So., 21.02.2010

Ochtrup Stolpersteine werden geputzt

Ochtrup - Die Stolpersteine , die in Ochtrup an die Opfer des Holocaust erinnern, brauchen einen Frühjahrsputz. Aus Anlass der Woche der Brüderlichkeit in Deutschland haben sich die Mitglieder der Malteserjugend als Paten zur Verfügung gestellt. Das teilt die Malteserjugend jetzt in einem Pressetext mit.

Die Jugendlichen wollen sich der Reinigung der Mahnmale annehmen. Sie werden sich bei den Steinmalen zusammenfinden, um diese zu reinigen und den ermordeten jüdischen Mitbürgern der Stadt Ochtrup zu gedenken. „Es ist wichtig, dass wir uns darum kümmern“, werden die Jugendlichen in dem Pressetext zitiert.

Auf Initiative der Volkshochschule hatte der Kölner Künstler Gunter Demnich am 16. August 2007 sieben Stolpersteine für die jüdische Familie Lebenstein (Mühlenstraße) und Terhoch (Weinerstraße 21) in Ochtrup verlegt. Im Jahr 2008 folgten neun weitere Steine für die jüdischen Familien Gottschalk (Bültstraße 10), Portje (Prof.-Gärtner-Straße 44), Löwenberg (Lautstraße 5) und für die Gebrüder Weijl (Bahnhofstraße). Im Anschluss an die Verlegung fand eine Einweihungs- und Gedenkfeier in der Villa Winkel statt.

„Hier in Ochtrup wohnten 19 Menschen, von denen wir wissen, dass sie Opfer des schrecklichen Naziregimes wurden“, heißt es in einem Aufruf des Malteser-Stadtbeauftragten Franz-Heinz Duesmann an seine Malteserjugend.

Mit den Gedenktafeln werde an das Schicksal der Menschen erinnert, die von Nationalsozialisten ermordet oder in den Freitod getrieben wurden, so Duesmann. Die Stolpersteine sind kubische Betonsteine mit einer Kantenlänge von zehn Zentimetern, auf deren Oberseite sich eine individuell beschriftete Messingplatte befindet. Sie wurden vor den letzten frei gewählten Wohnorten der NS-Opfer niveaugleich in das Pflaster des Gehweges eingelassen.

„Die Intention des Künstlers ist unter anderem, den NS-Opfern, die in den Konzentrationslagern zu Nummern degradiert wurden, ihre Namen zurückzugeben. Das Bücken, um die Texte auf den Stolpersteinen zu lesen, soll auch eine symbolische Verbeugung vor den Opfern sein. Trotz des Namens Stolpersteine geht es dem Künstler nicht um ein tatsächliches „Stolpern“, schreiben die Malteser.

Gunter Demnich zitiere auf die Frage nach dem Namen des Projektes gerne einen Schüler, der nach der Stolpergefahr gefragt, antwortete: „Nein, nein man stolpert nicht und fällt hin, man stolpert mit dem Kopf und mit dem Herzen.“

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