Mi., 06.01.2016

Trennwände zum Wohlfühlen Unternehmer aus Ochtrup und Gronau entwickeln Konzept für mobile Trennwände

Neun Quadratmeter umschließen die mobilen Trennwände, die Markus Konermann, Frank Hagemann und Jürgen Duesmann entwickelt haben. Sie sollen beispielsweise in Sammelunterkünften für Flüchtlinge nicht nur Sichtschutz und damit Privatsphäre bieten, sondern auch den Brandschutzbestimmungen genügen.

Neun Quadratmeter umschließen die mobilen Trennwände, die Markus Konermann, Frank Hagemann und Jürgen Duesmann entwickelt haben. Sie sollen beispielsweise in Sammelunterkünften für Flüchtlinge nicht nur Sichtschutz und damit Privatsphäre bieten, sondern auch den Brandschutzbestimmungen genügen. Foto: Martin Fahlbusch

Ochtrup - 

Bei ihrem Konzept „Roomâker“ achten Markus Konermann, Frank Hagemann und Jürgen Duesmann nicht nur darauf, dass mobile Trennwände beispielsweise in Sammelunterkünften für Flüchtlinge nicht nur Privatsphäre schaffen, sondern auch sicher sind.

Von Martin Fahlbusch

Raum ist in der kleinsten Hütte. Das mag eine nette Redensart sein, aber angesichts des großen Andrangs von Flüchtlingen und Asylbewerbern, den auch Ochtrup seit Monaten erlebt, beschreibt dieser Spruch die aktuelle Herausforderung alles andere als angemessen.

Auch wenn die Verantwortlichen hier vor Ort immer noch engagiert und kreativ verträgliche Lösungen für den herrschenden Bedarf nach Unterbringung anbieten können, kommen in benachbarten Städten und Gemeinden zunehmend auch Turnhallen, ehemalige Fabrikgebäude und Ähnliches in den Blick der Planer. Für den Ochtruper Markus Konermann, der sich beruflich und privat in Sachen Brandschutz und Rettungstraining engagiert, werfen solche Lösungen ernsthafte Sicherheitsfragen auf. „Vom Präventionsstandpunkt aus beurteilt, ist man gehalten, keine zusätzliche ‚Brandlast’ – wie man so eine mögliche Gefahrenquelle technisch nennt – in unter dem Gesichtspunkt Fluchtwege und Feuervorbeugung eh schon nicht ganz unproblematischen Bauten zu bringen – wie eben beispielsweise in Turnhallen“, macht er im Gespräch deutlich. Mit großer Skepsis sieht er Konzepte, nach denen Kommunen aus Holz und anderen brennbaren Materialen gebaute Wohneinheiten oder Übergangszimmer in Hallen aufstellen.

Konermann weiß natürlich um die Notwendigkeit, gerade unter schwierigsten Bedingungen aus ihren Heimatländern geflohenen Menschen ein Stück Privatsphäre und Rückzugsmöglichkeiten in den Sammelunterkünften zu bieten. Zudem müsse man hoffend im Blick haben, dass eine derartige Unterbringung nur für eine absehbare Zeit notwendig sei. Wohn- und Arbeitssituation beziehungsweise die in Rede stehenden Asyl- und Aufenthaltsberechtigungsfragen würden sich schließlich irgendwann klären.

Markus Konermann (l.) und Jürgen Duesmann stellen ihr System Roomâker zur einfachen Unterbringung von Gruppen in großen Hallen oder Gebäudeteilen vor.

Markus Konermann (l.) und Jürgen Duesmann stellen ihr System Roomâker zur einfachen Unterbringung von Gruppen in großen Hallen oder Gebäudeteilen vor. Foto: Martin Fahlbusch

Konermann setzte sich mit befreundeten Unternehmern zusammen, mit denen er schon auf anderen Themenfeldern Projekte bewältigt hat. „Mit Frank Hagemann hier aus Ochtrup habe ich einen versierten Experten in Sachen Textilien und Digitaldruck angesprochen und mit dem Stahlbauer Jürgen Duesmann aus Gronau arbeite ich öfter erfolgreich zusammen“, erläutert der Brandinspektor die Arbeitsvoraussetzungen. Das Modulkonzept, das die drei entworfen haben, überzeugt durch schnelle Aufbaumöglichkeit und Stabilität. Die verwendeten bedruckten Textilien entsprechen den Brandschutzbestimmungen und sind damit schwer entflammbar. Außerdem bieten die Trennwände Wohnlichkeit. Sie umschließen neun Quadratmeter Raum, der durch zusätzliche Module erweiterbar ist. Die Sicherheitshinweise sind in mehreren Sprachen aufgedruckt und verweisen durch Piktogramme auf Fluchtwege.

Das Schwierigste sei die Namensfindung gewesen, sagt Konermann: „Da ist es hilfreich, wenn man in Grenznähe wohnt. Roomâker klingt ein wenig englisch, ein wenig niederländisch und irgendwie verständlich.“

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