Mo., 04.01.2016

In Ochtrup sind die Sternsinger unterwegs Heilige Drei Könige kommen aus Deutschland, Syrien und Afghanistan

Besondere Sternsinger: Die Heiligen Drei Könige, die am Samstag im Bereich Lambertiweg unterwegs waren, kamen aus Ochtrup, Syrien und Afghanistan.

Besondere Sternsinger: Die Heiligen Drei Könige, die am Samstag im Bereich Lambertiweg unterwegs waren, kamen aus Ochtrup, Syrien und Afghanistan. Foto: Irmgard Tappe

Ochtrup - 

Multikulturell waren die Heiligen Drei Könige am Samstag in Ochtrup unterwegs. In einer Gruppe des Leinewebervereins tummelten sich neben Ochtrupern auch Sternsinger aus Syrien und Afghanistan. Sie wollten die christlichen Bräuche kennenlernen.  

Von Irmgard Tappe

In der Lambertikirche haben sich an diesem zweiten Tag des neuen Jahres 60 kleine Könige versammelt. Unter ihnen alte „Sternsingerhasen“, aber auch Kinder, die das erste Mal als Heilige Drei Könige durch die Gemeinde ziehen und den Menschen den Segenswunsch 20+C+M+B+16 („Christus segne dieses Haus“) an die Haustüren schreiben.

Wie die Flüchtlingskinder Jasmin, Ali und Simi aus Afghanistan. Erst seit sieben Wochen leben sie in Och­trup. Und dann schon so eine wichtige Aufgabe? Klar, dass die Drei da ein wenig aufgeregt sind. Erwartungsvoll schauen sie Kaplan Thomas Berger an, als er allen Sternsingern zuruft: „Ihr seid die Nachfolger der Heiligen Drei Könige.“ Der Geistliche erklärt, dass jeder Mensch auf der Welt Respekt verdiene, weil jeder Mensch ein Kind Gottes sei. „Diese Botschaft sollt ihr den Leuten mit eurem Segen bringen“, legt Berger den Kindern nahe und wünscht ihnen viele offene Türen und offene Herzen. Dann segnet er die Kreide und los geht es.

„Zuerst üben wir noch das Sternsingerlied“, sagt Christina Bierbaum, deren Töchter Maria und Anna zusammen mit Jasmin, Ali und Simi in einer großen Gruppe unterwegs sind. Auch die fünfjährige Maja aus Ochtrup gehört dazu, und der 31-jährige Mohammad aus Syrien und der 22-jährige Nasir aus Afghanistan haben sich in königliche Gewänder gehüllt und der Gruppe angeschlossen. „Ich bin zwar Muslim, habe aber kein Problem, in die katholische Kirche zu gehen. Es ist mir eine Ehre, dass ich bei den Sternsingern mitmachen darf“, sagt Mohammad lächelnd. Und Nasir ergänzt: „Wir möchten die christlichen Traditionen näher kennenlernen. Die Weihnachtsmesse haben wir in dieser Kirche auch schon mitgemacht.“

Mittlerweile hat die Gruppe ihren Bezirk erreicht. Oje, beim ersten Haus haben sie Pech, niemand öffnet. Anna steckt den Bewohnern einen Vermerk in den Briefkasten, dass die Sternsinger da waren. Im nächsten Haus werden sie schon erwartet. „Seht ihr unseren Stern dort stehen, helles Licht in dunkler Nacht“, singen sie aus voller Kehle. Maria, Anna und Nasir tragen danach die Botschaft vor und schreiben den Segenswunsch an die Haustür. Die ersten Geldstücke wandern in die Spardose und Süßigkeiten in die Tragetasche.

„Das sind aber viele Sternsinger. Und so schöne Gewänder tragt ihr“, staunt eine Frau in einem der nächsten Häuser. Christina Bierbaum erzählt, dass die Näherinnen des Leinewebervereins die königlichen Gewänder und aufwendigen Kopfbedeckungen in mühsamer Kleinarbeit angefertigt haben.

Und weiter geht es zur nächsten Haustür. Die Spardose füllt sich im Laufe des Morgens, und auch die Tasche mit den Süßigkeiten wird immer schwerer. Jasmin, Ali und Simi wechseln sich als Sternenträger ab. Mit Bravour meistern die drei ihren ersten Sternsingerauftritt in St. Lambertus. Trotz des trüben und mitunter nassen Wetters. Und auch die erwachsenen Sternsinger Nasir und Mohammad haben die christliche Tradition schätzen gelernt. „Die Weihnachtszeit eignet sich wunderbar für Integration. Es gibt viele Dinge, die die Religionen verbindet. Danach sollten wir verstärkt suchen und nicht nach den Unterschieden“, findet Christina Bierbaum.  

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