Mi., 19.04.2017

Halbjahresbilanz des Sozialbüros „Offenes Ohr“ Diskrete Hilfe in allen Notlagen

Das Team des Sozialbüros trifft sich zum Erfahrungsaustausch. Vor allem Menschen in materiellen Nöten bitten um Hilfe.

Das Team des Sozialbüros trifft sich zum Erfahrungsaustausch. Vor allem Menschen in materiellen Nöten bitten um Hilfe. Foto: Irmgard Tappe

Ochtrup - 

Menschen in Notsituationen können hier ihre Sorgen vortragen: Vor einem halben Jahr öffnete das Sozialbüro „Offenes Ohr“ der Kirchengemeinde St. Lamberti. Das Team traf sich nun, um eine erste Bilanz zu ziehen.

Von Irmgard Tappe

Im Oktober 2016 öffnete die Kirchengemeinde St. Lambertus das Sozialbüro „Offenes Ohr“. In dem Gebäudekomplex am Marktplatz 6, wo die Lambertibücherei, das Café Knitterfrei und der Familienunterstützende Dienst beheimatet sind, haben Pastoralreferentin Anja Mittrup und eine Gruppe ehrenamtlicher Mitstreiter einen Raum für ihr Wirken bekommen. Dort besteht für Menschen in Notsituationen die Gelegenheit, in einem geschützten Umfeld über ihre Sorgen zu reden.

Egal, ob es sich um materielle Nöte, familiäre Probleme oder andere Lebensfragen handelt – die Mitarbeiter des Sozialbüros schenken den Betroffenen Gehör. Die ehrenamtlich engagierten Frauen und Männer führen die Gespräche mit den Ratsuchenden in Zweierteams. „Wir sind allerdings keine professionelle Beratungsstelle in Lebensfragen aller Art. Aber wir sind mit entsprechenden Facheinrichtungen gut vernetzt und stehen den Betroffenen beratend und unterstützend zur Seite“, beschreibt Anja Mittrup das Engagement.

Vor allem materielle Sorgen

Einmal monatlich kommen die Teams des Offenen Ohrs zum Erfahrungsaustausch zusammen. An diesem Mittwochabend ziehen sie eine Bilanz des ersten Halbjahres. Es seien vorwiegend Menschen in materiellen Notlagen, die das Sozialbüro aufsuchen, heißt es in der Runde.

Diskret und anonym berichten die Mitarbeiter von Eltern, die weder die Schulbücher noch das Mittagessen ihrer Kinder zahlen können. Oder von einer jungen Frau, die ein Baby erwartete und nicht wusste, woran sie sich wenden sollte. „Wir waren ihr bei der Vermittlung einer Hebamme behilflich und konnten ihr außerdem eine Baby-Erstausstattung besorgen“, erinnert sich Anita Gehring an eine gelungene Aktion. Auch mit der Kleiderkammer arbeitet das Sozialbüro eng zusammen.

Die Mitarbeiter haben festgestellt, dass Leute in finanzieller Notlage am Ende eines Monats verstärkt das Offene Ohr aufsuchen. „Sofern möglich, helfen wir dann mit Lebensmittelgutscheinen weiter, die aus dem Erlös der Caritaskollekten kommen“, erzählt Mittrup. Bisher hätten sich die Hilfesuchenden in solchen Situationen an die Pfarrei gewandt.

Praktische Hilfen

Doch auch in anderen Lebenssituationen konnten die Leute vom Offenen Ohr schon weiterhelfen. Zum Beispiel einer Frau, die nach einer Selbsthilfegruppe Ausschau hielt, die sie mit einem öffentlichen Verkehrsmittel erreichen kann. Und manchmal seien lediglich ein paar praktische Hilfen gewünscht. Wie bei jener Familie, der man für den Transport von Möbeln einen Anhänger besorgte.

Das zeigt, wie breit gefächert die Anliegen sein können. „Wir verstehen uns als Anlaufstelle für alle, die Hilfe suchen. Dabei spielt es keine Rolle, welcher Religion oder Nationalität die Betroffenen angehören. Und wir unterliegen selbstverständlich der Schweigepflicht“, erklärt Rudolf Mulder.

Anja Mittrup weist darauf hin, dass noch weitere ehrenamtliche Mitarbeiter für das „Offene Ohr“ gesucht werden. Die Pastoralreferentin ist Ansprechpartnerin für Interessierte und über das Pfarrbüro St. Lambertus unter Telefon 0 25 53/ 97 15 10 erreichbar. Die Sprechstunden im Sozialbüro „Das offene Ohr“, Marktplatz 6, sind jeden Mittwoch von 16.30 bis 18 Uhr.

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