Sa., 20.02.2016

Vorfall in einem Wohngebiet Unbekannter schießt Kater an

Balou hat die Notoperation überstanden. Kiana Evertmann und ihre Familie hoffen nun, dass der Kater wieder ganz gesund wird.

Balou hat die Notoperation überstanden. Kiana Evertmann und ihre Familie hoffen nun, dass der Kater wieder ganz gesund wird. Foto: Martin Fahlbusch

Ochtrup - 

Heiko Evertmann hat Anzeige erstattet. Auf Balou, den Kater der Familie, wurde geschossen – mitten in einem Wohngebiet. Das Tier hat die Notoperation in der Tierklinik Oldenzaal überstanden. Jetzt hofft Familie Evertmann, dass Balou wieder ganz gesund und der Schütze ermittelt wird.

Von Anne Steven

Heiko Evertmann ist sauer, richtig sauer. Am Mittwoch wurde sein Kater Balou angeschossen – mitten im Wohngebiet. Der Ochtruper erstattete Anzeige.

Gegen 10.30 Uhr entließ Evertmann am Mittwoch den schwarzen Kater zu dessen Freigang. Nach nicht einmal 45 Minuten tauchte das Tier humpelnd und blutend wieder auf. „Meine Frau hat den Kater gleich zum Tierarzt nach Enschede gebracht“, erzählt der aufgebrachte Ochtruper im Gespräch mit dieser Zeitung. Zunächst habe sie gar nicht gewusst, was passiert war.

In Enschede aber stand für die Tierärzte schnell fest: Balou wurde angeschossen. „Ich bin aus allen Wolken gefallen“, berichtet Evertmann. Dass jemand auf Katzen schießt und vor allem in einem Wohngebiet – für ihn unvorstellbar. „Wenn mein Kater in einem fremden Garten herumstreunt, wo er nichts zu suchen hat, kann ich verstehen, wenn man ihn verscheucht“, weiß Evertmann, dass gerade Gartenbesitzern die freilaufenden Tiere ein Dorn im Auge sind. Sie mit einem gezielten Strahl aus dem Wasserschlauch oder auch mit dem hauseigenen Hund zu verjagen, sei absolut okay. Nur mit einer Schusswaffe auf das Tier zu schießen, das gehe gar nicht.

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Das Schießen mit Waffen ist in Wohngebieten strikt untersagt.

Johannes Tiltmann

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Etwa in Schulterhöhe sei der Kater am vorderen linken Bein von einem Geschoss getroffen worden. Die Kugel sei durchgeschlagen. Der Arzt in der Tierklinik in Oldenzaal, wo der Kater noch am gleichen Tag notoperiert werden musste, habe ihm gesagt, der Einschusswinkel sei von unten nach oben gerichtet gewesen, erzählt Evertmann. „Da möchte ich nicht wissen, wo die Kugel hingegangen ist“, zeigt sich der Ochtruper schockiert. Er denkt vor allem an spielende Kinder oder Anwohner, die womöglich von solch einem „Querschläger“ getroffen werden könnten.

Johannes Tiltmann von der Pressestelle der Kreispolizei Steinfurt betont gegenüber unserer Zeitung: „Das Schießen mit Waffen ist in Wohngebieten strikt untersagt.“ Ob die Anzeige indes zum Täter führen wird, bleibt abzuwarten. „Dafür braucht es Zeugen“, hat Evertman von der Polizei erfahren. Diese zu finden, wird nicht einfach. Im sozialen Netzwerk Facebook startete Evertmann in den Ochtruper Gruppen einen Aufruf, setzte sogar eine Belohnung für Hinweise aus, die zur Ergreifung des Täters führen. „Den krieg’ ich“, ist der Katzenhalter richtig wütend. Die Resonanz sei bisher enorm gewesen, konkrete Hinweise gebe es aber nicht.

Hinzu kommt, dass im Bereich der Geschwister-Scholl-Straße, wo Evertmann mit seiner Familie wohnt, schon öfter Katzen verschwunden seien. Der Familienvater weiß von drei weiteren Stubentigern, die in den vergangenen eineinhalb Jahren spurlos verschwanden. Auch er selbst hat neben seinem jetzigen Kater eine weitere Katze auf der Vermisstenliste.

Balou wird das Attentat, so wie es aussieht, überleben. Am Donnerstagabend holte Familie Evertmann ihn aus der Tierklinik ab – und dazu eine horrende Tierarztrechnung. Doch Evertmann will noch nicht aufgeben. Er hat vor, seine beiden Katzen mit GPS auszustatten. „Dann habe ich wenigstens eine Chance, sie zu finden“, sagt der Ochtruper.

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