Mo., 21.09.2015

Kabarett mit „Dietutnix“ Atemlos muss nicht sein

Hatten die Lacher stets auf ihrer Seite: die Frauen der Kabarettgruppe „Dietutnix“.

Hatten die Lacher stets auf ihrer Seite: die Frauen der Kabarettgruppe „Dietutnix“. Foto: Tappe

Ochtrup - 

Ob Helene Fischer, der 30-jährige Sohn im Hotel Mama oder E-Bike-Fahrer – beim Auftritt der Frauenkabarettgruppe „Dietutnix“ in der Vechtehalle kriegten alle ihren Teil des Spotts ab. Sehr zur Freude des Publikums.

Von Irmgard Tappe

„Wo ist nur die Zeit geblieben?“, fragt man sich oft. Und ständig behaupten die Leute, dass sie keine Zeit haben. „Dabei ist die Zeit immer da. Wir haben sie nur in ein enges Korsett gezwängt“, sinnieren die Frauen des Kabarettensembles „Dietutnix“. Am Sonntagabend machten Ingrid Helmer, Susanne Anders , Heike Knief , Steffie Winter und Sabine Hollefeld Station in der Vechtehalle . Mit ihrem neuen Programm „As time goes vorbei“ nahmen sie das Publikum mit auf eine Zeitreise von der Antike bis zur Gegenwart.

Da ging es mit scharfer Zunge flugs in die Antike, wo die Frauen die häusliche Feuerstelle hüteten und den Feueraustrittsschritt als Vorläufer der späteren Tänze entdeckten. Höhepunkt dieses Gags war Ingrid Helmers Charleston-Solo, das ihr die Puste raubte. „Vielleicht sollte ich mich besser auf einen Sitzboogie im Altenheim vorbereiten“, verkündete sie dem amüsierten Publikum atemlos. Pianistin Heike Knief indes unterzog sich einer „Atemlos-Therapie“, denn sie war vom HF-Virus befallen.

Als Hilde Heil erschien, schluckten dann doch einige Besucher. Sie stellte sich als Großcousine und Kindermädchen jenes Scheusals vor, das zeitlebens braune Hosen trug. Heute möchte sie die Welt als Farb- und Stilberaterin bunter machen.

Nach der Pause demonstrierten die Damen, dass sie auch als Kunstwerk aus Fleisch und Blut eine gute Figur machen. Mit starrer Mimik parodierten sie das van-Gogh-Gemälde „Die Kartoffelesser“ und plauderten scharfzüngig über die großen Meister der bildenden Kunst. Die Kunstkenner im Saal amüsierten sich über diese Pointen. Im Laufe des zweiten Programmteils liefen die Akteurinnen zur Hochform auf. Als Sabine Hollefeld mit dem Song „Zieh aus, zieh aus“ ihren 30-jährigen Sohn aufforderte, doch endlich das Hotel Mama zu verlassen, sprang der Funke über und das Publikum tobte. Es tobte weiter, als die beiden tätowierten Seniorinnen (Sabine Hollefeld und Susanne Anders) übers E-Bike-Frisieren und das Piercingstudio des Schusters fachsimpelten: „Früher hat der die Nägel inne Schuhe gekloppt. Heute kloppt er de Leute dat Altmetall int Gesicht.“

Trotz des vielen Lachmuskeltrainings hatten die Besucher noch nicht genug und forderten laut applaudierend Zugaben. Nach zweieinhalb Stunden Programm fragte man sich: „Wo ist nur die Zeit geblieben?“

Leserkommentare

Google-Anzeigen

karriere.ms Anzeigen

Ihr Jobportal für unbefristete und befristete Stellenangebote aus dem Münsterland

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3524600?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F182%2F