Anzeige

Di., 26.01.2016

Banken in Ochtrup haben aufgerüstet Maßnahmen zur Verhinderung von Geldautomatensprengungen

Ein Szenario wie dieses, bei dem unbekannte Täter in Thüringen den Geldautomaten einer Sparkassenfiliale sprengten, blieb den Banken in Ochtrup bislang zum Glück erspart. Doch auch im Münsterland kam es zu derartigen Angriffen. Sowohl Barbara Plenter von der Verbund-Sparkasse als auch Hermann Lastring von der Volksbank berichten, dass ihre Kreditinstitute deshalb Vorkehrungen getroffen haben.

Ein Szenario wie dieses, bei dem unbekannte Täter in Thüringen den Geldautomaten einer Sparkassenfiliale sprengten, blieb den Banken in Ochtrup bislang zum Glück erspart. Doch auch im Münsterland kam es zu derartigen Angriffen. Sowohl Barbara Plenter von der Verbund-Sparkasse als auch Hermann Lastring von der Volksbank berichten, dass ihre Kreditinstitute deshalb Vorkehrungen getroffen haben. Foto: dpa

Ochtrup - 

Die Bilder zerstörter Geldautomaten gehörten im vergangenen Jahr schon fast zur Tagesordnung. Auch im Münsterland schlugen Bankräuber beispielsweise in Rheine zu. Die Banken in Ochtrup haben auf diese Angriff reagiert und Maßnahmen getroffen, um ihre Geldautomaten zu schützen.

Von Anne Steven

Die Bilder von verwüsteten Bankfilialen waren im vergangenen Jahr ständig präsent. Auch im Münsterland, wie beispielsweise in Rheine, sprengten Bankräuber Geldautomaten, um an die im Autoamten befindliche Scheine zu gelangen. In Ochtrup war dies glücklicherweise noch nicht der Fall. Die Banken haben aber trotzdem Vorsichtsmaßnahmen getroffen.

Barbara Plenter von der Verbund-Sparkasse.

Barbara Plenter von der Verbund-Sparkasse. Foto: Anne Steven

„Wir behalten uns vor, die Foyers nachts geschlossen zu halten“, berichtet Barbara Plenter von der Verbund-Sparkasse Emsdetten/Och­trup im Gespräch mit dieser Zeitung. Lediglich das Foyer der Hauptstelle bleibe auch nachts für Kunden erreichbar. Neben der Sicherung der Geldbestände kommt für die Sparkasse in diesem Zusammenhang noch ein weiterer Aspekt hinzu: Über den Filialen an der Bentheimer Straße sowie in den Ortsteilen Langenhorst und Welbergen befinden sich Wohnungen. „Wichtig ist uns, dass kein Menschenleben gefährdet wird“ erklärt Plenter. Denn in der Vergangenheit sei es auch vorgekommen, dass die Bankräuber nicht nur den Geldautomaten, sondern gleich die ganze Bankfiliale in die Luft gejagt hätten. „Bei einer solchen Explosion weiß man nie, wie sich das auf die Statik der Gebäude auswirkt“, führt die Mitarbeiterin der Verbund-Sparkasse aus.

Auch die Volksbank Och­trup hat sich mit dem Thema beschäftigt.

Hermann Lastring von der Volksbank Ochtrup.

Hermann Lastring von der Volksbank Ochtrup. Foto: Volksbank Ochtrup

„Geldautomatensprengungen sind kriminelle Handlungen, von denen jede Bank betroffen werden kann. Das gilt auch für uns“, macht Volksbank-Vorstand Hermann Lastring deutlich. Die Gefährdung der Filialen sei dabei unterschiedlich zu bewerten. „Wir haben uns der Empfehlung des LKA bedient und das Gefährdungspotenzial für unsere Automaten analysiert und danach entsprechende zusätzliche Sicherungsmaßnahmen beschlossen“, erklärt Lastring. Neben einer Überwachung per Videoaufzeichnung würden die Geldautomaten in den Filialen der Volksbank aktuell mit Gasneutralisierungssystemen nachgerüstet. „Dadurch wird in den Geldautomaten eingeleitetes Gas neutralisiert und kann nicht mehr zur Explosion im Automaten gebracht werden, so dass eine Sprengung unterbunden wird“ erklärt Lastring das Prinzip.

Die Geldautomaten bei der Verbund-Sparkassen werden über einen speziell gesicherten Raum mit Geldscheinen befüllt. Allein schon deshalb mache eine Sprengung wenig Sinn, ist sich Plenter sicher. Welche Maßnahmen außerdem ergriffen wurden, will Plenter nicht preisgeben. „Wir können nur versuchen, es den Tätern so schwer wie möglich zu machen. Und das tun wir“, verspricht die Bankangestellte. Im Übrigen würden auch Maßnahmen ins Auge gefasst, von denen die Kunden nicht unbedingt etwas mitbekommen würden.

"

Gesicherte Rollos sind einfach die sicherste Methode, um Angreifer auf Abstand zu halten.

Rainer Zimmermann

"

Eine Maßnahme, die Rainer Zimmermann von der Firma Concept Bankware aus Steinfurt favorisiert, sind gesicherte Rollos direkt an den Geldautomaten. „Noch vor einigen Jahren gehörten diese Rollos zur Standardausführung bei Geldautomaten“, erklärt Zimmermann. Sein Unternehmen ist für die Montage von Geldautomaten zuständig. Nachdem die Hersteller in der Vergangenheit meist auf besagte Rollos verzichtet hätten, würden sie heute vermehrt wieder eingebaut. „Es ist einfach die sicherste Methode, um Angreifer auf Abstand zu halten“, weiß der Experte. Ähnlich wie bei einem Juweliergeschäft schließen sich die Rollos an den Geldautomaten ab einer bestimmten Uhrzeit. Nur so könne effektiv ein Angriff verhindert werden, ist sich Zimmermann sicher. Grundsätzlich sei ein Automat in ruhiger Lage weit aus gefährdeter, als beispielsweise einer in einer auch spät abends belebten Innenstadt.

Leserkommentare

Wie bewerten Sie diesen Artikel?

Vielen Dank für Ihre Bewertung.

Nur eine Abstimmung möglich!

Ihre Bewertung wurde geändert.

  • Derzeit 0 von 5 Sternen.
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Bewertung: 0/5

1 Stern = überhaupt nicht gut; 5 Sterne = hervorragend

Google-Anzeigen

immomarkt.ms Anzeigen

Wohnungen, Häuser, Grundstücke und gewerbliche Immobilien aus Ihrer Region

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3761248?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F182%2F