Di., 18.04.2017

Frühjahrskirmes startet am letzten April-Wochenende Nostalgie statt neuer Kicks

Ein kulinarischer Klassiker sind Paradiesäpfel. Klar, dass es die auf der Ochtruper Frühjahrskirmes auch wieder gibt.

Ein kulinarischer Klassiker sind Paradiesäpfel. Klar, dass es die auf der Ochtruper Frühjahrskirmes auch wieder gibt. Foto: Martin Fahlbusch

Ochtrup - 

Jauchzende Kinder, bunt blinkende Lichter, der Duft von gebrannten Mandeln – das ist Kirmes. Am letzten April-Wochenende startet wieder die Frühjahrsausgabe des Rummels in der Töpferstadt. Zum 26. Mal kümmert sich Schausteller Stefan Rosenboom um die Organisation. Er kennt die Trends auf dem Rummel.

Von Anne Spill

Über zweieinhalb Jahrzehnte, in denen sich einiges verändert hat. „Die Kirmes ist für die Menschen heute nicht mehr einer der Höhepunkte des Jahres“, hat der Ochtruper festgestellt. Das Volksfest müsse sich inzwischen mit vielen anderen Freizeitangeboten messen. „Die Konkurrenz ist groß“, weiß Rosenboom. Und doch ist sich der Schausteller sicher: „Die Kirmes wird immer bleiben – aber sie verändert sich.“

Überleben kann sie, da ist sich der 50-Jährige sicher, wenn sie sich auf ihre Stärken besinnt. Denn was den Kirmesbesuch vom Ausflug in den Freizeitpark unterscheidet, ist das Miteinander. „Hier können Sie mit Ihrem Nachbarn, Ihren Freunden und Kollegen ein Bierchen trinken und eine Wurst essen, während die Kinder zusammen im Karussell sitzen“, beschreibt Rosenboom den familiären Charakter des Jahrmarkts. Der Rummel sollte denn auch wieder viel mehr ein Ort des Feierns werden, findet der Ochtruper – schließlich liegen dort ja auch die Wurzeln: „Entstanden ist die Kirmes aus dem Kirchweihfest“, erläutert Rosenboom.

Eine Veranstaltung mit langer Geschichte also. Und darauf – auf Altbewährtes – besinnen sich die Schausteller auch immer mehr zurück. Der Autoscooter, der Musikexpress, das Entenangeln oder das Dosenwerfen sind alte Klassiker und immer noch – oder wieder – beim Publikum sehr beliebt. „Der Trend geht zum Traditionellen“, weiß Rosenboom. Früher habe man sich bei den Fahrgeschäften zum Beispiel „höher, schneller, weiter“ zum Ziel gesetzt. „Aber das ist ausgereizt, da ist die Grenze, was der Mensch aushalten kann, erreicht.“ Nostalgie statt neuer Adrenalin-Kicks.

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Der Trend geht zum Traditionellen.

Stefan Rosenboom

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Klar also, dass auch die Ochtruper Frühjahrskirmes an Altbewährtem festhält. Die oben genannten Attraktionen – Autoscooter, Musikexpress, Entenangeln und Dosenwerfen – sind in diesem Jahr wieder mit dabei, ebenso Karussells für die Kinder und zahlreiche Buden mit Leckereien, informiert Rosenboom. Und es gibt ein Wiedersehen mit einem Altbekannten: Die „Krake“ – das Fahrgeschäft „Big Monster“ – kommt nach einigen Jahren zurück in die Töpferstadt. „Und zwar direkt vom Hamburger Dom zu uns nach Ochtrup“, verkündet der Organisator stolz. Neu ist indes die Familienachterbahn „Coco Beach“ für Kinder und Erwachsene.

Ein Kirmes-Klassiker, aber nach Angaben von Rosenboom trotzdem „ganz out“ sind die Losbuden.

Stefan Rosenboom.

Stefan Rosenboom. Foto: Anne Steven

Für den Frühjahrsrummel in Och­trup haben sich die Organisatoren deswegen eine andere Variante überlegt, die im vergangenen Jahr Premiere feierte und gut zündete: „Wir vergeben am Freitagabend wieder Freilose zu jedem Umsatz“, berichtet Rosenboom. Egal, ob jemand ein Bier bestellt, eine Tüte Mandeln kauft oder ins Karussell einsteigt – immer gibt‘s ein kostenloses Los dazu. Solange der Vorrat reicht: „4000 Stück haben wir“, verrät Rosenboom. Die Gewinner werden dann am Kirmesmontag um 19 Uhr gezogen. Es locken insgesamt neun Wertgutscheine verschiedener Unternehmen. „Die Sieger müssen allerdings anwesend sein, um ihren Preis abzuholen“, betont der Organisator.

Apropos Kirmesmontag: Das ist in diesem Fall der 1. Mai, ein Feiertag. Ob sich das gut oder schlecht auf die Besucherzahlen auswirkt, da ist sich Stefan Rosenboom nicht sicher. „Das ist sehr schwer einzuschätzen.“ Viele würden vielleicht über das lange Wochenende wegfahren oder zu einem Ausflug starten. „Aber vielleicht“, hofft Rosenboom, „führt die eine oder andere Maitour ja auch zur Kirmes.“

Öffnungszeiten

Die Frühjahrskirmes startet am 28. April (Freitag) um 16 Uhr. Bis 16.30 Uhr gibt es Freifahrten in allen Karussells. Um 17 Uhr erfolgt die offizielle Eröffnung mit Fassanstich durch Bürgermeister Kai Hutzenlaub. Am 29. April (Samstag) öffnet die Kirmes um 14 Uhr, am 30. April (Sonntag) und 1. Mai (Montag) jeweils um 11 Uhr.

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