Konrad Peters wird 90
Do., 23.02.2012
Die Imkerei hält ihn jung
Konrad Peters ist Imker mit Leidenschaft. Heute feiert er seinen 90. Geburtstag. Dem Hobby will er weiter treu bleiben.
Ochtrup -
„Ich freue mich schon auf den Frühling, wenn es draußen blüht und die Bienen wieder ausschwärmen“, sagt Konrad Peters. Der Ochtruper, der am Donnerstag 90 Jahre alt wird, ist das älteste Mitglied im Imkerverein Ochtrup – und noch immer ein aktiver Bienenzüchter.
|
|
„Ich freue mich schon auf den Frühling, wenn es draußen blüht und die Bienen wieder ausschwärmen“, sagt Konrad Peters. Der Ochtruper, der am Donnerstag 90 Jahre alt wird, ist das älteste Mitglied im Imkerverein Ochtrup – und noch immer ein aktiver Bienenzüchter.
„Wir sind froh, dass wir einen so erfahrenen und engagierten Imker haben“, würdigt der Vereinsvorsitzende Ferdi Becker das Wirken seines Imkerkollegen. Auch der stellvertretende Vorsitzende Norbert Feldevert findet, „dass wir alle von Konrad schon viel gelernt haben“. Konrad Peters serviert seinen Besuchern derweil Kaffee und Gebäck und erzählt von seiner Leidenschaft für die Imkerei, die ihn ein Leben lang begleitet hat.
Es begann, als sein älterer Bruder Bernhard ein erstes Bienenvolk erwarb. Konrad war damals 13 Jahre alt und fasziniert von den fleißigen Bienen. „Gemeinsam bauten wir zehn Völker auf. Dann kam Bernhard 1939 zur Front, und ich betreute seine Bienen, bis ich 1941 selbst eingezogen wurde“, erinnert er sich an die Anfänge seines Imkerhobbys.
Während der kargen Nachkriegsjahre sei er dank seiner Imkerei in der glücklichen Lage gewesen, Bienenhonig gegen andere Lebensmittel tauschen zu können. Ende der 1950er-Jahre spezialisierte sich Peters dann auf ein Verfahren zur Gewinnung von „Gelee Royal“ – dem Futtersaft der Bienenkönigin. Eine Kostbarkeit, der damalige Wissenschaftler die Wirkung einer Frischzellenkur nachsagten.
„In eineinhalb Jahren habe ich insgesamt 12 000 Königinnenzellen an einen Berufsimker in Schwaben geliefert. Meine Frau und ich waren zu der Zeit gerade beim Neubau hier an der Taubenstraße. Und der Erlös kam wie ein warmer Regen“, berichtet der dreifache Familienvater.
Wenn man den Erzählungen des 90-Jährigen zuhört, entsteht der Eindruck, als seien die Jahrzehnte an ihm vorbeigehuscht, ohne ihn altern zu lassen. „Im Bienenhaus“, schwärmt er, „habe ich ein Leben lang Ruhe und Erholung gefunden. Ich habe immer ein Ziel. Und das ist wunderbar.“ Trotz seines fortgeschrittenen Alters betreut er sechs Bienenvölker. „Wie viele Milliarden Blüten mögen meine Bienen im Laufe der Zeit wohl befruchtet haben?“, sinniert der 90-Jährige – und erwähnt den volkswirtschaftlichen Gewinn durch die fleißigen Bienenvölker: „Wenn es uns Imker nicht gäbe, wäre die Landwirtschaft übel dran. Die Honigbienen bestäuben nämlich etwa 85 Prozent der Obstblüten.“
Es ist Konrad Peters deshalb eine Herzensangelegenheit, dass die Bevölkerung das Anliegen der Imker unterstützt. Er wünscht sich zum Beispiel, dass in Gärten und auf Wiesen sowohl Obstbäume als auch eine bunte Blumenvielfalt blühen. Und dass die Leute mehr von den gesunden Honigprodukten deutscher Imker genießen.
