Di., 23.02.2016

Trommel-Projekt für Ochtruper und Flüchtlinge Rhythmen ersetzen Worte

Trommellehrer Andreas Hermjakob (r.) erklärt, wie richtig getrommelt wird und animiert mit packenden Rhythmen Klein und Groß zum Musizieren.

Trommellehrer Andreas Hermjakob (r.) erklärt, wie richtig getrommelt wird und animiert mit packenden Rhythmen Klein und Groß zum Musizieren. Foto: Hannah Moritz

Ochtrup - 

Die anfängliche Schüchternheit legte sich schnell. Bereits nach kurzer Zeit sprang der Funke von Trommellehrer Andreas Hermjakob auf die Teilnehmer des „Drum Circle“ über. Der Verein „Miteinander“ und die Musikschule hatten dazu in das ehemalige DRK-Zentrum eingeladen, und rund 60 Ochtruper und Flüchtlinge kamen.

Von Hannah Moritz

Die Trommeln bebten. Einfache und komplexe Rhythmen schallten durch den Saal des ehemaligen DRK-Zentrums. Kinder lachten und auch die Erwachsenen hatten ihren Spaß. Jeder schien Freude an dem „Drum Circle“ zu haben. Von Wettergeräuschen über Kanons bis hin zu Soli – Trommellehrer Andreas Hermjakob gab alles, jeden Besucher in den Trommelkreis zu integrieren. Auch die sonst oft hemmende Sprachbarriere zwischen Flüchtlingen und Ochtrupern schien wie wegeblasen. Die Musik machte Worte überflüssig und bildete einen gemeinsamen Nenner.

Der Verein „Miteinander“ und die Musikschule hatten zu dem „Drum Circle“ eingeladen. Finanziell unterstützt wurde die Veranstaltung vom nordrhein-westfälischen Familienministerium. Damit sei es möglich gewesen, die Veranstaltung für die Teilnehmer kostenlos anzubieten, berichtete Manfred Schründer, Vorsitzender des Vereins „Miteinander“.

Bei der Premiere des „Drum-Circle“ kamen die großen und kleinen Besucher anfangs noch etwas zögerlich, dann aber immer mutiger in das ehemalige DRK-Zentrum. Waren es zunächst hauptsächlich Ochtruper, so stießen nach und nach auch immer mehr Flüchtlinge dazu. Eine halbe Stunde später zählten die Organisatoren circa 60 Trommler, zur Hälfte Einheimische.

Nicht nur Schründer und seine Mitstreiter von „Miteinander“ freuten sich über die enorme Resonanz. „Ich bin geflasht, wie groß der Andrang ist“, meinte Hermjakob. Er hatte wesentlichen Anteil an der lockeren Atmosphäre im Saal. Denn er animierte jeden, auch wenn er anfangs noch so zurückhaltend war, mitzumachen. Der passionierte Trommler erklärte und zeigte, wie es geht. Und zwar auf eine Art, die auch ohne Worte zu verstehen war. Am Ende packte der Rhythmus jeden.

Das sorgte dafür, dass es nicht genügend Trommeln gab. Daher wurde nach einer Zeit des Musizierens gewechselt – die nächste Gruppe durfte sich an den Instrumenten austoben. Wer gerade nicht an der Reihe war, unterstützte die Musiker durch rhythmisches Klatschen oder ließ sich Kaffee und Kuchen schmecken.

Da die Aktion so gut ankam, waren sich Hermjakob, Schründer und sein Vorstandskollege Johann Moggert einig, diese zu wiederholen. Termin und vor allem Ort sind jedoch noch offen. Denn: „Wir ziehen mit unserem Büro ja bald in das bisherige Sozialamt. Daher müssen wir mal sehen, wo wir eine solche Veranstaltung dann anbieten können“, sagte Schründer.

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