Mo., 25.01.2016

Neujahrsempfang der Ochtruper SPD Schäfer-Gümbel fordert „Mut zu Europa“

Thorsten Schäfer-Gümbel, stellvertretender Bundesvorsitzender der SPD, äußerte sich beim Neujahrsempfang der Ochtruper Sozialdemokraten kritisch zur Schließung der Grenzen für Flüchtlinge.

Thorsten Schäfer-Gümbel, stellvertretender Bundesvorsitzender der SPD, äußerte sich beim Neujahrsempfang der Ochtruper Sozialdemokraten kritisch zur Schließung der Grenzen für Flüchtlinge. Foto: Irmgard Tappe

Ochtrup - 

Thorsten Schäfer-Gümbel, der stellvertretende Bundesvorsitzende der SPD, war am Samstagabend Gastredner beim Neujahrsempfang der Ochtruper Sozialdemokraten. Er verurteilte die Schließung der Grenzen für Flüchtlinge und forderte stattdessen „Mut zu Europa“.

Von Irmgard Tappe

Er kam direkt von einer SPD-Veranstaltung in Fulda: Thorsten Schäfer-Gümbel, Landes- und Fraktionsvorsitzender der SPD in Hessen und stellvertretender Bundesvorsitzender der Sozialdemokraten, war am Samstagabend Gastredner beim Neujahrsempfang des SPD-Ortsvereins Ochtrup.

Lang war die Liste der Gäste aus Politik und Gesellschaft, die der Ortsvereinsvorsitzende Vincent ten Voorde im Saal der Gaststätte Brinck­wirth willkommen hieß. In einer eindrucksvollen Begrüßung warb ten Voorde für Solidarität und Gemeinschaft statt Egoismus, bevor er das Wort Schäfer-Gümbel weitergab, der zum Thema „Zusammenhalt oder Egoismus – das Europa der Zukunft“ referierte.

„In diesem Land sind alle Fragen zulässig. Sie dürfen aber nicht mit Ausgrenzung und Hass beantwortet werden“, erklärte er. Die Flüchtlingskrise zu bewältigen, sei ein langer Weg, auf dem auch die Fluchtgründe beseitigt werden müssten. Die Grundhaltung, dass andere das richten sollen, sei nicht mehr akzeptabel. Der islamistische und rechtsextreme Terror werde Europa auch in Zukunft fordern. Der sogenannte Islamische Staat, so der Politiker, könne nur militärisch gestoppt werden.

Schäfer-Gümbel verurteilte die Schließung von Grenzen: „Menschen, die nach Frieden und Sicherheit suchen, werden sich durch Zäune nicht aufhalten lassen.“ Die Anwesenden applaudierten und der Politiker forderte „Mut zu Europa als eine Wertegemeinschaft, die mehr ist als eine ökonomische Vorteilsverteilung.“

Die Sorgen der Bevölkerung seien groß, und man dürfe niemanden gegeneinander ausspielen, fuhr der Sozialdemokrat fort, und betonte, dass Politik für die gesamte Bevölkerung gemacht werde – nicht nur für Flüchtlinge. Er sprach auch die Themen Arbeitsmarkt, frühkindliche Bildung, Umwelt, Pflege und bezahlbaren Wohnraum an. „Wir müssen neue Stadtteile bauen, um eine Situation zu schaffen, in der wir mit Flüchtlingen als unsere Nachbarn leben“, schilderte er seine Vorstellung. „In der Krise beweist sich der Charakter“, zitierte er Helmut Schmidt und appellierte an die Bevölkerung, diesen Charakter zu beweisen.

In der anschließenden Diskussion machte MdB In­grid Arndt-Brauer deutlich, dass sie die Ängste des hessischen Politikers bezüglich der rechtspopulistischen Bewegungen und der AfD teile. Sie plädierte allerdings dafür, sich mit der AfD auseinanderzusetzen und die Bevölkerung mit Gegenargumenten zu überzeugen.

Schäfer-Gümbel ging noch auf etliche Fragen der Ochtruper ein. Zum Schluss zeichnete er die Jubilare Werner Helling für 40-jährige Parteitreue sowie Bürgermeister Kai Hutzenlaub und dessen Frau Sandra für ihre 25-jährige SPD-Mitgliedschaft aus. Draußen vor der Tür wartete da auf Schäfer-Gümbel bereits sein Chauffeur und am Sonntagmorgen der nächste Neujahrsempfang im hessischen Rothenburg.

Werner Helling und Bürgermeister Kai Hutzenlaub sowie seine Frau Sandra wurden am Samstagabend für 40- beziehungsweise 25-jährige Mitgliedschaft in der SPD geehrt.

Werner Helling und Bürgermeister Kai Hutzenlaub sowie seine Frau Sandra wurden am Samstagabend für 40- beziehungsweise 25-jährige Mitgliedschaft in der SPD geehrt. Foto: Irmgard Tappe

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