Präventionsprogramm an der Marienschule
Unterricht mit einem Alien

Ochtrup -

Lubo ist ein Außerirdischer, der die Verhaltensweisen der Menschen auf der Erde kennenlernen möchte. Er steht im Mittelpunkt eines Trainingsprogramms zur frühzeitigen Förderung sozial-emotionaler Basiskompetenzen für Erst- und Zweitklässler, das auch an der Marienschule durchgeführt wird. Der Förderverein hat hierfür knapp 200 Arbeitshefte angeschafft.

Samstag, 18.04.2015, 09:04 Uhr

Mit „Lubo aus dem All“ lernen die Marienschüler sozial-emotionale Basiskompetenzen. Nicht nur die Klassen 1b und 3b, die hier zusammen mit Imke Philipps (hinten l.) und Christiane Wanschers ihre Arbeitshefte zeigen, sind begeistert.
Mit „Lubo aus dem All“ lernen die Marienschüler sozial-emotionale Basiskompetenzen. Nicht nur die Klassen 1b und 3b, die hier zusammen mit Imke Philipps (hinten l.) und Christiane Wanschers ihre Arbeitshefte zeigen, sind begeistert. Foto: Heidrun Riese

Lubo ist klein, grün und nicht von dieser Welt. Bei seinem Besuch auf der Erde möchte er erfahren, wie sich die Menschen verhalten. Das lernt der Außerirdische mit der wilden Frisur und den roten Stiefeln zusammen mit den Kindern der Marienschule . Dort hat bereits im vergangenen Schuljahr die jetzige Klasse 3b mit dem Trainingsprogramm zur frühzeitigen Förderung sozial-emotionaler Basiskompetenzen begonnen. Inzwischen läuft „Lubo aus dem All“ auch im kompletten ersten und zweiten Jahrgang.

Dafür hat die Marienschule extra verschiedene Materialien angeschafft, unter anderem drei Handpuppen. Außerdem sollte jedes Kind sein eigenes Arbeitsheft erhalten. An dieser Stelle kam der Förderverein ins Spiel, der die fast 200 Exemplare bezahlte. „Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung“, betonte Schulleiterin Christiane Wanschers bei der Übergabe mit der bisherigen Vorsitzenden Imke Philipps .

Bei „Lubo aus dem All“ handelt es sich um ein Präventionsprogramm für die erste und zweite Klasse. Ein Handbuch ermöglicht Lehrern, die Stunden mit dem Außerirdischen auch ohne sonderpädagogische Unterstützung durchzuführen. Das witzige Wesen ist dabei Teil des ganz normalen Unterrichts, begleitet die Kinder also durch viele Schulstunden. „Wir wollen weg von den Events, die wir eher als nette Ergänzung sehen, und hin zur Kontinuität“, erklärte Wanschers. Was Lubo auf der Erde lernt, soll bei den Kindern im Laufe der Zeit in Fleisch und Blut übergehen. Auf spielerische Weise wird ein breites Spektrum erarbeitet. „Es fängt bei einfachen Dingen wie der Begrüßung an und hört bei Strategien zur Konfliktlösung auf“, umriss die Schulleiterin die Themenfelder. Um beim Beispiel der Begrüßung zu bleiben: Während sich die Bewohner von Lubos Heimatplaneten dabei gegenseitig mit Arm oder Popo anstupsen, geben sich die Menschen auf der Erde die Hand oder wünschen sich einen guten Tag – eine Verhaltensregel, die nicht unbedingt alle Kinder kennen, wenn sie in die Schule kommen.

Lubo, das war den strahlenden Gesichtern anzusehen, kommt bei den Erst- und Zweitklässlern bestens an. Im dritten und vierten Jahrgang führt die Marienschule ein ähnliches Programm durch, wie Wanschers verriet. „Prävention ist uns sehr wichtig“, betonte sie. „Wir wollen die Kinder frühzeitig ansprechen, um sonderpädagogischem Förderbedarf vorzubeugen.“

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