liegt derzeit beim Kreis, soll laut Kreissprecherin Kirsten Weßling aber in Kürze öffentlich behandelt werden. „Das ganz normale Genehmigungsverfahren, bei dem die Träger öffentlicher Belange gefragt werden. Das Ganze zieht sich etwa ein halbes Jahr hin“, so Weßling. Das Ergebnis sei dabei völlig offen.

Alexander Heise kann das Argument mit dem Hochwasserschutz überhaupt nicht nachvollziehen, hält es für an den Haaren herbeigezogen: „Ich habe bei der Bezirksregierung nachgefragt. Einen offiziellen Plan gibt es dafür nicht. Es gibt nur ein von der Gemeinde in Auftrag gegebenes Gutachten für das 100-jährige Hochwasser. Und in diesem Überschwemmungsgebiet sind in den vergangenen Jahren auch schon andere Bauanträge genehmigt worden.“ Heise glaubt vielmehr, dass Sanderink den Stall „auf Kosten anderer Leute“ nicht vor der eigenen Haustür und die Gemeinde ihn nicht zu nah am Ortsrand haben wolle - vor allem wegen des Gestankes.

Sanderink wäre es nach eigener Aussage lieber gewesen, die betroffenen Anwohner hätten im Vorfeld das Gespräch mit ihm gesucht: „Das Angebot war da, aber wahrgenommen wurde es nicht.“ Dass sich jetzt eine Bürgerinitiative gründet, wundert ihn noch mehr: „Erst hieß es, man würde nur etwas unternehmen, wenn ich am Hof bauen dürfte, aber trotzdem in die Landschaft ginge. Aber jetzt ist es ja so, dass ich keine Alternative habe.“

Heise sieht das ganz anders: „Bei den Argumenten kommen wir uns veralbert vor. Wir hoffen, dass die Behörden da nicht mitspielen.“

» Beginn der Gründungsversammlung ist um 20 Uhr in der Gaststätte Diepenbrock. Alle Nordwalder sind eingeladen.


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