Sportstättenkonzept diskutiert
Di., 07.02.2012
„Was will die Politik?“
Unabhängig von der Erstellung des Sportstättenkonzepts dulden einige Zuschussanträge von Vereinen keinen Aufschub. Daher bewilligte der Ausschuss finanzielle Unterstützungen für die Flutlichtanlage des FC Lau-Brechte, die Energiekosten des Reitvereins und die neue Heizungsanlage des FC SW Weiner. Der Antrag auf Bezuschussung des neuen Vereinsheimes der SpVgg Langenhorst/Welbergen wurde indes zurückgestellt.
Ochtrup -
Soll die Stadt Ochtrup bei der Erarbeitung des Sportstättenkonzepts und der Sportförderrichtlinien auf die Hilfe eines externen Gutachters zurückgreifen und damit den Beispielen anderer Kommunen folgen?
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Soll die Stadt Ochtrup bei der Erarbeitung des Sportstättenkonzepts und der Sportförderrichtlinien auf die Hilfe eines externen Gutachters zurückgreifen und damit den Beispielen anderer Kommunen folgen?
Für die CDU ist dies angesichts der Aufgabenflut, die sich derzeit für die Verwaltung auftut, eine Alternative – auch wenn dafür zusätzliches Geld in die Hand genommen werden muss. Ein entsprechender Antrag, den die Fraktion am Montagabend im Ausschuss für Familie, Jugend, Schule und Sport stellte, fand jedoch keine Mehrheit.
So blieb es am Ende – und nach längerer Diskussion – beim Appell der Verwaltung an die Politik, sich einzubringen. Der Entwurf des Sportstättenkonzepts war in einer Grobversion bereits vor rund anderthalb Jahren vorgestellt worden. Dazu hatte die Fachbereichsleitung mit Michael Alfert und Christian Engelmann Stellungnahmen der Fraktionen angefordert. Bis zur Ausschuss-Sitzung am Montag hatte sich jedoch lediglich eine Fraktion geäußert. Auch die Schulen und die VHS sind aufgefordert, Stellungnahmen abzugeben. „Was will die Politik?“ – diese Frage warf Alfert mit Nachdruck in den Raum.
Josef Hartmann (SPD) vertrat die Auffassung, dass die Verwaltung „bereits gute Vorarbeit“ geleistet habe und es sinnvoll sei, dass diese auch von ihr zu Ende geführt werde. Die Einschaltung eines externen Gutachters sei nicht erforderlich. „Ich glaube nicht, dass der die Arbeit besser macht.“ Abschließend könne dann der Rat beraten und eine Entscheidung fällen.
Michael Alfert zeigte sich demgegenüber durchaus aufgeschlossen, mahnte aber erneut auch die Mitarbeit der Fraktionen an. Apropos Mitarbeit: Die sollte verstärkt auch von den Vereinen selbst erbracht werden, warf Klaus-Werner Heptner (FDP) ein. Manfred Mensing (FWO) wurde in diesem Punkt noch konkreter: Er schlug die Gründung eines Stadtsportverbandes als übergeordnete Interessenvertretung der Vereine vor. „Ein solches Gremium hätte dann auch die Funktion eines Vorfilters“, so Mensing.
Unabhängig von der Ausformulierung eines Sportstättenkonzepts und der Festlegung von Sportförderrichtlinien stünden jedoch Entscheidungen an, die keinen Aufschub mehr dulden, wie Josef Hartmann (SPD) anmerkte. Er nahm damit Bezug auf die weitere Tagesordnung, die teils schon länger vorliegende Zuschussanträge diverser Vereine beinhaltete. Nach Vorstellung der Sachverhalte durch die Erste Beigeordnete Birgit Stening machte das Gremium Nägel mit Köpfen nickte – mit Ausnahme der FDP-Fraktion, die sich nicht an der Abstimmung beteiligte und weiteren Enthaltungen unter anderem der FWO – diese ab. Das letzte Wort hat allerdings der Rat.
► Demnach erstattet die Stadt dem FC Lau-Brechte befristet für die Jahre 2011 und 2012 dessen Pachtkosten in voller Höhe sowie die Energiekosten zu zwei Drittel. Zudem beteiligt sie sich an der Installation einer Flutlichtanlage in Höhe von 50 Prozent der Investitionskosten, jedoch maximal 7500 Euro. Dem Verein war es gelungen, diese durch günstige Einkaufsoptionen und vermehrte Eigenleistung nochmals deutlich auf 15000 Euro zu drücken. Die Übernahme der Kosten für weitere Pflege- und Unterhaltungskosten wird bis zur Verabschiedung der Sportförderrichtlinien zurückgestellt.
► Der Ausschuss gab ferner grünes Licht für die Kostenübernahme der neuen Heizungsanlage des FC Schwarz-Weiß Weiner sowie den Betrieb der Kleinkläranlage. Letztere konnte durch verschiedene Maßnahmen von zunächst 18 000 auf 3000 Euro reduziert werden. Der städtische Anteil beträgt 50 Prozent. Zurückgestellt werden die Anträge auf Bezuschussung der Platz- und Kabinenpflege sowie der Platzumrandung. Abgelehnt wurde der Antrag auf nachträgliche Erstattung der Anschaffungskosten für zwei Fußballtore.
► Dem Reit- und Fahrverein (RFV) werden – befristet auf die Jahre 2011 und 2012 – die anfallenden Energiekosten zu zwei Drittel erstattet. Ein weiterer Antrag des RFV auf Bezuschussung der Anschaffung einer Beregnungsanlage wird zurückgestellt.
► Des Weiteren beschloss das Gremium, den Antrag der SpVgg Langenhorst/Welbergen auf Bezuschussung für die Errichtung eines Vereinsheimes und die Erweiterung des bestehenden Sportgeländes zunächst zurückzustellen. Auch dort soll die Erstellung des Sportstättenkonzepts abgewartet werden.