Mo., 10.02.2014

Nanotruck am Gymnasium Winziges Technik-Universum

Die praktische Anwendung von Nanotechnologie steht im Mittelpunkt einiger der Workshops, die in diesen Tagen im Nanotruck stattfinden. Dr. Marco Kollecker erklärt den Gymnasiasten zum Beispiel, wie man eine andere Form von Solarzelle herstellt.

Die praktische Anwendung von Nanotechnologie steht im Mittelpunkt einiger der Workshops, die in diesen Tagen im Nanotruck stattfinden. Dr. Marco Kollecker erklärt den Gymnasiasten zum Beispiel, wie man eine andere Form von Solarzelle herstellt. Foto: hri

Ochtrup - 

Nanotechnologie ist in diesen Tagen großes Thema am Gymnasium. Der Nanotruck des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ist zu Gast und hält neben zahlreichen Infos auch einige spannende Experimente bereit. Und: Er ist am Dienstag (11. Februar) zu zwei Zeiten auch für alle anderen Interessierten geöffnet.

Von Heidrun Riese

Es ist ein etwas anderer Naturwissenschaftsunterricht, den einige Schüler des Gymnasiums in diesen Tagen absolvieren. Er findet auch nicht in den üblichen Fachräumen statt, sondern auf dem Lehrerparkplatz. Genauer gesagt im dort geparkten Nanotruck des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

In dem zweistöckigen Fahrzeug, das nicht nur mit spannenden Fakten, sondern auch mit hochtechnischem Gerät ausgestattet ist, bieten der Chemiker Dr. Marco Kollecker und der Nanowissenschaftler Dr. Niklas Kotman am Montag und Dienstag Workshops für interessierte Schüler an. „Vor allem aus der Oberstufe, aber auch aus der achten und neunten Klasse“, informiert Physik- und Mathelehrerin Susanne Anlauf.

Sie hat den Nanotruck nach Ochtrup geholt. Was, wie sie verrät, nicht ganz einfach war. „Ende 2012 haben wir die Einladung ausgesprochen, Mitte 2013 hätten wir ihn bei uns gerne gehabt, Anfang 2014 ist er nun endlich da.“ Das Wissenschaftsmobil, das als „Treffpunkt Nanowelten“ in der ganzen Bundesrepublik unterwegs ist, ist schwer gefragt – bei Berufsinformations- und Fachmessen, in Stadt- und Gemeindezentren, vor allem aber an Schulen. Weil es veranschaulicht, was die manchmal so weltfremd erscheinende Theorie mit der alltäglichen Praxis verbindet.

Wenn Kotman die Nanotechnologie als „Verwendung, Untersuchung und Herstellung von Strukturen kleiner als 100 Nanometer – egal aus welchem Material und egal zu welchem Zweck“ zusammenfast, geht vielen seiner Zuhörer schon ein Licht auf. Noch griffiger macht er das Thema mit einem Beispiel. „Nanotechnologie kommt auch bei der Beschichtung von Brillengläsern zum Einsatz, um diese zu entspiegeln oder kratzfest zu machen.“

Oder bei der Herstellung einer neuen Form von Solarzelle, die Inhalt einiger der Workshops in Ochtrup ist. „Eine Solarzelle, die nicht auf Silicium, sondern auf Titandioxid und Hibiskusblütentee als Halbleiter basiert“, erklärt Kotman. „Titandioxid ist wesentlich günstiger als Silicium.“ Natürlich dürfen sich die Schüler nicht nur anhören, wie das funktioniert, sondern auch selbst eine solche Solarzelle bauen. Und diese auf ihre Funktionalität testen. „Wir betreiben damit den Soundchip aus einer Glückwunschkarte“, kündigt Kollecker seinen wissbegierigen Teilnehmern zu Beginn des Experiments an. Das weckt die Neugier und steigert die Motivation.

In den anderen Workshops kommt ein Rasterelektronenmikroskop zum Einsatz – ein Gerät, mit dem Nanoteilchen und -strukturen sichtbar gemacht werden können. „Mit einem normalen Mikroskop ist das nicht möglich“, verrät Kotman. „Für Schüler ist das also eine seltene Gelegenheit.“

Über die freut sich auch Schulleiter Peter Grus. „Toll, wie hochwissenschaftliche Inhalte ganz plastisch rübergebracht werden“, meint er. Bürgermeister Kai Hutzenlaub ist ebenfalls begeistert: „Da steckt viel Zukunft drin.“

Insgesamt sechs Workshops für kleinere und größere Schülergruppen finden an den beiden Tagen, an denen der Nanotruck auf dem Lehrerparkplatz des Gymnasiums steht, statt. Darüber hinaus ist auch eine Stunde für die Lehrer reserviert. Außerdem gibt es zwei Zeiten, zu denen der „Treffpunkt Nanowelt“ für alle Interessierten geöffnet ist, die mal einen Blick in das winzige Technik-Universum werfen wollen. Und zwar am heutigen Dienstag von 11.15 bis 12.45 und von 16.30 bis 17.30 Uhr. Anlauf hofft auf zahlreiche Besucher, denn sie findet: „Das ist richtig spannend.“

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