Sa., 27.02.2016

Suchtprävention an Schulen Meistens fängt es harmlos an

Alkoholgenuss und seine Folgen war ein Thema beim Informationsabend für Eltern im Rahmen des Suchtpräventionsprojektes der Ochtruper Schulen.

Alkoholgenuss und seine Folgen war ein Thema beim Informationsabend für Eltern im Rahmen des Suchtpräventionsprojektes der Ochtruper Schulen. Foto: dpa

Ochtrup - 

Sucht und Abhängigkeit – diese Bereiche verändern sich gerade bei Jugendlichen rasend schnell, erweitern sich, werden unübersichtlicher und damit zunehmend gefährlicher. Aus diesem Grund gibt es in den Ochtruper Schulen regelmäßig Suchtpräventionsprojekte, in die auch die Eltern einbezogen werden. Zum Beispiel in Form eines Informationsabends, wie er am Donnerstag im Forum der Realschule stattfand.

Von Martin Fahlbusch

Hand aufs Herz. Bald ist Ostern. Kann man in der Fastenzeit eher auf Süßigkeiten oder auf das Handy verzichten? Das war eine durchaus ernst gemeinte Frage beim Informationsabend für Eltern und Erzieher im Rahmen des Suchtpräventionsprojektes der Ochtruper Schulen am Donnerstagabend im Forum der Realschule.

Und siehe da: Auch bei den Erwachsenen kam die Antwort nicht wie aus der Nougatkanone geschossen. Die Teilnehmer erfuhren, dass sich auch für Jugendliche das Feld Sucht und Abhängigkeit rasend schnell verändert – und vor allem erweitert, unübersichtlicher und damit zunehmend gefährlicher wird. Es ging Iris Wübbeler, Kim Suer und Frank Schoppe, alle schon lange in diesem Bereich als Berater und Projektverantwortliche tätig, nicht darum, mit Verunsicherung und Ängsten zu operieren. „Das hilft letztlich überhaupt nichts, vergrämt die Jugendlichen eher und wir dringen nicht zu ihnen durch“, unterstrich Schoppe den Ansatz.

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Gerade hier auf dem Land sind die Erstkontakte junger Menschen mit Bier, Sekt und Schnaps eher im engeren Umfeld, beispielsweise auf Familienfeiern, auszumachen.

Kim Suer

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Zusammen mit Fachlehrern und den Sozialarbeitern an den Schulen war das Team seit Oktober 2015 in verschiedenen Lern- und Aktionseinheiten aktiv, um bei Siebtklässlern Aufmerksamkeit zu schärfen, Fragen aufzuwerfen und sich mit ihnen gemeinsam auf den Weg zu machen. „Letztlich sind die längst nicht alle so cool, wie sie oft tun und werfen nur so mit Cannabis und hartem Alkohol um sich“, wusste Wübbeler zu berichten.

Und schon war man mittendrin – beispielsweise im Problemkreis Alkohol. „Gerade hier auf dem Land sind die Erstkontakte junger Menschen mit Bier, Sekt und Schnaps eher im engeren Umfeld, beispielsweise auf Familienfeiern, auszumachen“, erläuterte Kim Suer. Da werde die Hürde väter- und mütterlicherseits schon mal tiefer gelegt und das Alkoholverbot, das bis zum 18. Lebensjahr gilt, auf die vermeintlich lockere Art umgangen. Außerdem: Rauchverbote treffen eben auch für die Shisha-Pfeifen zu. Und wer weiß eigentlich, was E-Zigaretten tatsächlich beinhalten?

„Für Eltern bleibt es auch bei den Themen Sucht, Abhängigkeit und Drogen ganz wichtig, nicht wegzuschauen, sich zu interessieren, nachzufragen und gemeinsam mit dem Nachwuchs Regeln auszuhandeln“, ermutigte Schoppe. Und plötzlich war ziemlich deutlich, was die Stichworte Vorbild sein, Vorleben und Kommunikation so entscheidend macht. Am Schluss durften alle im Suchtbrillen-Parcours, den Reinhard Vinkelau aufgebaut hatte, testen, wie die Droge Alkohol jeden ins Schlingern bringt.

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