So., 28.11.2010

Ochtrup Engel auf Abwegen

Von Anne Steven

Ochtrup - Alaaf! Kling Glöckchen Kling, „Nikolaus komm in unser Haus“ und ein pummeliger Engel, der doch so gerne Christkind geworden wäre: Beim Kabarett „ Advent , Advent, Dietutnix brennt“ ging es am Samstagabend in der Ochtruper Vechtehalle hoch her.

Hatten sich die Gesichtsmuskeln des Publikums gerade vom Auftritt von Frau Schmitz aus „Köln- Rodenkörschen“ und ihrer Interpretation von Weihnachten erholt, wurden sie beim Auftritt des pummeligen Engels vollends zur Strecke gebracht. Laut johlend verabschiedeten sie den mit wenig Intelligenz gesegneten Himmelsboten von der Bühne, nachdem seine Geschichte zu (Lach-)tränen gerührt hatte. Den Job als Christkind nicht bekommen, versucht sich der Geflügelte zunächst in der Weihnachtswerkstatt, wird dort aber auch gekündigt und soll von nun an als Schutzengel arbeiten. Da das Beschützen von Bungeejumpern nicht so sein Ding ist („Da bin ich beim vierten Sprung dann einfach nicht mehr hingegangen“), darf er jetzt Wolkenhüpfen und das Einhorn Gloria reiten.

Einen Schutzengel hätten aber auch die fünf hochschwangeren Frauen auf ihrem Weg nach Betlehem gebrauchen können. Dort wollten sie ihre Freundin Maria besuchen, die ihr Kind schon bekommen hat. Nach langer Fahrt im engen Auto und den Sauerkraut-Ausdünstungen einer Mitinsassin, erreichen sie schließlich über Polen und Tadschikistan Betlehem. „Hömal, Maria und Joseph, sind die nich´ da?“, brüllt die Fahrerin einem Nachbarn zu und muss erfahren, dass die jungen Eltern in Telgte verweilen. Unglaublich witzig und mit einer gehörigen Portion Ironie verstehen es die fünf Damen, dem Publikum die Lachtränen aus den Augen zu kitzeln.

Die Live- Schaltung zum St.-Josef-Senioren-Stift, wo sich die von Darbietungen im Speisesaal genervten alten Herrschaften verbarrikadiert haben, um mittels eines Grabensystem vermeintliche Angreifer wie die Flötengruppe, die Trachtengruppe des Heimatvereins oder den Jagdbläserchor abzuhalten - einfach köstlich.

Das Publikum entließ die Damen auch nicht, ohne noch eine Zugabe zu bekommen. „Dietutnix“ gaben das Kompliment zurück und bedankten sich bei einem „großartigen Publikum“, das vom Lachen k.o. den Heimweg antrat.

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