Di., 12.01.2016

Im Dienst der guten Sache Monique Röttgers arbeitet für den Europäischen Freiwilligendienst in Spanien

Im katalonischen Tàrrega arbeitet die 24-jährige Monique Röttgers in einer Einrichtung für behinderte Kinder und Jugendliche.

Im katalonischen Tàrrega arbeitet die 24-jährige Monique Röttgers in einer Einrichtung für behinderte Kinder und Jugendliche. Foto: Privatbesitz Monique Röttgers

Ochtrup - 

Kaum war sie da, ist sie schon wieder weg. Monique Röttgers hat ihren sechsmonatigen Aufenthalt in Spanien nur für einen Kurzbesuch während der Feiertage in ihrer Heimat Ochtrup unterbrochen. Doch die Zeit reichte für eine Zwischenbilanz ihrer Arbeit im sogenannten Europäischen Freiwilligendienst.

Von Martin Fahlbusch

Monique Röttgers ist immer „noch mal weg“. Als unsere Zeitung die Och­truperin im Frühherbst des vergangenen Jahres traf, packte sie gerade für einen sechsmonatigen Aufenthalt in Spanien im sogenannten Europäischen Freiwilligendienst die Koffer. Damals hatte sie gerade ihren Bachelor-Abschluss im niederländischen Enschede gemacht. Schon im Studium lagen ihre Schwerpunkte auf der „Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen“ und „Genderarbeit“. Und der europäische Virus hatte sie infiziert.

Als sie zu Weihnachten nach fast drei Monaten für gut zwei Wochen wieder im heimischen Ochtrup war, war ihr anzumerken, dass sie die Zeit zwischen den Jahren in Deutschland genießt, aber sich auf den zweiten Teil ihrer Arbeit im katalonischen Tàrrega richtig freut. In der großen Einrichtung für Behinderte, 90 Autominuten von Barcelona entfernt im Nordosten von Spanien, arbeiten noch sechs weitere „Freiwillige“ (Volonteers). „Und das ist echt ein internationaler Haufen“, erzählt sie von Clara und Chloé aus Frankreich, Jordana aus Ungarn, Rokas aus Litauen, Ozan aus der Türkei und Alessa, die wie sie aus Deutschland kommt.

„Anfangs ging es gegenüber den letzten Monaten im Studium und meinen Jobs und Verpflichtungen in Ochtrup eher ruhig zu. Aber mittlerweile werde ich echt gefordert, bekomme Verantwortung übertragen und fühle mich sehr wohl mit meiner Arbeit“, blickt sie zurück.

In der Associadio Alba, wie die spanische Einrichtung heißt, geht es von Kindergartenarbeit über eine Schule für behinderte Kinder und Jugendliche im Alter zwischen sechs und 21 Jahren auch um die Betreuung von Wohnungen und Wohnheimen für Behinderte. Besondere Werkstätten bieten für diese jungen Menschen und Erwachsenen Arbeit, Begleitung und Unterstützung. In Teilbereichen der Einrichtung wird auch Menschen mit psychischen Erkrankungen Hilfe angeboten. Zudem gibt es ein breites Spektrum und einige Organisationen, die Sportaktivitäten veranstalten, den Behinderten Freizeitangebote machen und diese begleiten.

Monique Röttgers ist mittlerweile in vielen Berei­-chen eingebunden. Sie hilft in der Schule, bei der Be­treuung, bietet Sportkurse an und organisiert Freizeitangebote. „Die Leute, mit denen wir hier arbeiten, sind einfach wundervolle Menschen und schätzen unsere Arbeit als Freiwillige“, betont Monique Röttgers.

Man werde auf keinen Fall ausgenutzt, wie sie es von anderen Einrichtungen, die mit Freiwilligen arbeiten, schon öfter gehört hat, unterstreicht die 24-Jährige. „Natürlich konnte ich einige meiner Klischees von Spanien und dieser Arbeit bestätigt finden, aber viel wichtiger für mich ist es, dass ich noch viel mehr Vorurteile locker über Bord werfen konnte.“

Obwohl sie schon vor ihrem Spanien-Aufenthalt mit Deutsch, Englisch und Niederländisch mehrsprachig unterwegs war, nervt sie dennoch die spanische Sprachbarriere. Und die gibt es hier gleich zweifach. Das Verrückte sei in dieser Gegend auf der iberischen Halbinsel, dass man nicht nur Spanisch lernen müsse, sondern auch Katalan – und das sei nicht nur so ein spezieller Dialekt.

„Hier in Catalunya (Katalonien) ist es den Menschen ungemein wichtig, endlich unabhängig von der spanischen Bevormundung zu sein.“ Das sei dort ein wichtigeres Thema als beispielsweise die Situation der Flüchtlinge, die in Spanien längst nicht so eine Rolle spiele wie in Deutschland.

Und trotz aller Zufriedenheit in ihrem Europäischen Freiwilligendienst in Spanien ist sie zu Weihnachten besonders gerne nach Hause gekommen. Kurz vor den Festtagen wurde ihre Nichte Mathilda geboren und hat Monique Röttgers zu einer 24 Jahre jungen Tante gemacht. Dieses Erlebnis wollte sie auf jeden Fall mitnehmen, als sie vor einigen Tagen erneut sagte: „Ich bin dann wieder mal weg.“

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