Di., 02.02.2016

Jugendschöffengericht verurteilt Vergewaltiger 42-jähriger Flüchtling aus Syrien muss für knapp vier Jahre in Haft

Symbolbild 

Symbolbild  Foto: dpa

Ochtrup/Rheine - 

Das Jugendschöffengericht Rheine hat am Montag einen 42-jährigen Mann aus Syrien wegen Vergewaltigung einer 15-Jährigen verurteilt. Die Tat hatte dieser bereits im März 2005 in Ochtrup begangen.

Von Monika Koch

Wegen Vergewaltigung eines 15-jährigen Mädchens am 1. März 2005 in Ochtrup hat das Jugendschöffengericht in Rheine am Montag einen 42-jährigen Flüchtling aus Syrien zu einer Haftstrafe von drei Jahren und zehn Monaten verurteilt. Darin enthalten sind ein Berufungsurteil aus dem Jahr 2006 des Landgerichts Münster sowie zwei Urteile des Amtsgerichts Steinfurt aus dem Jahr 2005 wegen diverser, aber nicht einschlägiger Straftaten.

Die Verhandlung war bereits 2006 terminiert, der Angeklagte entzog sich jedoch durch Flucht in sein Heimatland Syrien. Im Herbst 2015 kehrte er zurück und wurde bei einer Personenkontrolle als ein per Haftbefehl gesuchter Straftäter identifiziert. Zwar hatte er einen Ausweis mit anderem Namen vorgelegt, doch die Polizei kannte alle Namen, die er in Deutschland benutzt hatte.

Seit dem 28. September 2015 verbüßt er die bisherigen Strafen in der JVA Münster. Ursprünglich bis Mai 2017, jetzt deutlich länger. Das Gericht folgte mit dem Urteil am Montag der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger hatte wegen Widersprüchlichkeiten in den Aussagen des mutmaßlichen Opfers und weiterer Zeugen Freispruch beantragt.

Laut Anklage soll der Mann am 1. März 2005 mit der 15-Jährigen in seiner Wohnung in Ochtrup ungeschützten Beischlaf unter Gewaltanwendung vollzogen haben. Dabei habe er sie auf sein Bett gestoßen und an den Armen festgehalten. „Das stimmt alles nicht“, sagte der Angeklagte und behauptete: „Sie wollte mit mir schlafen“. Der Richter hielt ihm vor, dass er bei der Polizei den Beischlaf zunächst abgestritten habe: „Erst als Nachweise des Geschlechtsverkehrs vom LKA vorlagen, haben Sie einvernehmlichen Verkehr zugegeben.“

Das heute 26-jährige Opfer aus Ochtrup sagte aus, dass sie mit ihrer Schwester und einer Freundin zu dem Angeklagten in die Wohnung gegangen sei. Er habe die beiden weggeschickt, um Zigaretten zu kaufen. „Er schubste mich in Richtung Couch und hat versucht, meine Hose zu öffnen. Ich habe ‚Nein’ gesagt und ‚ich möchte das nicht‘.“ Aber ihre Kraft habe nicht ausgereicht, ihn wegzustoßen. „Dann ist es passiert“, sagte sie leise und hatte große Probleme, darüber zu sprechen. Ihre Schwester bestätigte ihre Aussage und erinnerte sich, „dass meine Schwester ganz verstört war, als wir wiederkamen“. Sie habe ihr sofort zu verstehen gegeben, dass etwas Schlimmes geschehen sei. „Hat er dich vergewaltigt?“, habe sie gefragt, was ihre Schwester bejaht habe. „Da habe ich ihn angeschrien: Du blödes Schwein, was hast du mit meiner Schwester gemacht?“ Die Freundin brach bei ihrer Aussage in Tränen aus: „Weil wir sie allein gelassen haben.“ Es war der erste Geschlechtsverkehr der 15-Jährigen. „Ungeschützt“, wie der Staatsanwalt betonte. Er war dem Angeklagten vor: „Ohne sich darum zu kümmern, ob sie sich schützt, einfach schäbig.“

Das Opfer machte bis 2007 eine Therapie und wirkte auch jetzt noch traumatisiert. Der Richter betonte, dass das Urteil auf der glaubhaften Aussage der Frau basiere: „Zum Kerngeschehen haben Sie immer das Gleiche gesagt.“  

Leserkommentare

Google-Anzeigen

flohmarkt.ms Anzeigen

Schnäppchen und Angebote aus Ihrer Umgebung

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3777060?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F182%2F