Anzeige

Do., 18.02.2016

Archäologen finden alte Fundamente Der Vorgänger der Lambertikirche

Fundstück: Archäologe Dr. Otfried Ellger vom LWL hat mit seinen Kollegen im Schatten der Lambertikirche alte Fundamente freigelegt.

Fundstück: Archäologe Dr. Otfried Ellger vom LWL hat mit seinen Kollegen im Schatten der Lambertikirche alte Fundamente freigelegt. Foto: Anne Steven

Ochtrup - 

Einen Überraschungsfund gab es am Mittwochvormittag an der Lambertikirche. Dort haben Archäologen des LWL nun Fundamente freigelegt.

Von Anne Steven

Da waren sie im Rathaus alle ziemlich baff, als Dr. Otfried Ellger von der Archäologie Westfalen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe am Mittwochvormittag den Fund alter Fundamente im Schatten der Lambertikirche vermeldete. Und auch der Experte selbst zeigte sich überrascht. Damit hatte er nicht gerechnet.

Was er und seine Kollegen neben dem Gotteshaus gefunden haben? Die Überreste des Vorgängermodells. „Die Kirche hat früher anders gestanden“, erklärt Claudia Werremeier vom Bauamt der Stadt. Auf einem Plan haben sie und ihre Kollegen eingezeichnet, wie das ausgesehen haben könnte. Viele Informationen gibt es bisher nicht. Nur, dass die Kirche früher geostet war. Heißt: Der Chor befand sich im Osten, der Turm im Westen. Heute steht der Turm im Norden, der Chor im Süden. Das neue Gotteshaus bedeckt zu einem Großteil die Fläche des Vorgängers. Nur an den Ecken schaut freie Fläche hervor. Dort haben die Archäologen des LWL nun gegraben.

Was sie freigelegt haben, sind vermutlich die Fundamente der Westwand des alten Westturms. Von wann diese Überreste kirchlicher Baukunst sind, vermag Ellger nicht genau zu sagen. „Wahrscheinlich 13., 14. oder 15. Jahrhundert“, tippt der Experte für Mittelalter- und Neuarchäologie beim LWL. Theoretisch könnten die Funde sogar noch älter sein.

Das Archäologen-Team hatte sich am Mittwochmorgen an die Arbeit gemacht. Nach einem alten Katasterplan wurde gemessen und ausgerichtet. „Normalerweise stimmen diese Pläne nie, hier schon“, freut sich Ellger, dass sie mit ihrer Suche sofort Erfolg hatten. Es habe sogar „auf den Zentimeter gepasst“.

Das alte Fundament ist übrigens ein ordentlicher Brocken. 2,60 Meter breit und aus Bruchsteinen und Mörtel gefertigt, zieht sich der Streifen durch das Grün neben der Kirche. Und Ellger hofft, noch mehr zu finden. Um das Alter der Fundamente konkreter bestimmen zu können, wäre es hilfreich, die alte Baugrube ausfindig zu machen. Dort hofft er auf Scherben, die ihm die Bestimmung erleichtern würden. „Mit etwas Glück wird das was“, so der Archäologe. Er und seine Kollegen werden das Fundstück nun genauestens vermessen und eine Zeichnung erstellen.

„Es wäre natürlich schön, wenn man den Standort der alten Kirche später in irgendeiner Form sichtbar machen könnte“, denkt Bürgermeister Kai Hutzenlaub am Mittwochnachmittag schon weiter. Die Idee findet auch beim Archäologen großen Anklang. Er wird sich mit seinen Kollegen vom LWL in Kürze die anderen Bereiche auf dem Areal des alten Friedhofs der Lambertikirche vornehmen.

Apropos: Leichenteile, das glaubt der Experte, werden bei den Pflasterarbeiten zur Umgestaltung des Platzes um das Gotteshaus aller Wahrscheinlichkeit nach nicht zu Tage treten. Das Erdniveau, auf dem zu damaliger Zeit bestattet wurde, habe deutlich tiefer gelegen, hat der Archäologe festgestellt.

Leserkommentare

Google-Anzeigen

flohmarkt.ms Anzeigen

Schnäppchen und Angebote aus Ihrer Umgebung

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3814973?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F182%2F