Sa., 16.01.2016

Übergriffe auf Frauen Den Syrer Abdul Whab Alkhatib machen die Vorfälle von Köln wütend

Abdul Whab Alkhatib ist wütend auf die Männer, die in der Silvesternacht in Köln Jagd auf Frauen machten. Und er fordert ihre Bestrafung.

Abdul Whab Alkhatib ist wütend auf die Männer, die in der Silvesternacht in Köln Jagd auf Frauen machten. Und er fordert ihre Bestrafung. Foto: Hannah Moritz

Ochtrup - 

Abdul Whab Alkhatib ist Syrer und lebt seit sieben Monaten in Deutschland. Im Gespräch mit unserer Zeitung macht er deutlich, was er bei dem Gedanken an das, was sich in der Silvesternacht in Köln ereignet hat, fühlt: eine unbändige Wut auf die Männer, die für die Übergriffe auf die Frauen verantwortlich sind.

Von Anne Steven

Wenn Abdul Whab Alkhatib an die Ereignisse in der Silvesternacht in Köln denkt, wird er wütend. Der 31-jährige Syrer lebt seit sieben Monaten in Deutschland und hat kein Verständnis für die Taten der Männer in der Rheinmetropole.

„Man kann Frauen doch nicht so behandeln“, regt sich Alkhatib auf. Er wisse nicht, aus welchen Ländern diese Männer kämen, aber sie müssten sehr dumm sein, glaubt Alkhatib. Gerade diejenigen, die als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen seien, müssten doch wissen, wie viel sie den Menschen, auch den Frauen hier, zu verdanken hätten und ihnen eigentlich mit großem Respekt gegenübertreten.

„Aus der Geschichte weiß ich, was nach dem Zweiten Weltkrieg passiert ist. Da haben die Frauen Deutschland wieder aufgebaut. Heute sind die Frauen hier gut ausgebildet, haben einen Job, kümmern sich um ihre Kinder und die Familie, und sie engagieren sich. Das finde ich toll“, bricht es aus dem Syrer heraus.

Auch in seinem Freundeskreis würden die Taten von Köln verurteilt. Alkhatib hofft, dass Polizei und Justiz hart gegen die Täter vorgehen und sie bestrafen. Anfang des neuen Jahres war er in Düsseldorf und in Greven unterwegs. Dort unterhielt er sich mit Frauen, sprach mit ihnen über die Vorfälle und sagte seine Meinung. Es ist ihm wichtig, dass nicht alle Flüchtlinge über einen Kamm geschoren werden. „Diese Leute repräsentieren uns nicht“, betont der Syrer.

Er ist traurig darüber, dass ein Fest wie Silvester, bei dem eigentlich alle feiern und Spaß haben sollten, durch solche Übergriffe zerstört wurde. Seiner Meinung nach waren die sexuellen Übergriffe und die Diebstähle in Köln in der Silvesternacht das Ergebnis mehrerer Faktoren. „Ich glaube, da waren ganz viele sehr dumme und meist betrunkene Menschen zur falschen Zeit am falschen Ort“, versucht er sich an einer Erklärung, die ihm aber irgendwie selbst nicht so recht ausreicht.

„Ich bin einfach nur schockiert“, sagt er und schüttelt fassungslos den Kopf. Er habe Angst, dass nun, auch durch die Medienberichterstattung, der Hass auf Flüchtlinge geschürt werde – auf alle, nicht nur auf die Täter von Köln.

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