Schönheitskur reicht nicht
Alte Eisenbahnbrücke in Welbergen soll saniert werden

Ochtrup -

Sie hat schon mehr als 100 Jahre auf dem Buckel, die alte Eisenbahnbrücke am früheren Bahnsteig in Welbergen. Wo bis 1969 die Personenzüge zwischen Ochtrup und Rheine pendelten, ist heute ein beliebter Radweg. Die alte Eisenbahnbrücke aber steht noch immer an ihrem Platz, und die Zeit hat kräftig an ihr genagt. In der Straßen- und Tiefbauausschusssitzung am 13. März dieses Jahres wurde sie als „nicht mehr reparabel“ bezeichnet.

Samstag, 15.09.2012, 13:09 Uhr

Schönheitskur reicht nicht : Alte Eisenbahnbrücke in Welbergen soll saniert werden
In die Jahre gekommen: Die alte Eisenbahnbrücke in Welbergen muss dringend restauriert werden. Mehr als ein Jahrhundert steht sie bereits am früheren Bahnsteig – diese Zeit hat Spuren hinterlassen. Foto: Irmgard Tappe

Am Donnerstagabend beschäftigte sich der Ausschuss erneut mit dem Relikt aus der Vergangenheit. Die FDP-Fraktion hatte beantragt, die Brücke unter Denkmalschutz zu stellen und durch Restaurierung vor weiterem Verfall zu schützen. „Sie muss von Grund auf saniert werden. Verputzen macht aufgrund der inneren Feuchtigkeit keinen Sinn“, erklärte Bauamtsleiter Ulrich Koke . Ein Restaurator habe das Bauwerk bereits begutachtet und halte eine Sanierung für machbar und sinnvoll. Kosten würde das Projekt rund 146 000 Euro, teilte Koke weiter mit. Er hatte noch mehr Neuigkeiten zum Thema Brückensanierung: Als denkmalgeschütztes Bauwerk ist anstatt der erwarteten 30 Prozent nach jetzigem Stand eine 50-prozentige Förderung möglich, so dass der städtische Haushalt nur mit 73 000 Euro belastet würde. Zum Vergleich: Ein Brückenneubau läge laut Koke bei mehr als 300 000 Euro. Zur Wahrung der Frist hat die Verwaltung beim Westfälischen Amt für Denkmalpflege bereits eine vorläufige Unterschutzstellung für die alte Eisenbahnbrücke beantragt.

Werner Kempers ( SPD ) würde die Sanierungsmaßnahme lieber auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. „Bezüglich der Stadtentwicklung steht eine Riesenliste an, die es abzuarbeiten gilt“, gab er zu bedenken. Die Rechnung gehe nicht auf, hielt der Ausschussvorsitzende Hermann Holtmann ( FDP ) dem entgegen: „Ob es später noch Fördermittel gibt, ist nicht sicher. Wenn wir sie also jetzt nicht beantragen, könnte es noch teurer werden.“

Christa Lenderich (CDU) brachte noch eine zusätzliche Fördermöglichkeit ins Gespräch, die im Rahmen des Fernradwegs Ochtrup-Rheine beantragt werden könnte. Sie regte an, bei der Bezirksregierung entsprechende Informationen einzuholen. Die Ausschussmitglieder beschlossen einstimmig, die Fördermittel für die Brückensanierung zu beantragen und sich außerdem bei der Bezirksregierung über weitere Zuschussmöglichkeiten bezüglich der Fernradwegeförderung zu erkundigen.

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