Fr., 20.12.2013

„Zwischen Verbrechern und Heiligen“ Ein Dokumentarfilm gegen das Vergessen

Im Zentrum des Dokumentarfilms von Max Kronawitter steht Hermann Scheipers Zeit im Priesterblock des Konzentrationslagers Dachau.

Im Zentrum des Dokumentarfilms von Max Kronawitter steht Hermann Scheipers Zeit im Priesterblock des Konzentrationslagers Dachau. Foto: Martin Fahlbusch

Ochtrup - 

Max Kronawitter hat sich über viele Jahre mit Hermann Scheipers und insbesondere dessen Zeit im Priesterblock des Konzentrationslagers in Dachau auseinandergesetzt. Herausgekommen ist ein Dokumentarfilm, der unlängst in München Premiere feierte und im Pfarrbüro St. Lambertus auf DVD erhältlich ist.

Gehetzt rennt ein junger Priester durch den Wald. Er ist auf der Flucht. Über vier Jahre war er ohne Urteil im Konzentrationslager Dachau interniert. Inständig betet er, nicht in letzter Minute noch getötet zu werden. Da fallen Schüsse. „Hundeführer vor“, schreit ein SS Offizier. Wieder steht das Leben des Geistlichen auf Messers Schneide. Und wieder wird – wie schon so oft – sein Gebet erhört. Er kann entkommen und ist endlich frei. Mit dem Fahrrad fährt er in die Heimat Ochtrup, wo er in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag feiern konnte. Sein Name: Hermann Scheipers .

Der Münchener Filmemacher Max Kronawitter aus Bayern stellt die Szene der Flucht vom 27. April 1945 an den Beginn seines 90-minütigen Dokumentarfilms „Zwischen Verbrechern und Heiligen“, der jetzt in München Premiere feierte.

Mit dabei war neben dem Münchener Kardinal Friedrich Wetter auch eine Delegation aus der Töpferstadt. Pfarrer Josef Wichmann, Kaplan Markus Thoms, Christa Feldevert und Benno Hörst übernahmen es, Prälat Hermann Scheipers die besonderen Grüße der Premierengäste auszurichten und ihm, dem Hauptdarsteller und Herzstück des Films, eine DVD zu überreichen.

Ob das Werk in (naher) Zukunft im Fernsehen ausgestrahlt wird, ist noch unklar. Vorerst ist „Zwischen Verbrechern und Heiligen“ auf DVD zur privaten Nutzung verfügbar und kann im Pfarrbüro St. Lambertus zum Preis von 19,95 Euro erworben werden.

Der erste Dokumentarfilm über den Ochtruper Prälaten, mehrfachen Ordensträger und Ehrenbürger Hermann Scheipers ist Kronawitters Werk indes nicht. „Dir gehört mein Leben“ heißt der 2003 gedrehte Film, der als DVD mit lehrpädagogischem Begleittext beim Landesmedienzentrum des LWL in Münster zum Preis von 15 Euro erhältlich ist. Liegt der Schwerpunkt des neuen Films auf Scheipers Zeit im Priesterblock im KZ Dachau, dokumentiert „Dir gehört mein Leben“ sein Schaffen nach dem Krieg in seinem Wahlbistum Dresden-Meißen – unter den erschwerten Bedingungen der ebenfalls nicht gerade kirchenfreundlichen DDR. Scheipers selbst setzt sich in seiner Autobiografie „Gratwanderungen – Priester unter zwei Diktaturen“ mit dem Erlebten auseinander. Diese ist zum Preis von 9,90 Euro erhältlich.

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